Zum orientalischen Abenteuerstück nach Karl May "Die große Orientreise" präsentiert sich die Waldbühne Jonsdorf sehr bunt, exotisch und actiongeladen.
Winnetou-Erfinder Karl May war nicht nur von Geschichten über den Wilden Westen fasziniert: Kraft seiner Phantasie schickte er seine Helden auch auf exotische Abenteuer in den Orient. Dahin verschlägt es auch die Besucher der Waldbühne Jonsdorf, wenn "Die große Orientreise" den ganzen Sommer über mit Helden, Schurken und einem waschechten Kamel ins Morgenland entführt.
Im Jonsdorfer Stück führt es Kara Ben Nemsi in die unwirtlichen Wüsten Mittelägyptens. Er muss sich gemeinsam mit seinem Freund Hadschi Halef Omar gegen mächtige Feinde zur Wehr setzen. So versucht der große Padischah, die Stämme der Beni Arab gegeneinander auszuspielen. Nur durch ihre Tapferkeit, ihren Mut und ihre Weisheit können die Helden Frieden stiften. Sie besiegen den heuchlerischen "Karawanenwürger" und bewahren die schöne Hilùja vor einem Leben im Harem.
Auch heute, über einhundert Jahre nach ihrem Erscheinen, haben Karl Mays Werke nichts von ihrer exotischen Faszination verloren. Damals wie heute stimmt das lautere Ringen der Helden für Frieden und Gerechtigkeit für alle Völker nachdenklich, amüsieren lustige Figuren wie Lord David Lindsay.
Auch tierisch geht es dabei auf der Waldbühne wieder zu, denn in diesem Jahr machen, neben der schon aus dem wilden Westen bekannten Reitkunst mit vier Pferden, drei Schafen, zwei Ziegen auch ein Kamel, ein Esel und ein Hund die Atmosphäre um die Wüstenschar perfekt.
Die tierischen Szenen sind in Zusammenarbeit der Tiertrainerin mit den Darstellern auf Grundlage einer ausgesprochen guten Vertrauensbasis einstudiert worden. Pferde, Ziegen und auch Kamel sind mit allen möglichen Reizen wie Geräuschen, schnellen Bewegungen oder Gegenständen am Körper konfrontiert worden, um auch ganz genau zu wissen, was ihre Aufgaben sind.
"Wir haben darauf geachtet, dass die Tiere Bestätigung für die Mitarbeit bekommen, sodass vor allem die Pferde ihre ,Rolle‘ mit Begeisterung spielen", sagt Sabine Strahl, Regieassistentin und Tiertrainerin am Gerhart-Hauptmann-Theater. Ziegen, Schafe und Pferde stammen aus Varnsdorf vom ehemaligen "Awego"–Kaskadeur Peter Richter. Der Esel von dessen Bekannten ist schon ein "alter Hase" im Showgeschäft. Das Pony lebt bei Peter Richter, gehört aber Sabine Strahl und stammt aus dem Spreewald. "Ich habe ,Mozart‘, seit er im Fohlenalter war ,ausschließlich selbst trainiert, nun ist er ein ,alter Profi‘." Das Kamel ist in Jablonec ausfindig gemacht worden. "Es gehört Martin Haeckl, der es wirklich ausgezeichnet führt. Wir haben also hauptsächlich tschechische Tiere auf einer deutschen Bühne in einem orientalischen Stück", sagt sie.
Die nächsten Vorstellungen im Überblick: am Samstag, 21. Juli, 20.00 Uhr, am Sonntag, 22. Juli, 17.00 Uhr, am Samstag, 28. Juli, 20.00 Uhr, am Sonntag, 29. Juli, 17.00 Uhr, und am Mittwoch, 1. August, 10.00 Uhr.
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