13.02.2012
BISCHOFSWERDA
Zwei Sachsen sind neu im Racingteam
KATRIN KUNIPATZ

Die Vorbereitungen für die Rennsaison laufen beim Racingteam Freudenberg auf Hochtouren. Drei neue Fahrer steigen in diesem Jahr für den Bischofswerdaer "Rennstall" auf die Maschinen.

Michael Freudenberg freut sich auf die diesjährige IDM-Saison. Drei neue Fahrer hat er ins Racingteam geholt. Sie sind 14, 15 und 16 Jahre alt und werden gemeinsam mit Florian Alt auf dem Motorrad um Punkte fahren.
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Das erste Trainingslager fand im Januar statt. Für einige Tage waren die vier jungen Männer nach Bischofswerda gekommen. Fitnesstraining und theoretische Schulungen standen auf dem Programm. "Wir testen so den Leistungsstand und können Hinweise für das Training zu Hause geben", erklärt Michael Freudenberg.

Das Racingteam Freudenberg bereitet sich schon seit einigen Wochen auf die diesjährige Rennsaison vor. Hier erläutert Teamchef Michael Freudenberg (2.v.l.) den vier Piloten technische Details an den Rennmaschinen. Die Fahrer sind (v.l.n.r.): Max Maurischa | Katrin Kunipatz

Denn schon lange kommen die talentierten Nachwuchsrennfahrer nicht mehr aus der Oberlausitz. Zwei Sachsen – Maximilian Kappler und Max Enderlein – starten in dieser Saison für das Bischofswerdaer Rennteam. Florian Alt ist in der Nähe von Köln zu Hause und Max Maurischat kommt aus Hamburg. Mit dem Zug ist der 16-jährige Gymnasiast von der Küste in die Oberlausitz gefahren. Obwohl keine Ferien sind, haben alle vier in der Schule freibekommen. Anders würde sich eine Rennsaison auch nicht vorbereiten lassen. "Unsere Fahrer müssen eben nicht nur ein Motorrad bei 240 km/h auf der Rennstrecke beherrschen", erklärt Michael Freudenberg. Neben anderen Kriterien seien sehr gute Schulleistungen entscheidend für die Förderung.

Die ersten Kontakte zu den neuen Fahrern ergaben sich schon im vergangenen Jahr. Max Maurischat freut sich, ins Racingteam reingerutscht zu sein. "Sie haben in der IDM Tiefen gut gemeistert", sagt er anerkennend. Jedenfalls fühle er sich wohl hier. Daheim warten die Realschulprüfungen auf den 16-Jährigen, der erst mit sieben Jahren zum ersten Mal auf einem Motorrad über den elterlichen Hof gefahren ist. Im vergangenen Jahr holte Maurischat den Meistertitel im ADAC-Junior-Cup. In diesem Jahr will er unter die besten Fünf bei der IDM kommen.

Florian Alt will es in seiner zweiten Saison mindestens aufs Treppchen schaffen. 2011 habe er wegen einer Verletzung zwei Monate pausieren müssen und konnte erst zum Ende Podiumsplätze und sogar einen Sieg einfahren. Für den 15-jährigen, der Motorrad fährt, seit er vier Jahre alt ist, steht noch ein zweiter Meilenstein an. Nach dem Halbjahr wechselt er aufs Wirtschaftsgymnasium, um weiterhin trainieren und die Rennen absolvieren zu können. Innerhalb einer Ausbildung sei diese Flexibilität nicht möglich.

Ebenfalls seit seinem vierten Lebensjahr sitzt der Oberlungwitzer Maximilian Kappler auf dem motorisierten Zweirad. "Ich fahre jetzt meine zehnte Saison", sagt er 14-Jährige. Er wird als einziger im Racingteam auf einer Honda-Moto3-Maschine unterwegs sein. Sein Teamkollege und guter Bekannter vom Sachsenring, Max Enderlein, fährt genau wie die beiden anderen Fahrer auf einer KTM. Der 15-jährige aus Hohenstein-Ernstthal ist auch schon seit zehn Jahren Motorradfahrer. Er freut sich auf die Saison. "Das Material ist gut und ich habe schnell Kontakt gefunden", lobt Enderlein.

Anerkennend spricht Florian von der Leistung der Mechaniker. Insgesamt zwölf begleiten das Team an einem Rennwochenende. Mehr Arbeit als im vergangenen Jahr dürfte auf sie warten, schließlich finden an einem Wochenende zwei Rennen statt. "Die Fahrer können also zweimal Punkte machen", so Freudenberg. Außerdem ist es für den Lernprozess günstiger. Schon am nächsten Tag könnten die Fahrer versuchen Fehler auszubügeln.   

Doch nicht allein der kurzfristige Effekt zählt. Michael Freudenberg will seine Schützlinge in drei Jahren kontinuierlich aufbauen. Nach Erfolgen in der IDM hätten sie die Chance, vielleicht ab 2015 in der Weltmeisterschaft für ein bekanntes Team zu fahren. Luca Grünwald und Toni Finsterbusch – sie fuhren 2010 den Deutschen Meister- und den Vizemeistertitel in der IDM ein – ist dies schon gelungen.  
Max, Max, Florian, Maximilian haben also noch viel vor. Im Moment konzentrieren sie sich auf Ausdauer und Fitness, damit beim ersten Rennen Ende April auf dem Lausitzring alles passt.


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