11.02.2012
LANDKREIS BAUTZEN
Dreck im Wald: Reifen und Gartenabfälle
KATRIN KUNIPATZ

Link zum Thema
www.landkreis-bautzen.de/download/allgemin/Abfallkalender_2012.pdf
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Bauschutt, Autoreifen, alte Kühlschränke – dass diese Dinge nicht in den Wald gehören, sollte jedem klar sein. Gleiches trifft aber auch auf Kompost und Biomüll zu. 

Ein Spaziergang im Wald ist für viele der Inbegriff eines idyllischen Naturerlebnisses. Zwischen den hohen Bäumen erreichen nur einzelne Sonnenstrahlen den bemoosten Waldboden. Vögel zwitschern. Mit großem Glück bekommt man vielleicht ein paar Rehe zu sehen.
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Auf anderen Wiesen und Lichtungen stapeln sich dagegen Müll, ausgediente Sommerreifen oder Kompostabfälle. Wie Revierleiter Uwe Leonhardt vom Revier Ohorn berichtet, gab es Menschen, die die Feiertage um den Jahreswechsel nutzten, sich unnötigen Ballasts zu entledigen. Zwei Dutzend Sommerreifen sammelten Leonhardt und seine Mitarbeiter an der Bundesstraße 6 zwischen dem Rossendorfer und dem Fischbacher Kreuz ein. Aber auch Kühlschränke, Fernseher, Kunststoff und Textilien landeten im Wald. Unverständlich sei ihm auch, warum gerade Glas und leere Flaschen in den Wald geworfen werden. In der Nähe von Liegau-Augustusbad lagen sogar 14 Reifen nah beieinander im Wald. "Es kann eigentlich keine Einzelperson gewesen sein", mutmaßt Uwe Leonhardt.

Ärgerlich für den Revierförster, dass die Verursacher nur selten erwischt werden. Zwar finden sich in einigen Fällen Schriftstücke zwischen dem Unrat. "In diesem Fall wird die Polizei verständig", so Leonhardt. Somit ist die illegale Müllentsorgung zumindest registriert. Um die Tat nachzuweisen, müssen die Personen jedoch inflagranti erwischt werden. Jäger und Förster sind besonders sensibilisiert, wenn nachts Fahrzeuge im Wald unterwegs sind, berichtet der Revierförster.

Info
Elektroaltgeräte, Autoreifen, Chemikalien und andere Abfälle können – teilweise gegen eine Gebühr – an den Wertstoffhöfen im Landkreis abgegeben werden. Details stehen im Abfallkalender des Landkreises.

  • Wertstoffhof Bautzen, Zeppelinstraße 1, in Bautzen, Telefon (03591) 49 00 73
  • Wertstoffhof Kamenz, Macherstrße 81a, in Kamenz, Telefon (03579) 3 88 70
  • Wertstoffhof Nehlen Kamenz, Nebelschützer Straße 66, in Kamenz, Telefon (03578) 3 40 20
  • Die Entsorgung eines Altreifens kostet in diesen drei Wertstoffhöfen zwischen 2,98 und 4,50 Euro, je nachdem ob mit oder ohne Felge.
  • Kühlschränke und andere Haushaltsgroßgeräte, andere Elektrogeräte, wie Rasierer, Spielekonsolen, Fernseher oder Toaster können komplett und kostenlos an den Wertstoffhöfen abgegeben werden.


Tatsächlich ist es nämlich verboten, mit einem motorisierten Fahrzeug über die Waldwege und durch den Wald zu fahren. "Nur Befugte, wie der Waldbesitzer, von ihm Beauftragte, Jäger oder Förster, dürfen in Wäldern fahren", erklärt Uwe Leonhardt. Er ärgert sich ganz besonders über Unvernünftige, die im Herbst bis zum Pilz mit dem Auto fahren. Der Wald erfüllt eine wichtige Aufgabe fürs Gemeinwohl: Er dient der Erholung. Motorengeräusche stören aber nicht nur den Menschen im Wald, auch die Tiere leiden darunter. Die Revierleiter dürfen für das unbefugte Fahren im Wald Bußgeldbescheide ausstellen. Ihre Beobachtungen können sie aber auch der Staatsanwaltschaft mitteilen, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren einleitet.

Empfindliche Strafen gibt es für die illegale Müllentsorgung. Diese reichen vom Verwarngeld in Höhe von 25 bis 30 Euro bis hin zu 2.500 Euro Bußgeld – und wenn die Lebensgemeinschaft Wald gestört wird, kann sogar eine Strafverfolgung drohen. Wer boden- und gesundheitsgefährdende Stoffe, wie Öl, Chemikalien oder Asbestplatten, im Wald entsorgt, muss mit noch höheren Strafen und einem Gerichtsverfahren rechnen. Außerdem trägt er die Kosten für die Beseitigung des Sondermülls.

Solch drastische Verstöße sind glücklicherweise im Revier Ohorn die Ausnahme. Revierleiter Uwe Leonhardt berichtet von den kleineren, dafür häufigeren Verschmutzungen: Bürger oder Kleingärtner mit Grundstücken am Waldrand schaffen ihren organischen Müll in den Wald. Denn im Wald gehe er niemanden an, so die landläufige Einstellung. "Aber wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand Müll auf ihr Grundstück wirft", fragt der Revierleiter provokant. Den Bürgern macht er in einem Schreiben die Rechtslage deutlich. Denn durch diese organischen Abfälle gelangen Pflanzen in das Ökosystem Wald, die dort nicht heimisch sind und oft auch keinen Gegenspieler haben. Zu diesen invasiven Arten gehören das Indische Springkraut und der Sachalin-Knöterich. Sie können sich ungehemmt ausbreiten und verdrängen so heimische Pflanzen.


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