Süß und herzhaft haben sie es auf die Spitze getrieben und am Ende war die Jury satt und zufrieden. Beim Wettbewerb "Görlitz sucht das Eck-Gebäck" trafen sich im "Hotel Am Goldenen Strauss" acht ausgewählte Feinschmecker, um die eingereichten 20 Kreationen zu kosten.
Je zehn süße und pikante Plundern, Schnitten, Kekse, Fladen, Taschen und Häppchen wetteiferten um die Gunst der Geschmacksnerven. Aus der leckeren Konkurrenz ragten schließlich zwei hervor: Die "Knusperecke" von Gudrun Schubert aus Königshain überzeugte durch ihr Gaumenerlebnis. "Was ein wenig aussieht, wie eine handelsübliche Nussecke, entwickelt auf der Zunge viele leckere Nuancen", kommentierte Hotelchef Roland Marth. Beim Ecken-Snack, der pikanten Schwester des Eck-Gebäcks, entschied die Mehrheit zugunsten der "Görlitzer Ecke", einem Plundergebäck aus der Backstube von Michael Tschirch.
Die anonyme Wertung offenbarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Profis und Amateuren, selbst wenn letztlich die Spitzenpreise von zwei Berufskünstlern errungen wurden. Adrian Hille, Gymnasiast und jüngster Gourmet im Kreis bekannte: "Erbsenprinzessin und Gröstl waren meine Entdeckungen, aber manche Kreation richtet sich stärker an Kenner." Cruz Albrecht lobte die liebevollen und phantasievollen Präsentationen und Anemone Müller-Großmann zeigte sich überrascht über die Vielfalt der Ecken: "Nicht alle sind eckig, aber das ließe sich noch formen." So wurde das "Eselsohr", gebacken im Tierpark Görlitz, für feinen Geschmack und Hintersinn mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Das "Gröstl" (Dimitar Stoykow jr.) bewog die Jury noch einmal spontan in die eigene Geldbörse zu greifen und für einen weiteren Sonderpreis zusammenzulegen. Hätte es einen Fleiß-Preis gegeben, wäre wohl Elisabeth Hemker geehrt worden. Die Rentnerin sandte ein ganzes Tablett von Köstlichkeiten ein. "Außerhalb der Wertung," meinte sie vorab, "ich kann mich nicht entscheiden."
Die Jury hat sich entschieden. Die Sieger dürfen sich jeweils über 200 Euro freuen. Zur einen oder anderen Veranstaltung beim Projekt "Entdecke die Ecke!" könnte dann die Serienfertigung starten. Immerhin soll, wenn es nach den Organisatoren geht, das Görlitzer Eck-Gebäck die Straßen und Plätze der Stadt erobern. Ob Workshops, Feten, Filme oder Feste… Die prämierten L’Eckerlis sollen das Projekt begleiten. Schmackhaft zeugen sie von Geselligkeit und lokalem Einfallsreichtum.
Alle Teilnehmer und Preisträger werden benachrichtigt und demnächst veröffentlicht im Internet.
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