Land unter hieß es vor zwei Jahren in der Oberlausitz. Die Schäden beim Augusthochwasser 2010 waren verheerend. Und sie beschäftigen die Gemeinden immer noch. Mehr, als ihnen lieb ist.
Denn erst ein Teil der Schäden ist beseitigt, ein weiterer gerade bewilligt, ein dritter wiederum wird noch bearbeitet. Die Bilanz ist eher durchwachsen. Auch wenn die Bürgermeister sich relativ zufrieden geben. "Es handelt sich um ein komplexes Verfahren", sagt Fritz Jaeckel, Staatssekretär im sächsischen Umweltministerium. Und sein Kollege Michael Wilhelm aus dem Innenministerium fügt hinzu: "Wir haben einige Hausaufgaben im Gepäck, die wir mit nach Dresden nehmen werden."
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Ein Fazit der beiden Staatssekretäre nach einem Arbeitstreffen mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden in Cunewalde. CDU-Landtagsabgeordnete Patricia Wissel hatte das Treffen organisiert, inzwischen das zweite seiner Art. "Es zeigt uns, dass der Freistaat sehr bemüht ist, die versprochenen Mittel auch wirklich bereit zu stellen und die Vorhaben zeitnah umzusetzen", sagt der Wilthener Bürgermeister Michael Herfort, der zufrieden ist. 17 Maßnahmen sind in seinem Ort begonnen worden, insgesamt 27 wurden beantragt. Bis Ende 2013 - so hofft er - werden sie abgeschlossen sein. Ähnlich sieht die Bilanz in den anderen Gemeinden aus.
In Neukirch ist eine Brücke fertig gestellt, die Arbeiten an der Wesenitz laufen, das rote Flössel soll saniert werden. "Bis 2014 haben wir noch zu tun", rechnet Bürgermeister Gottfried Krause. Gleich drei Maßnahmepläne hatte Sven Gabriel zusammenzuführen - für Schirgiswalde, Kirschau und Crostau. Ein "wenig kompliziert", wie er meint.
Und Frank Lehmann hat derzeit in Großpostwitz vor allem ein Problem, das sich Denkmalschutz nennt. Denn die zerstörte Brücke will er eigentlich nicht originalgetreu wieder aufbauen. Allein deshalb, weil beim geringsten Hochwasser wieder Gefahr drohe. Fördermittel seien beantragt. Jetzt müsse der Kreis entscheiden, wie man hier verfahre. "Wir werden sicher einen Kompromiss finden", meint Vize-Landrat Wolfram Leunert.
Auch der Sohlander Bürgermeister Michael Pilz ist froh, dass alles auf dem Weg ist. Die Arbeiten an der Brücke in der Scheidenbachstraße in Sohland sind abgeschlossen. Die Straße ist wieder durchgängig befahrbar. Der Wermutstropfen: Die Niederbrücke in Taubenheim muss neu gebaut werden. Ende des Jahres soll die alte Brücke abgerissen werden. Ob es eine Behelfsbrücke für Fußgänger geben wird, hängt von eventuellen Fördergeldern ab. Autofahrer müssen auf jeden Fall mit Sperrungen und Umleitungen rechnen.
Möglichkeiten ausschöpfen lautete beim Arbeitstreffen denn auch das Motto der Staatssekretäre. Man werde einige Unstimmigkeiten ausräumen und auf dem kleinen Dienstweg bereinigen. "Im Großen und Ganzen läuft alles ohne Probleme", so Fritz Jaeckels Fazit. Einige Verwaltungsfragen und Fragen der Rechtssicherheit müsse man noch klären.
Dass das künftig leichter gehen könnte, dafür hat der Cunewalder Bürgermeister Thomas Martolock gesorgt. Er hat durch eine Firma eine Software erstellen lassen, mit deren Hilfe er per Knopfdruck alle möglichen Lösungen samt zugehöriger Fördermöglichkeiten abrufen kann. Ein Programm, das die Gemeindemitarbeiter in den vergangenen Wochen stark gefordert hat. "Es ist nicht nur für Hochwasserschäden anwendbar", betont Martolock.
Und Staatssekretär Jaeckel, der seine Begeisterung nur schwer verhehlen kann, kündigt schon mal an: "Ich bin sicher, dass dieses Programm auch für andere Regionen interessant ist."










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