Während Polarfuchs, Esel und Schnee-Eulen den strengen Frost genießen, dürfen Papageien und Totenkopfäffchen den geheizten Stall nicht verlassen. Und die Tierparkmitarbeiter müssen jeden Morgen einen Teil des Teiches vom Eis befreien.
Minus elf Grad zeigt das Thermometer im Tierpark Bischofswerda. Zusätzlich krümeln kleine Schneeflocken vom Himmel. Kein Problem für das Luchspaar. Beide streifen gewohnt langsam durchs Gehege und auch die vier Schnee-Eulen genießen die winterlichen Temperaturen. Natürlich lieben die beiden Polarfüchse die Kälte.
Auch die Esel und Ponys lassen sich von den sibirischen Verhältnissen nicht stören. Die kleinen Pferde haben ein extrem dichtes Winterfell. Und den Eseln bekommt die trockene Kälte sogar besser als nasskaltes Wetter mit Temperaturen um Null Grad Celsius.
Flügelschlagen und lautes Geschnatter klingt von den Wasservögeln herüber. Einige der rund 40 Schmuckenten, Gänse und Schwäne watscheln über das Eis des kleinen Teiches. Andere – darunter ein Trauerschwanenpärchen – baden genüsslich in einem eisfreien Bereich (
wir berichteten).
Jeden Morgen hacken Mitarbeiter der Lebenshilfe mit Holzstangen eine drei bis vier Zentimeter dicke Eisschicht auf. Die Schollen türmen sich bereit auf einem großen Haufen unter der Brücke. "Es dauert etwa eine Stunde", sagt Praktikant Mike Schmidt. Am Tag sorgen die Enten dafür, dass der Teich nicht zufriert. "Die Wasservögel sind auf das tägliche Bad angewiesen", sagt Tierparkleiterin Silvia Berger. Die Vögel baden, putzen sich und fetten dabei ihr Federkleid ein. Es bleibt so Wasser abweisend und wärmt selbst bei strengem Frost.
Ferienkinder, die selbst mehr über die Arbeit der Tierpfleger erfahren wollen, haben dazu am Dienstag, 14. Februar, zwischen 10.00 und 12.00 Uhr, Gelegenheit. Für den Tag "Heute bin ich Tierpfleger" kann man sich unter Telefon (03594) 70 34 67 anmelden.
Trotzdem übernachten die Wasservögel nachts bei den Hühnern im Stall. Nur so sind sie vor dem Fuchs geschützt. Und wenn die Enten und Gänse tagsüber durch die Kälte flattern, verschaffen sich die Hühner beim Scharren im frischen Stroh Bewegung. Während sie nachts auf den Stangen über ihren "Untermietern" schlafen.
Ein trockener Stall ist für viele andere Bewohner des Tierparks in Bischofswerda enorm wichtig. Bei Ponys und Eseln wird deshalb jeden Tag gemistet. Für Ziegen, Meerschweinchen und Kaninchen behalten dagegen ihren Mist und bekommen täglich neues Stroh. "Der Mist wärmt die Tiere von unten", erklärt Silvia Berger. "Sonst müssten sie auf dem kalten Fußboden des Stalls sitzen." Geheizt wird schließlich nur bei einigen ganz empfindlichen Tieren.
Die großen Papageien stammen aus Südamerika. Weil sie sehr fleischige Krallen haben, die schnell erfrieren, dürfen sie bei Frost gar nicht ins Freie. Trotzdem kommen die Vogelfans auf ihre Kosten. Die ursprünglich in Australien beheimateten Wellensittiche fliegen auch bei zweistelligen Minusgraden durch die Voliere und zwitschern munter drauflos.
Nur durch die Scheibe zu sehen sind ebenfalls die kleinen Totenkopfäffchen und die größeren Bärenmakaken. Während die Bärenmakaken hauptsächlich vor Schnee geschützt durch das unbeheizte Vorgehege stürmen, dürfen die empfindlichen Totenkopfäffchen nicht nach draußen.
Damit sie sich trotzdem nicht langweilen, bereiten die Mitarbeiter des Bischofswerdaer Tierparks kleine Spiele vor. In Weidenäste werden Löcher gebohrt. Rosinen und Nüsse stopfen die im Tierpark arbeitenden Mitarbeiter der Lebenshilfe anschließend in diese Löcher. "Für die Tiere war es eine echte Überraschung für ihr Futter etwas mehr tun zu müssen", berichtet die Tierparkchefin. Für die größeren Affen wurden ähnliche Futterbeschäftigungen vorbereitet.
Die beiden Braunbären und auch die Waschbären lockt man dagegen mit Futter kaum hinter dem sprichwörtlichen warmen Ofen hervor. Bei den Waschbären, die im Sommer sehr lebendig durch das Gehege tollen, laufen alle Körperfunktionen auf Sparflamme.
Auch der zehnjährige Balu und seine Mutter Olympia halten Winterruhe und fressen nur ab und zu ein Leckerli. Im Außengehege sind sie deshalb nur selten zu sehen. Durch große Fenster können die Besucher die beiden in ihrer Schlafstube beobachten.
Und weil es auch sonst für die zehn Tierpfleger der Lebenshilfe und alle anderen Mitarbeiter im Tierpark wenig zu tun gibt, steht Weiterbildung und das Thema Futtermittelkunde auf dem Programm. Gezeigt wird, wie das Futter für die einzelnen Tiere in der Futterküche zubereitet wird, wie die Zutaten richtig gelagert werden und welche Mengen die einzelnen Tiere am Tag erhalten. Dieses Wissen können die Mitarbeiter später in ihrem Bereich umsetzen.
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