27.07.2012
BÄRWALDE/SCHMÖLLN
Neue Stromleitung durch den Kreis auf alter Trasse
UWE MENSCHNER

Im Umspannwerk Schmölln endet die Hochspannungsleitung mit der Strom vom Kraftwerk Boxberg zu den Endverbrauchern in der Region gelangt.
Im Umspannwerk Schmölln endet die Hochspannungsleitung mit der Strom vom Kraftwerk Boxberg zu den Endverbrauchern in der Region gelangt. | Uwe Menschner
Eine 46 Kilometer lange Schneise zieht sich seit mehr als 30 Jahren durch die Lausitzer Landschaft zwischen Bärwalde (Gemeinde Boxberg) und Schmölln (Gemeinde Schmölln-Putzkau) bei Bischofswerda.

Sie schafft Platz für eine Hochspannungsleitung, die den im Kraftwerk Boxberg produzierten Strom zum Umspannwerk Schmölln transportiert, von wo aus er dann zu den Endverbrauchern in der gesamten Region gelangt.
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Doch die alte Leitung hat ausgedient: Auf ihrer Trasse will die 50 Hertz Transmission GmbH als Netzbetreiber eine neue 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung errichten. "Die bestehende, noch aus DDR-Zeiten stammende Leitung genügt den neuen Anforderungen nicht mehr", erklärt der Projektbeauftragte Bernhard Segbers. Diese hätten sich insbesondere durch die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerkblocks mit einer Leistung von 675 Kilowatt sowie durch die zunehmende Einspeisung dezentral erzeugter Energie verschärft. "Die vorhandene Leitung lässt sich weder aus- noch umbauen, jedoch können wir die Trasse für die Errichtung einer neuen 380-Kilovolt-Leitung nutzen", so Segbers.

Da der Neubau bei laufendem Betrieb stattfindet, stellt er hohe Anforderungen an Arbeitsschutz und Logistik. "Wir schalten zunächst eine Seite der bestehenden Trasse ab und demontieren diese. Auf dieser Seite werden dann die neuen Masten errichtet und halbseitig komplett bestückt. Geht das neue System in Betrieb, kann die andere Seite abgeschaltet und erneuert werden", erläutert der Projektbeauftragte den Werdegang.

Diese alten Strommasten der 380-KV-Leitung sollen bis kommendes Jahr ausgetauscht werden. | Uwe Menschner

Obwohl durch die Nutzung der vorhandenen Trasse die Umwelteinflüsse minimiert würden, unterliege das Vorhaben der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung sowie zur Planfeststellung. Die Einspruchsfrist endete am 12. Juli.

Den Altkreis Kamenz passiert die Stromtrasse bei Prautitz, er führt weiter zwischen Siebitz und Lehndorf hindurch und tritt bei Tschaschwitz in den Altkreis Bischofswerda über. Die vom Trassenverlauf berührten Gemeinden profitieren von umfangreichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für den Eingriff in den Naturraum. So sollen in der Parkanlage Nebelschütz 20 ortstypische Laubbäume gepflanzt werden. Im Bereich der Sportplätze Crostwitz und Horka ist die Anpflanzung von zehn bzw. acht Spitzahornen vorgesehen. Bei Miltitz soll auf 9.000 Quadratmetern eine Streuobstwiese mit insgesamt 90 Bäumen  regionaltypischer Sorten entstehen. Bei Nucknitz und Ostro ist die Bepflanzung mehrerer Wege vorgesehen.

Den Altkreis Bischofswerda erreicht der Trassenverlauf zwischen Neraditz und Jiedlitz, er führt dann unweit der Anschlussstelle Uhyst über die Autobahn, an Uhyst vorbei, zwischen Burkau, Pohla und Schönbrunn zur B6, anschließend westlich von Demitz-Thumitz und Schmölln durch den Stadtwald, um schließlich im Umspannwerk Schmölln zu enden. Die vom Trassenverlauf berührten Gemeinden profitieren von umfangreichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für den Eingriff in den Naturraum. So sollen auf einer an den Park Medewitz angrenzenden Ackerflächen auf 800 Quadratmetern gehölze angepflanzt werden, um die Parkanlage zu erweitern. Ebenfalls in einen Park umgewandelt werden soll der nicht mehr genutzte nördliche Teil des Friedhofes Demitz-Thumitz.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Ich habe nur eine Frage:
Soll in der Lausitz der Braunkohle-Abbau weiterhin gefördert werden?
Warum werden keine Flächen für Photovoltaik oder Windräder ausgeschrieben?


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