25.05.2012
GÖRLITZ
Wie weiter mit dem Citymanagement?

In Kürze sind zweieinhalb Jahre Citymanagement vorbei. Noch ist ungewiss, ob weiter Fördermittel für die Stelle fließen. "Niederschlesischer Kurier"-Redakteur Frank-Uwe Michel unterhielt sich zu Ergebnissen ihrer Arbeit für den Handel in der Görlitzer Innenstadt mit Citymanagerin Katrin Schulze.

Kurz vor dem Ende des auf zweieinhalb Jahre befristeten Citymanagements: Wie fällt Ihr eigener Rückblick auf die vergangenen Monate aus?
Katrin Schulze: Rückblickend konnten wir den Dialog zwischen den Gewerbetreibenden und der Stadtverwaltung deutlich verbessern. War es am Anfang doch sehr mühselig die Gewerbetreibenden zu überzeugen, das Citymanagement als Moderator zwischen Wirtschaft und Stadt zu nutzen, greifen mittlerweile einige Gewerbetreibende auf diese Schnittstelle zurück. Gewisse Wege haben sich vereinfacht, kleine Probleme können schnell gelöst werden. Es ist uns gelungen ein Netzwerk aufzubauen, von dem Gewerbetreibende, Stadtverwaltung und andere Akteure partizipieren.

Was hätten Sie gern noch in Angriff genommen, weil es unbedingt nötig wäre, gelöst zu werden?
Katrin Schulze: Gern hätte ich noch die Möglichkeit genutzt, die Gestaltung des Innenstadtbereiches, zum Beispiel mit zusätzlichen Grünpflanzen, Sitzgelegenheiten und ähnlichen Dingen in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Gewerbetreibenden zu verbessern. Aufgrund der vielen Baustellen, die auf jeden Fall auch noch in diesem Jahr die Innenstadt dominieren, war es mir bis jetzt aber noch nicht möglich ein umfassendes Konzept zu erarbeiten. Ich bin jedoch optimistisch, das erste Ideen nach Abschluss der Bauarbeiten umgesetzt werden können.
ANZEIGE



Als zweiten Punkt hätte ich gern auch die Außendarstellung der Innenstadt, unter anderem einheitliche Öffnungszeiten und Versorgungsstruktur, besser gefestigt. Wir stehen hier erst am Anfang, wie eben mit der Einführung einheitlicher Öffnungszeiten.  Es braucht leider seine Zeit, bis auswärtige Kunden Görlitz als Einkaufsstadt wahrnehmen.

Wie konnten Sie konzeptionell die Situation des Handels in der Innenstadt in den vergangenen zweieinhalb Jahren verbessern?
Schulze: Neben der Verbesserung der Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und den Gewerbetreibenden lag der Schwerpunkt meiner Arbeit vor allem in der konzeptionellen Entwicklung eines geeigneten Marketings für die Innenstadt. Da hier insbesondere der Handel dominiert, beziehen sich diese Maßnahmen vorwiegend auf Bewerbung und Organisation von Verkaufsveranstaltungen. So konnte schon 2010 das Lichterglanzfest eingeführt werden. Ein großer Erfolg, der dieses Jahr schon zum dritten Mal stattfindet. Uns ist es in gemeinsamer Arbeit gelungen nicht nur Kunden aus der eigenen Stadt, sondern vor allem auch aus dem Umland anzusprechen.Wie sind die Görlitzer Händler und Gewerbetreibenden in der City Ihrer Meinung nach generell aufgestellt? Wie stellt sich die Situation des Handels für die Kunden dar?
Katrin Schulze: Mit unserer Analyse der BBE Handelsberatung GmbH zu Beginn des Citymanagement-Projektes haben wir gezeigt, dass sowohl der Branchenmix als auch die Sortimentstiefe in der Innenstadt sehr ordentlich ist. Leider wurde ein einheitliches Auftreten des Handels gegenüber dem Kunden vermisst. Genau an diesem Punkt hat das Citymanagement angesetzt. Natürlich kann Görlitz nicht mit Einkaufstempeln in Großstädten konkurrieren. Das ist auch nicht das Ziel. Görlitz punktet aufgrund seiner Kleinteiligkeit im Handel, seinem Ambiente und seiner kompakten Innenstadt. Dies zu verbinden ist der Schlüssel und Aufgabe aller Beteiligten.

Welchen Eindruck haben Sie über die Akzeptanz der Händler an Ihrer Arbeit?
Katrin Schulze: Ich kann mich noch gut an die ersten Tage als Citymanagerin erinnern. Nach einem kurzem Statement in der Zeitung gab es hier und da seitens der Gewerbetreibenden doch eher pessimistische Ansichten zum Citymanagement. Man wusste mit dem Begriff nichts anzufangen und hat sicherlich auch nicht sofort verstanden, welches Ziel es verfolgt. Nach vielen persönlichen Gesprächen merke ich aber zunehmend die Akzeptanz. Einige Gewerbetreibenden habe ich auch persönlich sehr ins Herz geschlossen.

Wäre es aus Ihrer Sicht notwendig, das Citymanagement weiterzuführen? Warum und mit welchen Perspektiven?
Katrin Schulze: Auf jeden Fall. Nicht nur, um weiter als Citymanagerin tätig sein zu können, sondern in erster Linie um die begonnen Projekte zu festigen. Darüber hinaus gibt es noch so viele Problemfelder, die in der Kürze der Zeit nicht einmal ansatzweise bearbeitet werden konnten. Zum Beispiel die Leestandsproblematik auf der oberen Berliner Straße. Ein Konzept für ein Leerstandsmanagement liegt schon vor, leider war es mir noch nicht möglich, dass mit geeigneten Partnern umzusetzen.

Wie stehen die Chancen, auch weiterhin Gelder für diese Position zu bekommen? Gibt es Ideen, außer den bekannten Fördertöpfen auch andere Quellen "anzuzapfen"?
Schulze: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die Stadtverwaltung und der Aktionsring Görlitz prüfen derzeit Finanzierungsmöglichkeiten sowohl durch neue "Fördertöpfe" als auch durch die Angliederung des Citymanagements an schon bestehende Strukturen. Wünschenswert wäre natürlich eine gemeinsame Finanzierung durch die Stadt Görlitz und die Gewerbetreibenden vor Ort. So würde das Citymanagement als neutrale Schnittstelle fungieren und alle beteiligten Akteure wären direkt daran beteiligt. Ein Modell, was in einigen ostdeutschen Städten schon umgesetzt ist.


Digitale Ausgabe 25. Oktober 2014

Wetter

Für die Wettervorschau benötigen Sie den freien Adoble Flash Player, den Sie hier laden können.

Meistgeklickt


Jetzt beginnt wieder die fünfte Jahreszeit!
Am 7. und 8. November startet der Rietschener Karnevals Club in seine 60. Saison! Dieses Mal steht das ausgelassene Treiben  unter dem Thema ... mehr

Singen mit den Ural-Kosaken
Gemeinsam mit dem Männerchor Großdrebnitz und dem Chor "2000" Schmölln wird der Ural-Kosaken-Chor am 2. November in der Kirche Großdrebnitz zu erleben... mehr

Schlittenhunde an der Bockwindmühle
Der Schlittenhundesportverein Sachsen kommt am Samstag, 25. Oktober, und am Sonntag, 26. Oktober,  zu seinem traditionellen Herbsttreffen an der... mehr

Zehn Tage pro Jahr für Familienpflege
In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Seniorin plant Speed-Dating für einsame Singles über 60
Eine Bautzenerin will etwas gegen die Einsamkeit der Senioren unternehmen und ein Speed-Dating für Menschen über 60 ins Leben rufen. Marie Bauch – auf... mehr

Linker bald Regierungschef?
mit 8 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Seniorin plant Speed-Dating für einsame Singles über 60
mit 7 Kommentaren

Eine Bautzenerin will etwas gegen die Einsamkeit der Senioren unternehmen und ein Speed-Dating für Menschen über 60 ins Leben rufen. Marie Bauch – auf... mehr

Zehn Tage pro Jahr für Familienpflege
mit 5 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Wandbehänge wie Tag und Nacht
mit 1 Kommentar

Voller Stolz können die Oberlausitzer Patchworkfrauen am Wochenende, Samstag 18. Oktober, und Sonntag, 19. Oktober, jeweils von 13.00  bis 18.00 Uhr... mehr

Größter Wunsch: Fahrzeug für Ausflüge mit Marie
mit 65 Kommentaren

Die Familie möchte mit der schwerstkranken Marie mehr Ausflüge machen und braucht dafür Hilfe. Ideal wäre ein Fahrzeug... mehr


Anzeige
Neue Kommentare
um 18:11 von Gertraud Richter in
Seniorin plant Speed-Dating für einsame...

um 17:31 von Bernd in
War die DDR ein Unrechtsstaat?

um 14:07 von Lars in
War die DDR ein Unrechtsstaat?

um 13:59 von Erhard in
War die DDR ein Unrechtsstaat?

um 13:51 von Bernd in
Linker bald Regierungschef?
Webcam Görlitz

Polizeimeldungen

Zittau, Chopinstraße:
Wer kennt diese Schmuckstücke? Polizei sucht Eigentümer und Zeugen!
Bereits im Frühjahr hatten Polizeibeamte auf der Zittauer Chopinstraße einen polnischen Staatsangehörigen kontrolliert. Der Mann hatte verschiedene

Görlitz, B 6, Höhe Wiesbadener Straße:
Cowboys mit Blaulicht
Am Mittwochmittag erreichte die Polizei in Görlitz ein Notruf mit der Meldung, dass mitten am Tag auf der Bundesstraße 6 eine Kuh umherläuft. Ein

Bautzen, OT Niederkaina, Purschwitzer Straße:
Geschwindigkeitskontrolle
Beamte des Verkehrsüberwachungsdienstes Bautzen führten am Mittwochnachtmittag in der Purschwitzer Straße in Niederkaina eine

Großdubrau, OT Särchen, Dorfstraße:
Dieseldiebstahl
In der Nacht zum Mittwoch waren Diebe in Särchen zu Gange. Die bislang Unbekannten verschafften sich gewaltsam Zugang zu einem Betriebsgelände an der

Neukirch, OT Gottschdorf, Ortsverbindung Gottschdorf-Neukirch:
Verkehrsbeeinträchtigungen durch Lkw-Unfall
Am Mittwochabend verunglückte auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Gottschdorf und Neukirch ein tschechischer Lkw DAF mit Auflieger. Der 32-jährige


Anzeige
Web 2.0
Folge uns bei