17.02.2012
BAUTZEN
Alte Bjesada als neues Zentrum für das sorbische Leben
UWE MENSCHNER

Über den altbekannten Eingang soll die Bjesada auch künftig erreichbar sein – allerdings nur, wenn im Club- oder Vereinsraum eine Veranstaltung stattfindet. | Uwe Menschner

Der Bundesvorstand des Domowina-Bund Lausitzer Sorben e.V. hat auf seiner jüngsten Sitzung ein Konzept für die künftige Nutzung des früheren Restaurants "Bjesada" - auch bekannt als "Sorbisches Café" - im Erdgeschoss des "Haus der Sorben" beschlossen. Demnach soll der Raum künftig "flexibel und multifunktional" genutzt werden.

Was sich dahinter verbirgt, erklärt Domowina-Vorsitzender David Statnik: "Die Räume sollen durch Umbau und moderne technische Ausstattung für Veranstaltungen mit bis zu 70 Besuchern hergerichtet werden. Dadurch soll sich das Haus der Sorben mehr als bisher als Zentrum eines regen sorbischen Lebens in Bautzen etablieren." Damit folgt der Bundesvorstand einer Empfehlung seiner Mitgliedsverbände, die sich durch die Umgestaltung der "Bjesada" bessere Möglichkeiten für eigene Veranstaltungen erhoffen. So plant der Regionalverband Bautzen, hier seine traditionelle Kirmes zu feiern, die wissenschaftliche Vereinigung "Macica Serbska" will Seminare veranstalten. Der Vorsitzende selbst sieht die Möglichkeit, künftig die Bundesvorstandssitzungen hier durchzuführen.
ANZEIGE



Das Umbaukonzept beinhaltet eine räumliche Teilung des früheren Gastraumes durch eine mobile Trennwand in einen "Vereinsraum" und einen "Clubraum." Letzterer soll von außen über den Eingang des früheren Sorbencafés zugänglich sein - allerdings nur, wenn in den Räumlichkeiten Veranstaltungen stattfinden. Die ursprünglich vorhandene Theke soll wieder aufgebaut werden. Eine kleine Küche ermöglicht das Catering für die Besucher, Toiletten und Lagerräume stehen ebenfalls zur Verfügung.

Als "pfiffige Idee" bezeichnet David Statnik das Anliegen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), die frühere Bjesada für Veranstaltungen und Live-Sendungen zu nutzen. Dafür soll eine Verbindung mit dem in den Obergeschossen angesiedelten Studio des Sorbischen Rundfunks geschaffen werden. "Der MDR hatte zunächst Interesse gezeigt, den gesamten Raum als 'gläsernes Studio' zu nutzen", berichtet der Domowina-Vorsitzende. Allerdings sei man davon abgerückt, da das Studio "ab 8.00 Uhr größtenteils leer gestanden hätte."

Ursprünglich hatte der regionale Rundfunksender Radio Lausitz in die Räumlichkeiten einziehen sollen, ein entsprechender Vertrag mit der Stiftung für das sorbische Volk als Bewirtschafter war bereits unterzeichnet, scheiterte allerdings am Veto der Domowina, in deren Eigentum sich das Haus der Sorben befindet. "Im Gegensatz zu Radio Lausitz spielt beim MDR das sorbische Wort eine wichtige Rolle, wir sehen in ihm einen verlässlichen Partner", betont David Statnik.

Um die Finanzierung des Umbauprojektes soll sich nunmehr wiederum der Bewirtschafter - also die Stiftung für das sorbische Volk - kümmern.


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.




Deinen Traum vom Wohnen erfüllen - Grothe Immobilien

Meistgeklickt


Bombardier: Ziel klar, Weg wird verhandelt
Seit ein paar Wochen steht fest, dass die beiden Bombardier-Standorte Görlitz und Bautzen zu einem ostsächsischen Kompetenzzentrum für den... mehr

Gewalt im Hort nicht ohne Folgen
Die Grundschule in Bertsdorf erfreut sich allgemein großer Beliebtheit bei Eltern und Schülern. Engagierte Lehrer begleiten die Schülerinnen und... mehr

Kitesurfen bleibt weiter verboten
Nachrichten über das Kitesurfen auf dem Berzdorfer See, animierende Bilder in Zeitschriften und Artikel mit Überschriften wie "Ein attraktiver Sport... mehr

Waldorf-Kita droht das aus
Seit wenigen Tagen brodelt es bei den Bautzener Eltern, denn sie haben berechtigte Sorgen um den Waldorfkindergarten.  Im Auszug eines öffentlichen... mehr

Neues Zuhause gesucht!
Alle drei bisher in diesem Jahr im "Niederschlesischer Kurier" vorgestellten Tiere aus dem Tierheim Horka sind vermittelt worden. Darüber freut sich... mehr

Hausordnung machen oder nicht?
mit 4 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In unserer letzten Umfrage wollten wir von Ihnen... mehr

Gewalt im Hort nicht ohne Folgen
mit 1 Kommentar

Die Grundschule in Bertsdorf erfreut sich allgemein großer Beliebtheit bei Eltern und Schülern. Engagierte Lehrer begleiten die Schülerinnen und... mehr

Brauchen wir den Bestattungswald?
mit 42 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In unserer zurückliegenden Umfrage wollten wir von Ihnen wissen... mehr

Tausch: Unternehmer gegen Asylbewerber
mit 35 Kommentaren

Asylbewerber statt Unternehmer – auf diese einfache Formel lassen sich die Pläne des Landratsamtes bringen... mehr

Bürgermeister mit Stasi-Hintergrund
mit 23 Kommentaren

In der "Umfrage der Woche" wollen wir wissen, wie Sie über aktuelle Themen denken. In der vergangenen Woche fragten wir Sie... mehr


Anzeige
Frage der Woche
In der neuen Umfrage gehen wir auf die Anregung eines Lesers ein, der sich fragt, ob das Erledigen der Hausordnung in einem Mietshaus durch die jeweiligen Mietparteien noch zeitgemäß ist oder ob dies von einem Hausmeisterdienst erledigt werden sollte? Wir wollen von Ihnen wissen: Was halten Sie davon?





Webcam Bautzen
Bautzen - Kornmarkt

Vor dem Jahr 1999 stand an dieser Stelle ein Hochhaus mit 13 Etagen. Nach dessen Rückbau wurde die Fläche mehrere Jahre als Parkplatz genutzt. Seit wenigen Wochen nun befindet sich hier ein imposanter Gebäudekomplex mit rund 5.500 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Geschäfte und Wohnungen.