18.02.2012
GEISSMANNSDORF
Lausitzer auf Mission bei Indianern in Peru
KATRIN KUNIPATZ

Familie Friedemann hat ihre Heimat in Geißmannsdorf verlassen um für drei Jahre die Arbeit in einem Missionskrankenhaus in Peru zu unterstützten. Das Bild zeigt sie nach der Ankunft in Arequipa. | privat

Vor einem halben Jahr hat eine junge Familie ihre Heimat in Geißmannsdorf verlassen, um in einem Missionskrankenhaus in Peru zu arbeiten. "Wir wussten nicht allzu viel über Peru, außer Allgemeines über die Inkakultur", gesteht Michael Friedemann. Für die dreijährige Mission hätten sie sich ganz bewusst entschieden, aber auch mit dem Wissen, dass es Gottes Plan sei.
Sie das sind der 32-jährige Michael Friedemann seine 31-jährige Frau Annett und die beiden Töchter Lieselotte (4 Jahre) und Henriette (3 Jahre).

Info
www.friedas.wordpress.com
www.diospi-suyana.com

Vor gut einem halben Jahr haben die Vier den heimischen Hof in Geißmannsdorf verlassen und sind ins Flugzeug gestiegen. Ziel der Reise war Peru, genauer der Ort Curahuasi. 
Hier im Missionskrankenhaus "Diospi Suyana" wollen sie ganz praktisch den Leuten helfen, damit das Hospital reibungslos arbeiten kann und somit den Patienten geholfen wird. Gerade diese Hilfe ist in Curahuasi wichtig. In der Region um die südperuanische Stadt leben vorwiegend Quechua-Indianer – Nachfahren der Inkas – in großer Armut.
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Das im August 2007 nach zweijähriger Bauzeit eröffnete Krankenhaus bietet rund 750.000 Menschen der Region medizinische Hilfe. Initiiert hat das Projekt "Diospi Suyana" der gleichnamige 2002 in Thüringen gegründete Verein. Der Begriff "Diospi Suyana" entstammt der Quechua-Sprache und bedeutet: "Wir vertrauen auf Gott!" oder "Gott wartet auf Dich!"
Noch in Deutschland begann bei der Vereinigten Deutschen Missionshilfe die Vorbereitung. Lebenspraktisches und Tipps von anderen Missionaren gab es dort.

In Peru angekommen, verbrachten die Friedemanns die ersten vier Monate in Arequipa. "Es ist eine für Südamerika recht moderne Stadt", berichtet Michael Friedemann. Die Töchter besuchten dort einen peruanischen Kindergarten und lernten Spanisch aus erster Hand, während sich Annett und Michael in der Sprachschule die nötigen Grundlagen der Landessprache aneigneten. "Bis jetzt konnten wir uns immer irgendwie verständigen", ergänzt der 32-Jährige.

"Überrascht haben uns die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Leute in Peru", sagt der Geißmannsdorfer. Er übernahm im Februar die Leitung der Servicebereiche des Krankenhauses. Der Diplom-Agraringenieur ist somit für Küche, Wäscherei, Putzkolonne und die technische Betreuung des Krankenhauses sowie der Missionarsunterkünfte verantwortlich.

Annett Friedemann bleibt vorerst zu Hause. "Sie erwartet Ende März unser drittes Kind", verrät der werdende Vater. Später soll sie sich um Verwaltung, Service und die Betreuung der kleinen Patienten des Krankenhauses kümmern. In Curahuasi, wo sich das Krankenhaus "Diospi Suyana" befindet, lebt die Familie seit Weihnachten. Unbefestigte Straßen und einfache Häuser aus einem Lehmgemisch prägen das Bild. Wasser gibt es nur für einige Stunden am Tag.

"Um uns vor Krankheiten und Parasiten zu schützen, müssen wir es immer filtern", berichtet Michael Friedemann. Auch Strom gibt es nicht immer. Einkäufe erledigen Einheimische und Missionare in einer kleinen Markthalle mit einem sehr begrenzten Angebot. Manche Produkte gibt es nur in der zweieinhalb Autostunden entfernten Stadt Cuzco. "Bestimmt lebt es sich hier nicht leichter, aber einfacher als in Deutschland", schätzt er.

Den Lebensunterhalt in Peru bestreitet die Familie von Spenden, die der VDM verwaltet. "Unterstützt werden wir von Privatpersonen, Kirchgemeinden und Firmen – materiell und im Gebet", erklärt Michael Friedemann. Und doch fehlen den vier Sachsen vor allem Familie und Freunde. Zum Glück machen es E-Mail und Skype leicht, den Kontakt zu halten. Bei anderen Dingen, wie deutschem Vanillepudding, hilft nur ein Care-Paket aus Deutschland, lacht der Familienvater.

Dafür gibt es in Peru viel Obst und Gemüse – verhungern müssten sie also nicht. Und noch etwas lernen die Lausitzer von den Menschen in Curahuasi: "Hier lässt man sich nicht so leicht hetzen und genießt die gemeinsame Zeit mit der Familie", erklärt Michael Friedemann. Als Missionar will er den Menschen in Curahuasi mit Respekt gegenübertreten und ihnen so Gottes Liebe zu den Menschen näher bringen. "Sie sollen sehen, dass sich andere Menschen um sie sorgen, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen", erklärt Michael Friedemann.

Wie wichtig dies ist, mussten Annett und Michael Friedemann erst kürzlich erleben: Ein Taxifahrer zog sich bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen zu. Im Hospital "Diospi Suyana" wurde er stabilisiert und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Cuzco gefahren. Weil man dort bezweifelte, dass seine Versicherung die Behandlungskosten übernimmt, wurde er nicht operiert und starb an seinen Verletzungen.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

So richtig verstehe ich deine Aufregung nicht!

Der geschilderte Fall ist doch nicht unüblich
in einer freien Marktwirtschaft. Wenn du die
Medien verfolgen würdest. Würdest du
wissen, dass das in jedem Land so
gehandhabt wird. Auch in
Deutschland.

Auch wurde schon oft über diesbezügliche
Todesfälle in Deutschland berichtet.

Allerdings wird dies oft etwas kaschiert. Erst wird
nach der Krankenversicherung gefragt. Und
wenn er keine hat. Dann wird mitgeteilt,
dass das Krankenhaus für so eine
Operation nicht ausgestattet ist.

In Deutschland wurde sogar schon Kinder
bei Nacht und Kälte aus der Bahn ge-
worfen, weil sie kein Geld für die
Fahrkarte hatten. Eine spätere
Bezahlung des Fahrpreises
wurde ihnen nicht
gestattet.

Wir leben nunmal in einer Geldgesellschaft
und nicht in einer Humangesellschaft.

Und wenn die Verantwortlichen im Krankenhaus
bzw. in der Bahn anders gehandelt hätten, dann
wären sie sicher von den Betreibern dieser
Institutionen entlassen wodern.

Du solltest dir mal die Medaillien
von beiden Seiten ansehen.

Und nun zu deiner Prognose, dass Klitschko seinen
Gegner spätestens in der 8. Runde umhaut!
War wohl nichts!?!

Klitschko ist 12 Runden lang nur rückwärts gegangen
und wenn er nicht den WM-Bonus bekommen hätte,
dann hätte er den Kampf auch noch verloren.

Arbeiten da in dem Krankenhaus Ärzte oder Schlächter ? Krimineller geht es ja gar nicht mehr.Hoffentlich kommen diese "Ärzte"vor Gericht und anschließend gleich ins Gefängnis für den Rest ihres Lebens inklusive Aberkennung der Aprobation sofort,falls die über diese überhaupt verfügen,was ich mir zwar vorstellen kann,dies aber nur sehr schwer.Denn sowas hört und sieht man eigentlich nur in Horrorfilmen,was die Familie Friedmann hier berichtet.Dort scheint das aber Normalität zu sein.Wer sowas macht,darf auf jeden Fall nicht als Mediziner/-in tätig sein.Da sollte der Staat Peru was unternehmen,aber schnell.Sonst gibts auch noch andere Opfer.Kann ja jedem passieren,das man statt an einen Doktor an einen Metzger gerät.Echt grauenvoll für den armen Taxifahrer..


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