02.08.2012
LANDKREIS GÖRLITZ
"Vorhersage war so gut wie möglich"
UWE MENSCHNER
Umweltminister Frank Kupfer meint, dass zusätzliche Schöpspegel beim jüngsten Hochwasser nicht viel bewirkt hätten. | Foto: Archiv
Eine bessere Vorhersage der jüngsten Hochwasserereignisse am Schwarzen und Weißen Schöps wäre auch mit mehr Pegeln im Einzugsgebiet nicht möglich gewesen. Diese Auffassung vertritt der sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU):
"Der Hochwasserverlauf wurde, so gut wie das bei plötzlichen lokalen Starkregenereignissen möglich ist, prognostiziert", so der Minister in einer Fachregierungserklärung zu diesem Thema. "Wer etwas anderes behauptet, der sollte das bitte auch fachlich belegen."
Durch ein gutes Management der Talsperre Quitzdorf habe das Hochwasser von einem achtzigjährigen Ereignis (HQ 80) in ein fünfundzwanzigjähriges Ereignis (HQ 25) abgemildert werden können.
Kupfer erinnert daran, dass die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung eine kommunale Pflichtaufgabe ist: "Da gibt es noch einiges zu verbessern. Aus dieser Pflicht kann und darf ich die Kommunen nicht entlassen." Mit dem novellierten Wassergesetz soll die Bildung von Verbänden vereinfacht werden, in denen die Städte und Gemeinde ihre Kräfte bündeln können.
Schon wieder – wie bereits im September 2010 – war das Einzugsgebiet des Schöps Schwerpunkt eines katastrophalen Hochwassers. | Foto:Wolfgang Müller
Eine sachsenweite Bestandaufnahme habe ergeben, dass 60 Prozent der Deiche im Freistaat erneuerungsbedürftig sind. Mittlerweile sei die Hälfte davon instand gesetzt, für den Rest gebe es Planungen. Kupfer bekräftigte auch noch einmal, dass "Bäume nicht auf Deiche gehören. Wenn Gehölzbewuchs entfernt wird, dann nicht um der Natur eins auszuwischen, sondern um den Hochwasserschutz zu sichern." Noch in diesem Jahr, so versichert der Minister, werde der neue Hochwassermeldepegel in Podrosche an der Neiße in Betrieb genommen, im kommenden Jahr sollen Pegel in Hagenwerder (Stadt Görlitz) und bei Hirschfelde (Stadt Zittau) folgen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Jurk aus Weißkeißel zeigt sich erfreut darüber, mahnt jedoch noch weitere Pegelstandorte an der Neiße, insbesondere bei Bad Muskau, an. Hinsichtlich von zusätzlichen Pegeln am Schwarzen und Weißen Schöps solle man "auf den Görlitzer Landrat Bernd Lange hören, dem man "als Ingenieur für Wasserbau die entsprechende Fachkompetenz durchaus zubilligen kann."
Lange mahnt seit dem Hochwasser von 2010 die Installation zusätzlicher Pegel im Schöps-Einzugsgebiet an. Hinsichtlich der Gewässerunterhaltung weist Jurk auf die prekäre finanzielle Situation des Landkreises Görlitz hin, die sich über die Kreisumlage auch auf die Städte und Gemeinden auswirke, "was dazu führt, dass die Kommunen kein Geld für solche wichtigen Maßnahmen haben." Weiterhin fordert Jurk aus der Erfahrung Maßnahmen, um einen flächendeckenden Mobilfunkempfang "gerade auch in den Flussauen" sicherzustellen.
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