22.04.2012
NIESKY/HORKA/KLITTEN
Planunterlagen erneut im Visier der Bürger
REDAKTION

Auf der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung hinsichtlich des Neubaus der Niederschlesischen Magistrale haben die Bürger entlang der Eisenbahnstrecke Knappenrode – Horka mit ihrem Protest einen weiteren Erfolg erzielt: Die zahlreichen Einwendungen innerhalb des bisherigen Planfeststellungsverfahrens haben zu entscheidenden Änderungen der bereits im Jahr 2010 erstmalig ausgelegten Planungen geführt.

Damit kommt es nach Informationen von Lutz Grohmann von der Bürgerinitiative "Zu(g)kunft" nun zu einer erneuten Auslegung der Planunterlagen vom 23. April bis 23. Mai. "Nicht regionale Politiker des Landkreises haben das geschafft, sondern die betroffenen Bürger haben ihre Angelegenheiten selbst in die eigenen Hände genommen – demokratisch, friedlich, mit Geduld und nachweislich erfolgreich unterstützt vom beauftragten Anwalt und dem Klittener Bürger Wolfgang Gunkel im Berliner Bundestag! Dafür gebührt ihnen allen Dank, auch der ihrer Kinder und Kindeskinder für das Wahrnehmen der Gelegenheit, etwas für den Erhalt unserer Heimat getan zu haben", so Grohmann.
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Die Landesdirektion Sachsen hat mit der erneuten Auslegung der Unterlagen den Bürgern nun die Chance gegeben, zu prüfen, inwieweit die bisherigen Einwendungen berücksichtigt wurden. Ab Montag, 23. April, liegt in der Gemeindeverwaltung Boxberg eine vollkommen neue Planung aus! Damit hat jeder Bürger – auch der, welcher die erste Gelegenheit 2010 verpasste – die Möglichkeit, die Planung auf Erhalt seiner Lebensqualität genau zu prüfen. "Wer sich selbst nicht zutraut, seine Vorstellungen wirksam und überzeugend zu formulieren, sollte den vorhandenen Rechtsbeistand nutzen, was letztendlich auch die Kosten minimieren kann", informiert Grohmann.

Dazu hat mit Unterstützung der Boxberger Gemeindeverwaltung der Klittener Ortsvorsteher Eduard Luhmann eine Extra-Bürgersprechstunde am Donnerstag, 3. Mai, von 16.00 bis 20.00 Uhr im Bürgerbüro Klitten eingerichtet. Dort wird vor allem über mögliche Verfahrensweisen und Chancen der Bürger im Anhörungsverfahren informiert. Die Entwicklung seit Gründung der Bürgerinitiative im Jahr 2009 beweise, so Grohmann, dass die Bahn den Bürgerprotest ernster nimmt. "Das geschieht nur mittels sachlich wertvoller und fundierter Vorschläge und Eingaben der Betroffenen.

Deshalb lohnt es sich, erneut vom Bürgerrecht Gebrauch zu machen und  die Planung kritisch zu prüfen." Einwendungen darf jeder bis 6. Juni bei den zuständigen Gemeindeverwaltungen und der Landesdirektion Sachsen geltend machen. Die Vorschläge müssen danach seitens der Planungsbehörde geprüft und beantwortet werden. Vor allem die Bürger von Klitten, Jahmen, Klein-Oelsa, Uhyst und Mücka sollten sich genau anschauen, was in den Planungsunterlagen der Deutschen Bahn über Lärm, Infrastruktur und Naturschutz ausgeführt wird. 2008 hatte die DB den Hochgeschwindigkeitsausbau der Bahnstrecke auf über 100 Güterzüge tags und nachts ohne Schallschutz und Naturschutz beschlossen.

Dies wiederum brachte die Bürgerinitiative Zu(g)kunft auf den Plan. 2010 plante die Bahn den gleichen Ausbau mit geringem Lärmschutz und geringem Naturschutz, was durch die Einwendungen der Bürger und die Bürgerinitiative während der zweiten Anhörung verhindert werden konnte. 2012 kommt nun der neue Anlauf der DB mit erhöhtem Lärmschutz. Aber reicht das für eine lebenswerte Umgebung? Die Erklärungen der betroffenen Bürger werden es zeigen.


Digitale Ausgabe 04. Juli 2015

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