Etwa 200 Menschen haben am vergangenen Montag Abend in Gebelzig (Gemeinde Hohendubrau) gegen den geplanten Grauwackeabbau der HWO Hartsteinwerke Ostsachsen GmbH unweit des Ortes demonstriert. Sie befürchten erhebliche Belastungen, sollte es zum Aufschluss des geplanten Tagebaus kommen.
Es ist ein beeindruckender Zug, der sich gegen 18.00 Uhr auf dem Vorplatz des Gebelziger Schlosses in Bewegung setzt. "Dafür, dass Gebelzig gerade einmal knapp 500 Einwohner hat, dass wir uns in der Ferienzeit befinden und im Fernsehen Olympia läuft setzen wir hier schon ein sehr deutliches Zeichen des Protestes", meint Mitorganisator Denis Riese.
Dennoch hätten es für ihn gern auch noch etwas mehr Teilnehmer sein können: "Schließlich betrifft dies nicht nur unseren Ort, sondern auch alle anderen Orte ringsherum." Immerhin hat Riese auch Demonstranten aus dem benachbarten Buchholz ausgemacht.
Mit in den Demonstrationszug eingereiht hat sich der Bürgermeister der Gemeinde Hohendubrau, Hans-Herrmann Zschieschank. "Wir haben seit zwei Jahren keine Geburten mehr. Für eine Gemeinde wie uns, die stark in die Jugend investiert, ist das eine Katastrophe", erklärt er und verweist auf das Gebelziger Schloss, in dem die gemeindliche Grundschule ihr Domizil hat und das erst unlängst nach umfassender Sanierung für knapp 400.000 Euro feierlich übergeben wurde. "Wir sind auf junge Familien angewiesen, die sich hier niederlassen und deren Kinder hier zur Schule gehen. Der geplante Steinbruch gefährdet die Perspektive unserer Gemeinde", so Zschieschank.
Unterdessen hat sich der Zug auf den Weg gemacht – angeführt von einem Traktor des örtlichen Landwirtschaftsbetriebes. Auch das Ende sollte ein Traktor bilden, doch der ist wegen einer Reifenpanne kurzfristig ausgefallen. Doch Ersatz ist schnell gefunden – ein Tieflader bildet jetzt den Abschluss der Demonstration.
Da man mit "mehr als 50" Teilnehmer gerechnet hatte, ist auch die Polizei vor Ort und sichert die Demonstration mit zwei Einsatzfahrzeugen ab. Über gut und gerne zweieinhalb Kilometer bewegen sich Jung und Alt an der Autobahnabfahrt Weißenberg vorbei bis zur Einfahrt der Autobahnmeisterei.
Dort dreht der Zug ohne größeren Aufenthalt und marschiert zurück, wieder auf Gebelzig zu. Auf halber Strecke kommt er dann ins Stocken: Ein MDR-Team hat sich für eine Live-Schaltung aufgebaut, wartet noch auf das Okay aus der Sendezentrale. Nach etwa fünf Minuten ist der Mitschnitt im Kasten.
Laut Denis Riese soll diese erste Demonstration, die sich in der Tradition der Montagsdemos sieht, keine Eintagsfliege bleiben: Bereits für den 3. September ist eine Neuauflage geplant. Doch auch auf anderen Ebenen geht der Kampf weiter, selbst wenn derzeit – scheinbar – ein wenig Ruhe eingekehrt ist: "Der anstehende Erörterungstermin wurde vom sächsischen Oberbergamt auf unbestimmte Zeit verschoben, da die Unterlagen der HWO GmbH noch nicht vollständig vorliegen", wie der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Gesteinsabbau in Gebelzig erklärt. "Doch das bedeutet für uns allenfalls Zeit für ein kurzes Luftholen und zum Nachdenken über weitere Aktivitäten."
stehenden Code hier ein*: