Waldmensch Öff!Öff! alias Jürgen Wagner ist im Verfahren um die Porno-Bilder mit Ex-Freundin Iri (wir berichteten
hier, hier und
hier) vor dem Löbauer Amtsgericht freigesprochen worden.
Es habe Aussage gegen Aussage gestanden, hieß es. Jürgen Wagner hatte die DVDs mit seinen Unterlagen und den Bildern zur sicheren Verwahrung an einen Freund gegeben, der sich dann nach seinen Worten gegen ihn wendete. Der wichtigste Zeuge – der Verwahrer der Bilder – fehlte unentschuldigt vor Gericht.
Der ganze Prozess hat den 48-Jährigen nervlich nicht so mitgenommen, wie vielleicht viele Menschen denken mögen: "Ich war schon vor meinem ‚Schenker-Ausstieg‘ am 19. Dezember 1991 mitten im Winter auf das Äußerste eingestellt. Mir geht es dabei nicht in erster Linie darum, wie leicht und angenehm oder unangenehm und gefährlich eine Situation für mich ist. Ich lebe in erster Linie, ganzheitlich und mit Haut und Haaren für eine bestmögliche Verwirklichung meiner Ideale von Vernunft und Liebe."
Es sei ihm schon während der vergangenen Jahre bewusst gewesen, "dass einige Privat-Personen und obrigkeitliche Stellen es mit ihrer Verleumdungs- und Anzeigenkampagne darauf anlegten, das Gewicht meiner kritischen Stimme in unserer Gesellschaft zu schädigen, zu verringern oder gar auch ganz auszublenden." Alle möglichen Vorwürfe seien doch versucht worden. "Am liebsten hätten sie mir was ‚sexuell Unanständiges‘ angehängt. Das wirkt immer am besten, um die Ehre eines Menschen zu beschmutzen", sagt er. Der Waldmensch wusste, dass die Anzeigen gegen ihn, auch – als letztes – die "Porno-Verbreitungs-Anzeige höchst zusammenkonstruiert waren und auf wackligen Füßen standen. Ich finde es dementsprechend schon erschreckend, wie lange und verbissen trotzdem an der Absicht, mir aus so etwas einen Strick drehen zu wollen, festgehalten und damit vermeidbarer Prozess-Aufwand und Verschwendung von Steuer-Geldern betrieben wurde."
Öff!Öff! hatte während des Verfahrens nur wenig Angst, verurteilt zu werden und vielleicht hinter Gitter zu müssen: "Ich lebe schon so einfach und kärglich, dass es im Gefängnis kaum noch kärglicher sein könnte. Ich hätte dort ja eher die Frage stellen müssen, ob ich statt einer Zelle mir vielleicht auch irgendwo auf einer Wiese eine Jurte hätte bauen können." Jürgen Wagner hätte im Gefängnis die seelsorgliche und soziale Arbeit mit anderen Verhafteten übernehmen können: "Diese Arbeit ist mir relativ vertraut, weil ich oben in Mecklenburg-Vorpommern, in unserem Projekt ‚Haus der Gastfreundschaft‘, viele Jahre lang schon schwer kriminelle, suchtkranke, aggressive und psychisch kranke Menschen bei mir aufgenommen habe – und nicht mal meine Schlafzimmertür nachts abgeschlossen habe." Der Waldmensch hatte deshalb schon viel Umgang mit Menschen, "die ein Gefängnis von innen bestens kennen.Ich konnte mir das also schon einigermaßen vorstellen, wie es ,drin' gewesen wäre." Am meisten hätte ihn hinter Gittern seine Liebsten, seine Familie, seine idealistischen Mitarbeiter und mediale Kommunikationsmittel gefehlt.
Nach dem Urteil spricht Öff!Öff! jedenfalls von der "Freiheit als höchstem Gut".
Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.
Einfach auf Youtube die Film-IDs hinter
"/watch?v=............." oben in der Browserzeile
ändern in
4R0cGI1j0A8
oder
VD0sp76Iqpk
Dann sind die Filme:
"Wir machen die Lüge zur Wahrheit" oder "Die Wahrheit über ÖffÖff Jürgen Wagner" zu sehen