Das fünfjährige Mädchen, das vor einer Woche bewusstlos im Nichtschwimmerbecken des Röhrscheidtbades in Bautzen gefunden worden war, ist wahrscheinlich ertrunken. Das ist das vorläufige Ergebnis der Obduktion.
"Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine andere Todesursache", sagt Christopher Gerhardi, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bautzen. Das Mädchen war von einer Schwimmlehrerin entdeckt worden, als es reglos im Wasser trieb. Die Frau leitete Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Ein Notarzt konnte das Mädchen reanimieren. Anschließend wurde es per Rettungshubschrauber in die Uniklinik Dresden geflogen. Dort starb es am Sonntag.
Das Mädchen, das aus der näheren Umgebung von Bautzen stammt, hatte an einem privaten Schwimmunterricht teilgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. "Der Anfangsverdacht richtet sich natürlich vor allem gegen die Verantwortlichen der Schwimmschule", so Gerhardi. Allerdings ermittle man völlig ergebnisoffen. Bevor ein endgültiges Obduktionsergebnis vorliege könne man ohnehin nicht viel sagen.
"Zuvor müssen noch feingewebliche Untersuchungen gemacht werden, um die Todesursache zweifelsfrei festzustellen", so Gerhardi. Vor Ende Juni oder Anfang Juli rechnet er nicht damit.
Die Befragung der zahlreichen Zeugen, auch der anderen Kinder, werde zudem einige Zeit dauern. "Wir werden ein Mitverschulden anderer prüfen, auch mögliche Versäumnisse des Badbetreibers müssen untersucht werden", sagt der Staatsanwalt. Bevor man klarere Aussagen treffen könne, würden möglicherweise Monate ins Land gehen.
Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm warnte bereits vor verfrühten Schuldzuweisungen: "Solange die Staatsanwaltschaft ermittelt, rate ich ausdrücklich von jeder Form der Spekulation ab". Zugleich zeigte er sich betroffen von dem Unglück und drückte den Eltern sein Beileid aus. "Meine Gedanken sind bei den Eltern und Angehörigen, die jetzt unglaublich schwere Stunden durchleben. Es ist ein unsagbarer Verlust, für den ich keine passenden Worte finde."
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