24.04.2012
BAUTZEN
1. Mai: Bautzener rufen zum Widerstand gegen Rechts auf
MONIKA LENZ

Im vorigen Jahr Rechte mit Masken, in diesem will die NPD ganz offen kommen. Die Bautzener wollen sich wehren. | Archiv

Vor einem Jahr hatten sie sich schon einmal den 1. Mai ausgesucht. Damals marschierten die Rechten mit Fackeln durch die leere Stadt. Denn Bautzen feierte Walpurgisnacht.

Kaum jemand nahm Notiz von den etwa 400 Maskierten, die das ganze später im Internet als Spontandemo bezeichneten. Die wenigen, die den Aufmarsch zufällig mitbekamen, bezeichneten ihn als gespenstisch. Die Polizei hatte noch relativ schnell ein paar Streifenwagen zum Ort des Geschehens geschickt und zumindest noch den Rest des Marsches verfolgen können.
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Buntes Netz gegen braune Strippenzieher
Zeugen zufolge waren die Demonstranten sehr schnell geflüchtet, als die paar Streifenwagen, die am schnellsten vor Ort gewesen waren, Verstärkung erhielten. 50 Beamte waren der Polizei zufolge im Einsatz. Später feierten sich die Rechten im Internet, verbreiteten ein martialisches Video.

In diesem Jahr ist alles anders. Ganz offiziell hat die NPD für 13.00 Uhr eine Demonstration in Bautzen angemeldet. Motto: "Wir arbeiten - Brüssel kassiert: Raus aus dem Euro!" Auf der NPD-Homepage heißt es dazu: "Wir dürfen diesen Tag nicht den EU-hörigen Linksparteien und ihrem Wurmfortsatz DGB überlassen, sondern müssen Flagge zeigen für deutsche Arbeitnehmerinteressen!" Angekündigt hat sich die Lokalprominenz der NPD. NPD-Parteichef Holger Apfel wird da sein, ebenso die Landeschefs der Partei Mario Löffler und Maik Scheffler.

Link zum Thema
http://www.bautzen.de/default.asp?iid=909&mid=0&uid=0
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Eine zusätzliche Veranstaltung im Land, die innerhalb der Szene für Verwirrung sorgt. Einige Rechte kritisieren, dass am gleichen Tag auch Demonstrationen in Hof und Weimar angemeldet wurden und damit die "eigene Schlagkraft" geschwächt werde. Ein User namens "Frei Geboren" schreibt dazu bei Facebook: "Ich finde das ziemlich blöd, denn so zerstreuen sich die Kameraden und auf jeder Veranstaltung finden sich nur wenige ein...".

Dass diesmal eine offizielle Demo in Bautzen geplant ist, könnte auch eine Reaktion auf die Aktion vor einem Jahr sein. Denn auch unter den Rechten selbst werden Kämpfe ausgefochten, wie ein ehemaliges NPD-Mitglied gegenüber dem Oberlausitzer Kurier erklärte.

Die "Politischen" sitzen demnach gepflegt beim Wein und schauen auf die Bier saufenden Straßenkämpfer herab. "Kroppzeug ist noch das netteste, was sie sagen", erzählt er, der sich selbst Ralf nennt.

Dass sie die Konzentrationslager, sobald sie an der Macht seien, zuallererst für dieses Kroppzeug aufbauen würden und dann erst für die politischen Gegner, das sei schon lange ausgemacht. Aber noch würden sie gebraucht. "Das sind die Schlägertypen, die müssen die Drecksarbeit machen", meint Ralf.

Querelen, die den Widerstand gegen die Demo leichter machen dürften. Nicht nur der DGB Ostsachsen ruft seine Mitglieder auf, Flagge gegen Rechts zu zeigen. 

Auch der "Trägerverbunt" und einige Parteien wollen protestieren. Oberbürgermeister Christian Schramm hat die Bautzener aufgerufen, am Familienfest 10.00 Uhr auf dem Kornmarkt teilzunehmen. Den Aufmarsch der Rechten "werden wir in Bautzen nicht unwidersprochen hinnehmen", so Schramm.

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