"So sehen Sieger aus", jubelten die Fans auf der Tribüne in der Jahn-Sporthalle in Görlitz am vergangenen Samstag zu später Stunde. Der FSV Empor Löbau ist nach einem 5:4-Erfolg nach Neunmeterschießen gegen die zweite Mannschaft des NFV Gelb-Weiß Görlitz Hallenkreismeister des Fußballverbandes Oberlausitz e.V.. Steffen Linke, unterhielt sich nach dem Erfolg mit Trainer Dietmar Christoph.
Das spannende Finale ist erst im Neunmeterschießen entschieden worden. Wie sehr haben Sie auf der Bank mitgefiebert und Nerven gelassen? Oder sind Sie aufgrund der vielen Jahre als Trainer so abgebrüht, dass Sie solche Spiele nicht mehr aus der Ruhe bringen? Dietmar Christoph: Ich habe die Hallenkreismeisterschaften ganz normal erlebt – mal etwas mehr und mal etwas weniger emotional. Das hielt sich aber insgesamt in Grenzen. Schlimmer ist es bei den Punktspielen, wenn wir unsere Chancen nicht nutzen.
Was bedeutet Ihnen dieser Titel auf dem Hallenparkett vom sportlichen Stellenwert her? Dietmar Christoph: Es war ein sehr gut organisiertes Turnier. Für uns war es eine gute Vorbereitung. Den Spielern hat es Spaß gemacht. Der Erfolg gibt uns sicher Selbstbewusstsein für die Rückrunde.
Hat die Mannschaft danach noch ein bisschen gefeiert?Dietmar Christoph: Ich selbst bin von Görlitz nach Hause nach Zittau gefahren. Die Spieler haben aber bestimmt noch in Löbau ein bisschen zusammengesessen und ein Bierchen getrunken.
Kann dieser Titel auf dem Hallenparkett auch ein bisschen Schwung für die zweite Halbserie bringen? Dietmar Christoph: Das hoffe ich. Wir haben bei diesen Hallenkreismeisterschaften auf jeden Fall eins erkannt: Wenn wir zusammenhalten und einer für den anderen ein paar Meter läuft, können wir den Favoriten in der Kreisoberliga durchaus ein ,Bein stellen‘ – auch in der Meisterschaft.
Der FSV Empor Löbau steht mit 24 Punkten und 29:21 Toren auf Platz fünf in der Tabelle der Meisterschaft. Was ist in der zweiten Halbserie noch drin? Dietmar Christoph: Wir wollen so wie bisher weiter mitmischen. Da sich Eintracht Niesky extrem verstärkt und der VfB Zittau gegen uns den spielerisch besten Eindruck hinterlassen hat, werden wir an diese zwei Mannschaften wohl nicht herankommen.
So mancher Löbauer Fußballfan soll die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, dass die Mannschaft vielleicht mal wieder in die Bezirksliga aufsteigt? Wie sehen Sie da die Chancen in der Perspektive?Dietmar Christoph: Ich will schon noch einmal aufsteigen. Momentan sind wir dafür aber noch nicht ausgeglichen genug besetzt. Wir brauchen einen älteren, erfahrenen Spieler auf einer der zentralen Positionen wie zum Beispiel als Libero oder im Mittelfeld, der die jungen ,Kerle an die Leine‘ nimmt und ihnen, wenn es sein muss, auch mal gewaltig in den Hintern tritt.
Haben Sie diesen Wunsch schon mal Ihrem Präsidenten Peter Lindenlaub vorgetragen? Dietmar Christoph: Das habe ich getan. Wir haben aber bis jetzt keinen solchen Spieler gefunden.
Sie sind jetzt 63 Jahre. Wie lange wollen Sie denn noch als Trainer arbeiten? Dietmar Christoph: Solange wie es mir Spaß macht.
Was macht Ihnen denn nach so vielen Jahren im "Geschäft" noch Spaß daran?Dietmar Christoph: Ich arbeite gern mit jungen Menschen. Das reißt mich gewaltig mit und hält mich auch selber jung.
Haben Sie sich denn als Trainer im Laufe der Zeit verändert?
Dietmar Christoph: Ich bin gelassener geworden. Natürlich ärgere ich mich bei Niederlagen nach wie vor. In der Fußball-Bundesliga vergeben aber auch gut bezahlte Spieler genauso ihre Chancen.
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