In den Städtischen Museen Zittau ist derzeit die Sonderausstellung "Gesichter und Gestalten – Zittauer Menschenbilder von der Renaissance bis zur Gegenwart" zu sehen. In Bildnissen spiegelt sich die Sehnsucht nach ewigem Leben. Rund 150 Porträts und Darstellungen von Ereignissen aus den Zittauer Sammlungen – darunter zahlreiche Meisterwerke – sind Ausdruck künstlerischer Befragung von Zeit, Gesellschaft und Individuum. Seit jeher sucht der Mensch die Begegnung mit seinem Abbild.
Im Zeitalter vor der modernen Massenkultur hatte das gemalte und gezeichnete Bildnis eine vielfältige Bedeutung und vermochte offizielle und private Interessen und Perspektiven zu spiegeln. Es erstaunt daher nicht, dass die alten und so überaus reichen Zittauer Museumsbestände auch Hunderte von Porträts bekannter und unbekannter Personen, aber auch Gruppen- und Ereignisbilder, Darstellungen von Aktivitäten, von Arbeit oder von Bewegungen und besonderen Emotionen umfassen.
Für die aktuelle Ausstellung konnte aus dem Vollen geschöpft werden, auch wenn der Zustand vieler Werke umfangreichere Restaurierungsmaßnahmen erfordert hätte, als dies aktuell möglich war. Die Ausstellung erstreckt sich über alle drei Etagen im Heffterbau. In der Wunderkammer im Barocksaal fordert das Doppelbildnis des Kaisers Maximilian I. aus der Zeit um 1520 zu Fragen heraus, die sich um Vergänglichkeit und Tod drehen.
Das Menschenbild der Renaissance und Reformation kann anhand weiterer Bildnisse studiert werden. Barocke Herrscherporträts oder Darstellungen Zittauer Bürgermeister und Kaufleute zeugen von der Machtentfaltung und Freude an der Selbstdarstellung. Dagegen beziehen sich einige anrührende Frauenporträts und Kinderbildnisse sowie vor allem Miniaturen mehr auf intime Blicke und verweisen schon mit ihrem kleinen Format auf ihren privaten Charakter. Nicht zu kurz kommen zudem Genredarstellungen wie Wirtshauszenen, Schlachtengetümmel oder heroische Arbeitsbilder der jüngeren Vergangenheit.
Gemälde und Plastiken Alter und Neuer Kunst stehen sich gegenüber, thematische und zeitliche Werkgruppen animieren zum Vergleich und zu überraschenden Entdeckungen. Schöne Gruppen von wichtigen Werken Südlausitzer Meister wie Schenau, Johann Carl Rößler, Adolf Thomas, Walter Waentig, Max Langer, Hans Lillig, Veit Krauß, Siegfried Schreiber, Rosemarie Köster, Beate Hornig bieten besondere Höhepunkte. Aber auch herausragende Einzelwerke zeugen von der hohen Qualität der Zittauer Kunstsammlung. Die Öffnungszeiten der Städtischen Museen Zittau: täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr, vom 17. bis 24.8. täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr.
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