Havarie an der deutsch-polnischen Grenze: Im ersten Block des Kraftwerkes Turow hat es eine Explosion gegeben. Anwohner aus den Ortsteilen von Zittau vernahmen einen lauten Knall. Aus der Ferne waren Flammen und Qualm zu sehen. Am Dienstag, 24. Juli, gegen 22.00 Uhr, war diese Explosion bei der Sächsischen Landespolizei bekannt geworden. Ursache soll eine Kohlenstaubentzündung gewesen sein.
Laut Informationen im staatlichen polnischen Fernsehen sei das Transportsystem für die Kohlezufuhr beschädigt gewesen. Wegen des Zwischenfalls mussten drei der insgesamt acht Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden. Mindestens vier Menschen sollen verletzt worden sein. Die polnische Polizei ermittelt.
Das Kraftwerk Turow mit einer Leistung von 1.900 Megawatt befindet sich nur wenige Hundert Meter von der polnisch-sächsischen Grenze entfernt. Durch den technischen Defekt könnten in Südwestpolen Stromengpässe drohen. Nach Aussage der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien soll durch die Rauchentwicklung aber keine Gefahr für die Menschen in den Zittauer Ortsteilen bestanden haben.
Während die deutschen Kraftwerke Hirschfelde und Hagenwerder nach 1990 stillgelegt und abgerissen worden sind, erfolgte im Kraftwerk Turow seit 1996 eine Modernisierung, die unter anderem auch die für den Weiterbetrieb erforderliche Nachrüstung mit Rauchgasentschwefelungs- und Entstaubungsanlagen umfasst.
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