10.05.2012
GÖRLITZ
Görlitzer Stadthalle wird in abgespeckter Form saniert
UWE MENSCHNER

Für die seit langem ersehnte Sanierung der Görlitzer Stadthalle ist eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen worden. | Uwe Menschner

Die Görlitzer Stadthalle wird jetzt doch in einer "abgespeckten" Variante saniert. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung, einen entsprechenden Planungsauftrag zu erteilen, zugestimmt. Diese soll einen Kostenumfang von 23,9 Millionen Euro haben, wozu die Stadt Görlitz selbst einen Eigenanteil von 6 Millionen Euro beisteuern muss.

"Bereits im Oktober 2011 fassten wir hier einen Beschluss über eine Sanierungsvariante, die 21,4 Millionen Euro kosten sollte", erinnerte Bürgermeister Michael Wieler (parteilos) die Stadträte. Dabei sollte es sich lediglich um den ersten von zwei Bauabschnitten handeln. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Aufteilung des Bauvorhabens in mehrere Abschnitte nicht sinnvoll sei. Stattdessen wurde die Sanierung "in einem Ruck" mit einem Kostenvolumen von 42 Millionen Euro (davon 14 Millionen Euro städtischer Eigenanteil) empfohlen.
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"Die nachfolgenden Prüfungen haben ergeben, dass ein solches Projekt weder finanziell noch zeitlich realistisch ist", so Michael Wieler. Finanziell nicht, da die Stadt "selbst beim Zusammenkratzen aller Rücklagen" keine 14 Millionen Euro zur Verfügung habe; zeitlich, da die Förderbedingungen einen Bauabschluss im Jahre 2014 erforderlich machen: "Deshalb mussten wir wieder auf ein Projekt zurückgehen, das dem ursprünglichen 1. Bauabschnitt recht nahe kommt."

Die damit einhergehenden Abstriche, so räumt Wieler ein, schränken die Nutzbarkeit der sanierten Stadthalle ein. So werden keine Veranstaltungen mit aufwändigem Bühnenbild möglich sein. Die Belüftungsanlage ist für eine Besucherzahl von 800 ausgelegt, "bei größeren Zahlen gibt es Abstriche bei der Luftqualität." Auf den ursprünglich geplanten Erweiterungsbau, der Sanitärräume und Garderoben beherbergen sollte, wird ebenso verzichtet wie auf Hubpodien für die Bühne, was "Einschränkungen bei der Flexibilität und Variabilität mit sich bringt."

Für die Stadtratsfraktion der Linken erfüllt das neue Projekt die Vorgabe, ein "Haus für hochwertige und überregional bedeutsame Veranstaltungen" zu schaffen, nicht mehr. "Der Zusatznutzen gegenüber dem jetzigen Veranstaltungsangebot in der Stadt Görlitz ist nur noch minimal und rechtfertigt den Aufwand nicht", so der Fraktionsvorsitzende Thorsten Ahrens. 

Zudem sei noch immer die Frage der Betreiberkosten, die nach der Sanierung auf die Stadt zukommen, nicht endgültig geklärt. "Es wird, wie wir schon immer gewarnt haben, zu Abstrichen bei den freiwilligen Leistungen, insbesondere in der Kultur- und Jugendarbeit, kommen", so Ahrens.

"Das aktuelle Projekt stellt hinsichtlich der Nutzbarkeit eine Verschlechterung gegenüber der vorherigen Variante dar", räumt Bürgermeister Wieler ein. "Gegenüber dem Zustand der Stadthalle vor der Schließung ist er aber immer noch ein riesiger Fortschritt. Es werden Veranstaltungen mit hochkarätigen Künstlern und überregionaler Zugkraft möglich sein, auch wenn man vielleicht bei der Beleuchtung und bei bestimmten Effekten Abstriche machen muss."

Die Mehrheit der Stadträte schloss sich dieser Argumentation an und stimmte für den geänderten Planungsauftrag. Erst wenn dessen Ergebnis vom Stadtrat gebilligt wird, kann der Bau tatsächlich beginnen.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Wer heute in die Zukunft schaut und auf bessere Zeiten hofft, ist kein Optimist sondern ein Blinder.

Zum abreissen zu Schade, das ist schliesslich ein Kulturdenkmal, zum stehenlassen zu teuer. Konservieren und auf bessere Zeiten warten, die 24 Millionen "in den Wind zu blasen" ist Verschwendung der knapp bemessenen Görlitzer Mittel, da hat Marcel Recht.

MfG Frabi

Keine Veranstaltungen mit aufwändigem Bühnenbild, Abstriche bei der Luftqualität, kein Erweiterungsbau für Garderoben und Sanitäranlagen, keine Hubpodien auf der Bühne = eingeschränkte Flexibilität, Abstriche bei der Beleuchtung und bestimmten Effekten!

Ich frag mich ernsthaft welche "hochkarätigen Künstler" unter diesen Umständen nach Görlitz gelockt werden sollen? Wofür fast 24 Millionen Euro dafür ausgeben? Das ist doch nichts Halbes und nichts Ganzes!? Reisst die Bude ab und steckt die Millionen in die Sanierung der Schulen denn da wird das Geld dringend benötigt!


Digitale Ausgabe 01. November 2014

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