04.08.2012
LANDKREIS GÖRLITZ
Wölfe gehen verstärkt auf die Pirsch
REDAKTION

Jetzt ist Welpenzeit – die Wölfe gehen wieder verstärkt auf die Pirsch. | Foto: Wildbiologisches Büro LUPUS

Auch in diesem Jahr haben die sächsischen Wölfe wieder Nachwuchs. Noch konnte zwar nicht abschließend geklärt werden, wie viel Junge in den Rudeln geboren wurden,  und aus einigen Rudeln (Seenland, Königsbrück und Niesky) fehlt noch die Bestätigung, aber die Experten gehen davon aus, dass es in allen sieben in Sachsen bekannten Wolfsrudeln Welpen gibt.

Die im Mai blind und taub geborenen Wolfswelpen verlassen etwa nach drei bis vier Wochen ihre Wurfhöhle und erkunden mit zunehmendem Alter immer weiträumiger das Rudelterritorium. Die Welpen wachsen rasch heran und sind schon Ende September mit ca. 6 Monaten aus der Entfernung von der Größe kaum noch von ihren Eltern zu unterscheiden.
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Um den mit dem raschen Wachstum verbundenen Nahrungsbedarf der Welpen zu decken, müssen die Elterntiere im Spätsommer/Herbst besonders viel Nahrung herbei schaffen. Ab Herbst werden sie auf den Jagdausflügen teilweise schon von den Welpen begleitet. Auch wenn die Hauptbeute nach wie vor Schalenwild ist, werden die Wölfe auf ihren ausgedehnten Streifzügen unzureichend geschützte Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen, als Beute nicht verschmähen. Diese stellen für den Wolf im Vergleich zu wildlebenden Huftieren eine besonders leichte Beute dar.

Aus den Erfahrungen seit dem Jahr 2002 ist bekannt, dass besonders in der Zeit von August bis November vermehrt mit Nutztierrissen durch Wölfe gerechnet werden muss. Tierhalter, die ihre Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet nicht über Nacht einstallen können sollten gerade jetzt regelmäßig ihre Schutzzäune prüfen, ob sie noch richtig stehen und ob bei stromführenden Zäunen die entsprechende Spannung anliegt.

Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten.  Wichtig ist auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen. Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Fördergebiet haben aber auch jetzt noch die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie "Natürliches Erbe" Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern etc.) fördern zu lassen. Der Fördersatz liegt bei 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Bei weiteren Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung stehen die Untere Naturschutzbehörde und Herr Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung unter der Telefonnummer (0172)3757 602 oder unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung.


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