Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Samendarre Laußnitz ist 
seit 25 Jahren Museum

Samendarre Laußnitz ist 
seit 25 Jahren Museum

Mit dem Rechen mussten die Zapfen auf der Horde ständig bewegt werden, so wie es Wolfgang Keilig hier demonstriert. Foto: Archiv

Laußnitz. Am 7. Oktober 2000, also vor fast genau 25 Jahren, öffnete die Samendarre in Laußnitz erstmals ihre Türen für Besucher. Dem voran gegangen waren umfangreiche Restaurierungsarbeiten am Gebäude und an der Hordenanlage, die ab 1998 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) erfolgten. Bereits 1997 hatte die Gemeinde Laußnitz die forstwirtschaftliche Anlage vom Liegenschaftsamt Bautzen übernommen, wie aus einer anlässlich des zehnjährigen Jubiläums 2010 von Eberhard Barth verfassten Festschrift hervorgeht. 

Die Geschichte der Samendarre reicht freilich viel weiter zurück – nämlich bis in das Jahr 1822. Zuvor war an den sächsischen König der Antrag ergangen, eine Anlage zur Gewinnung von Samen zu errichten. Wie Eberhard Barth – selbst langjähriger Leiter des Forstamtes Laußnitz – schreibt, befanden sich die königlich-sächsischen Wälder damals in einem „äußerst schlechten Zustand.“ Heinrich Cotta und andere verantwortungsvolle Forstleute lenkten das Augenmerk auf die Notwendigkeit, den Zustand des Waldes durch Aufforstungen zu verbessern. Dazu bedurfte es großer Menge von Saatgut, die unter anderem in der Samendarre Laußnitz gewonnen werden sollten. „Alle sächsischen Forstämter lieferten nunmehr ihre geernteten Zapfen an die Samendarre nach Laußnitz und erhielten herkunftsgerecht das dort gewonnene Saatgut zurück“, schreibt Eberhard Barth. Und weiter: „1958 endete nach 135 Jahren der Darrbetrieb. In Folge verfiel eine der zwei Hordenanlagen vollständig, die andere blieb zum Teil erhalten.“

Heute informiert die Samendarre Laußnitz als Technisches Museum nicht nur über die frühere Arbeit der Anlage, sondern auch (unter anderem) über die Geschichte des Dorfes und der Laußnitzer Heide, über die Tier- und Pflanzenwelt und über die Waldarbeit in dem weitläufigen Forstgebiet. Auch Modelle des Kammergutes und des Jagdschlosses Laußnitz sind hier ausgestellt. Betrieben wird sie von einer Interessengemeinschaft, die sich um die museologische Arbeit kümmert, während der Gemeinde Laußnitz als Eigentümerin die bauliche Instandhaltung obliegt.

Redaktion / 14.10.2025

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel