07.06.2012
SCHLEGEL
RTL: Aus für den Ziegenwirt
STEFFEN LINKE

Schon bei der Wiederholungssendung "Bauer sucht Frau" auf RTL am vergangenen Samstag flimmerte Fritz L. aus Schlegel nicht mehr über den Bildschirm. Dabei hatte der Landwirt bei der ersten Vorstellung vor Millionen Zuschauern an den Fernsehern am Pfingstmontag in der TV-Show noch seine Ziegen ganz zärtlich gestreichelt und gesagt: "Ich bin der Fritz. Ich bin 28 Jahre. Ich komme aus der Oberlausitz und suche eine Frau, die mir genauso wie die Ziegen aus der Hand fressen."

Daraus wird aber nun nichts mehr. "Fritz hat uns nichts von seiner politischen Vergangenheit erzählt, weil es für ihn, was die NPD betrifft, schon sieben Jahre her ist", sagt Maren Mossig von der zuständigen Kölner Agentur "diepressetanten".  Das sei bisher ein Einzelfall gewesen. "Das haben wir so noch nicht im Casting erlebt", fügt sie hinzu. 

Der Bauer war nach vorliegenden Informationen bis 2005 Mitglied der rechtsextremen NPD, wechselte dann zur DSU. Am Tag nach der ersten Ausstrahlung hatte die Agentur aus dem entfernten Umfeld des Bauern aus der Oberlausitz davon erfahren.  RTL reagierte nach den Hinweisen von Zuschauern sofort darauf. "Er findet nicht mehr statt in der Sendung ,Bauer sucht Frau''", sagte ein Mitarbeiter von RTL.  In Schlegel selbst waren einige Einwohner überrascht, "dass er bei so einer Sendung mitmacht."  Laut Ortsvorsteher Frank Sieber ist der junge Mann sehr unauffällig und schüchtern.

 "Es tut uns auch irgendwie leid für Fritz, weil wir ihn sehr sympathisch fanden. Der politische Hintergrund von ihm hat aber einfach nichts mit der Sendung ,Bauer sucht Frau' zu tun", so Maren Mossig. "Eigentlich schade", meint eine 48-jährige Stammzuschauerin aus Olbersdorf. "Denn er sah gar nicht einmal schlecht aus im Vergleich zu manchen anderen Kandidaten." Doch das äußere Outfit ist bekanntlich reine Geschmackssache.

 "Wir schicken ihm die Post von allen Frauen, die sich jetzt noch für ihn bewerben, zu", sagt Maren Mossig. Manche Bauern würden  dabei nur 30, andere hunderte Zuschriften bekommen. "Wir wollen keinen Wettbewerb unter den Bauern machen. Deshalb geben wir keine Zahlen an", sagt sie. Für Fritz L. rückt in der Sendung "Bauer sucht Frau" jedenfalls kein anderer Kandidat nach. Der Bauer aus Schlegel war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht zu erreichen.

Fritz L. sei laut Maren Mossig sehr traurig über das "Aus" gewesen. Er hätte wohl gern die Chance genutzt, bei RTL die große Liebe zu finden.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

@Erhard, Sie haben absolut recht, die vom Grundgesetz garantierte (Meiungs-)Freiheit steht wohl nur noch auf dem Papier. Jeder, der sich abweichend vom Mainstream mit eigener Meinung äußert, die nicht der unser politisch korrekten Gutmenschen entspricht, wird sofort als "Rechter" stigmatisiert. Seit vielen Jahren sind Millionen ausgegeben worden, um Aussteigerprogramme zu finanzieren, welche offensichtlich nicht viel gebracht haben. Aber dort, wo einer vielleicht selber gemerkt hat, dass er da nicht hingehört, da wird eine öffentliche Debatte daraus gemacht, dass er ja mal da war. Oder die Aktivitäten von Sportvereinen, über den Sport das Denken wieder einzuschalten, werden, wie in Görlitz ebenfalls von den Linken sofort zu Zeter und Mordrio Rufen als Anlass genommen.
Andersherum ist in Görlitz vor kurzem ein erhemaliger SED-Funktionär (APO-Sekretär) und hochdekorierter Kampfgruppenkämpfer zum Oberbürgermeister gewählt worden. Der gesamten Journallie, aber auch allen politischen Parteien war die vom Kandidaten bewußt verschwiedgene Vergangenheit bekannt und keiner hat es gewagt, dieses öffentlich zu machen, wohl aus Angst, auch gleich als Rechter verschrien zu werden. Wo sind wir hingekommen, Gesinnungsschnüffelei ist an der Tagesordnung und andere Meinungen werden nicht toleriert. Damit haben in Deutschland schon zwei verheerende Systeme begonnen. Demokratie lebt von der Pluralität und der Freiheit des Einzelnen, so verstehe ich jedenfalls unser Grundgesetz.

Das war wohl eine ziemlich niveaulose Entscheidung von dem Manipuliersender RTL.Weil in Luxemburg kein anständiges Gemüse mehr wächst,müssen die uns jetzt über die Flimmerkiste auf den Keks gehen.Selber sculd,wer den RTL-Salat sich anschaut.Mit Geist hat das jedenfalls sehr wenig zu tun,was die hier über ddas Kabel verbreiten.Da ziehe ich richtigess Obst und Gemüse vor und weiß dann,was ich esse.Ungespritzt.

Laut Verfassung darf in Deutschland -aufgrund seiner
politischen Einstellung- niemand diskriminiert werden.
So ist es nun malmit unserer "Verfassungs-
gerechtigkeitkeit" bzw. den verfassungs-
mäßig garantierten Rechten.

Natürlich würde er auch aus der Sendung gefolgen
sein, wenn er vor 30 oder 40 Jahren mal in
der SED oder *IM* gewesen wäre.

So gesehen wäre dann wieder eine gewisse
Gerechtigkeit hergestellt worden. Aber was
das mit *Bauer sucht Frau* zu tun hat,
weiß ich auch nicht?!?

Schließlich war die *Rosa Luxemburg der Neuzeit*
auch mit einem "Kapitalisten" verheiratet. Oder
ist es jetzt noch - ich weiß es nicht.

Das sich LINKE nicht in Rechte und Arme nicht
in Reiche verlieben sollen, ist doch Quatsch!
Soll doch jeder nach seiner Fasson
glücklich werden.

Ich >als Atheist< war 10 Jahre mit einer Katholikin verheiratet. Na und? Leider ist es schief
gegangen. Genauso gut hätte es aber
auch gut gehen können.

Und, das es schief gegangen ist hat nichts
mit Gott zu tun. Sondern ganz allein
mit uns Menschen.


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