28.10.2011
GÖRLITZ
Görlitzer Meridian ist jetzt mit blauer Farbe markiert
REDAKTION

Scrabble für Erwachsene: Arbeiter legten die aus Kunststoff zugeschnittenen Buchstaben, bevor sie in den Asphalt eingebrannt wurden.
Scrabble für Erwachsene: Arbeiter legten die aus Kunststoff zugeschnittenen Buchstaben, bevor sie in den Asphalt eingebrannt wurden.
Die Stadt Görlitz hat eine neue Attraktion: Seit Dienstag verweist ein blaues Band mit Inschrift kurz vor der Stadtbrücke auf den hier entlangführenden 15. Meridian. Nach dieser fiktiven geographischen Linie richtet sich die Mitteleuropäische Zeit, die in den meisten europäischen sowie zahlreichen afrikanischen Ländern gilt.

Ausgangspunkt der Aktivitäten war eine Anregung des Görlitzer Stadtrates Günther Friedrich (Bürger für Görlitz) gewesen, der darauf hinwies, dass es sich beim 15. Meridian um "ein Pfund" handele, mit dem man "viel mehr wuchern" müsse.
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Bislang wies lediglich der 1961 Meridianstein, eine die Erdkugel symbolisierende Steinskulptur in der Nähe der Stadthalle, auf diese Görlitzer Besonderheit hin, die sie mit keiner anderen deutschen Stadt teilt. Günther Friedrich betont, dass die Mitteleuropäische Zeit in den Jahren nach ihrer Einführung als "Görlitzer Zeit" bezeichnet wurde. Diese Bezeichnung verwendete auch das Reichsgesetzblatt Nummer 7 aus dem Jahre 1893, das die Einführung der Mitteleuropäischen Einheitszeit im Deutschen Reich festlegte.

Der Meridianstein, der bisher allein für den 15. Meridian warb, präsentiert sich schon recht verwittert.

Interessierte Besucher finden auf einer am Straßengeländer angebrachten Tafel diese und weitere Informationen über die Entwicklung der Zeitmessung im Allgemeinen und die "Görlitzer Zeit" im Speziellen. Die Kosten belaufen sich auf circa 3.000 Euro.

Der Initiator der Meridian-Markierung, Stadtrat Günther Friedrich, konnte aus persönlichen Gründen nicht an der kleinen Einweihungs"zeremonie" teilnehmen.


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