27.01.2012
BAUTZEN
Die Bautzener haben die Nase jetzt richtig voll von Rechten
MONIKA LENZ

Sie treten gern martialisch auf, die Rechten, wie hier bei einem Fackelmarsch durch Bautzen. Doch die Bautzener lassen sich nicht einschüchtern. | Archiv

Den Bautzenern reicht es. Konkret mit den Nazis. Und das zeigen sie nun auch. Ein Bürgerbündnis hatte den Anstoß im Dezember gegeben. Und obwohl rund 35 Rechte den Versammlungsort in Gesundbrunnen im Dezember blockiert hatten, ließen sie sich nicht einschüchtern.

Vorn am Eingang standen sie, am Hintereingang ebenfalls. Dicht an dicht, schwarz, vermummt und "erstaunlich diszipliniert", wie Ralf meint, ein Aussteiger, der selbst einmal in der Szene war und das Treiben an jenem Tag im Gesundbrunnen beobachtet hatte. "Da konnte einem schon mulmig werden", meint er. Viele Bautzener seien dadurch einfach vor der Tür geblieben. "Die haben die nicht durchgelassen", erzählt der Mann.
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Das aber hat die Bautzener nicht abgehalten. "Kampfesmutig, nicht deprimiert", so bezeichnet Michael Ankele  sie und freut sich darüber wie ein kleines Kind. "Hier bewegt sich endlich was, hier passiert was", sagt der Mann, der ein Aussteigerprojekt leitet und Ex-Nazis vor Schülern von ihren Erfahrungen erzählen lässt.
  Seit Jahren predigt er die braune Gefahr, warnt vor Gewalt. "Da musste erst Zwickau passieren, damit einige aufwachen", sagt er. Die mutigen Bautzener, die den Rechten so offen entgegentreten, begeistern ihn. "Da wurde ein Fanal gesetzt", schwärmt er und fügt hinzu:  "Bautzen hat es nicht verdient als Hochburg der Nazis abgestempelt zu werden." Mandy Richter, Sozialarbeiterin und Initiatorin des Bürgerbündnisses, verlangt ihm dabei besonderen Respekt ab. "Die lässt sich nicht unterkriegen", meint Ankele.

Tatsächlich bleibt die junge Frau dran. Nachdem die Teilnehmer bei dem offiziellen Termin im Dezember um Leib und Leben fürchten mussten, sind weitere Beratungen nun nicht öffentlich. Das Ergebnis der jüngsten Sitzung in dieser Woche stellt allerdings klar: "Es wird in jedem Fall weitergehen." Man lasse sich nicht unterkriegen. Mehrere Veranstaltungen sind geplant. Motto unter anderem: Schwarz-Rot-Gold ist bunt nicht braun. Im Dezember hatten die vermummten Nazis nur einen Teilerfolg. Die Bürger ließen sich nicht einschüchtern. Die Polizei war so schnell da, dass die Lage innerhalb kürzester Zeit entspannt war.

Allerdings musste die Veranstaltung selbst verschoben werden. Beim nächsten Mal soll das nicht gelingen. Das Bürgerbündnis hat sich entsprechend vorbereitet. "Die Angst ist natürlich immer da", sagt Manja Richter. "Aber einschüchtern lassen wir uns nicht." So wolle man auf jeden Fall auch mehr mit der Politik zusammenarbeiten. Eine erste Möglichkeit dazu bietet das Einwohnerforum am 31. Januar in Gesundbrunnen. 19.00 Uhr geht es im Kirchgemeindehaus auf der Otto-Nagel-Straße 3 los.

Für Aussteiger Ralf ist wichtig, dass die Bautzener selbst sich gegen die Nazis wenden. "Die wirken ja eigentlich so normal, die Nazis", meint er. "Ich sehe das jeden Tag. Da ist einer, tagsüber der liebe Papi der seine Kinder in den Kindergarten schafft. Abends ist er dann bei der Blockade der Veranstaltung dabei gewesen."
Das sei Alltag, völlig normal. Und er warnt: "Aber in Wirklichkeit sind die einfach hemmungslos."

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Erhard ! Die Prognosen stammen nicht von mir,sondern sind im Internet zu finden.Daraus ergibt sich zwangsläufig auch die zu erwartende Schlußfolgerung,wie werden die Menschen leben,wenn es weder Erdöl noch Erdgas mehr gibt.Wir werden nach Ende dieser Förderperiode wieder genauso leben wie vor der Förderperiode.Also ungefähr so wie die Menschen des Link unterdrückt alternative Energiequellen können für die Masse der Menschen nicht hilfreich sein und schon gar nicht für die Wirtschaft und Industrie heutigen Ausmaßes.Denn diese Industrie wie angeschlossene Wirtschaft weltweit ist auf der Griundlage stetiger Erdöl- und Ergasförderung aufgebaut.Und alles fällt mit dem Ende dieser Energiequellen.Ob das in 30 oder 50 Jahren sein wird,also das Ende der Förderung,kann ich natürlich nicht sage.Bin ja kein Experte.Aber jedenfalls ist das Ende plus minus in diesem Zeitraum wohl angesiedelt.Und danach wird es wieder gemütlich mit Ofenheizung und Wildbrät aus den heimischen Wäldern,sollten sie vorhanden sein.

Lars,
mit Prognosen sollte man vorsichtig sein.
Und erst Recht wenn sie die Zukunft
betreffen.

Julian ! Habe mal gegoogelt.Also ums Jahr 700 n.Chr. war es alles andere als beschaulich auf diesem Gebiet hier.Da ging es um Macht.Macht in Form von Territorium etc.Stamm gegen Stamm.Wie bei den Indianern auf der anderen Seite des grossen Teiches.Das bringt mich zu der Überlegung,das,nachdem Öl und Erdgas aus Sibirien ratzekahl alle ist,also nichts mehr vorhanden davon ist,es nachher genauso weiter geht wie um das Jahr 700 n.Chr..Da gibts weder Autos noch Flugzeuge und auch keine Schiffe aus Metall.Das Szenario dürfte in etwa so 50 Jahren beginnen.Das ist der Zeitpunkt,wo alle Rohstoffe zu derzeitigen Energieerzeugung versiegt,sprich ausgebeutet,sind.Glücklich der,der noch was auf dem Sparbuch hat dann.Der kann sich mit diesen dann werlosen Geldscheinen Tüten-Zigarillos drehen.Und dann geht das ganze Spiel von vorne los.Uns allen bekannt als Steinzeit.Die Auswirkungen spüren wir aber heute schon.Da nichts verteilt werden kann was nicht da ist,wird auch nichts verteilt.Sozusagen ist das die langsame Einführung ins nächste "noch modernere Zeitalter"der Menschheit.

Und jetzt überlegt mal, wer wohl die Indianer gespielt hat?

Vollkommen richtig Erhard.Du hast es richtig erkannt.Wir machen aus Europa einen großen Nationalpark.Die Natur braucht ja auch mal Pause.Alles nach Australien,da ist genuiug Platz für alle.Ausserdem kann man endlich mal neu bauen und das Wetter ist besser für die Europäer.
In der Zwischenzeit wird der Kontinent zur Taiga.



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