Es bleibt alles wie es war - zumindest in Sachen Kreisergänzungsbibliothek. Die Kreisräte wollen sowohl die Bibliothek in Kamenz wie auch die in Bautzen erhalten. Das haben sie mit 38 zu 31 Stimmen klar gemacht. So ganz nebenbei ist dadurch auch die Fahrbücherei gerettet worden.
Eigentlich wollte die Verwaltung sparen. Beide Kreisergänzungsbibliotheken sollten in Kamenz zusammengefasst werden, so die Idee. Aus der Finanzierung der Fahrbücherei, die die Stadt Bautzen betreibt, wäre der Kreis ebenfalls ausgestiegen.
"Wenn Sie den Landkreis und die Gemeinden weiter schwächen wollen, erreichen Sie genau das damit", kritisierte Kreisrat Roland Fleischer (SPD/Grüne) gleich zu Beginn die Vorlage. Dabei zielte er vor allem auf die Fahrbücherei ab, die regelmäßig sechs Gemeinden um Bautzen anfährt und deren Einwohner mit Lesestoff versorgt. "Wir haben eine Verantwortung", so sein Appell.
Einer, dem Landrat Michael Harig entgegenhielt, das die Stadt Bautzen die Bücherei gern weiter betreiben könne. "Wir haben ihr angeboten, den gesamten Kreis zu versorgen. Das wurde aber von der Stadt Bautzen abgelehnt", so Harig.
Er seinerseits sehe aber nicht ein, dass man wegen sechs Gemeinden weiter den Zuschuss zahle. Immerhin hätten diese sechs Gemeinden kaum Kosten. Die anderen, die in ihren Orten Bibliotheken betrieben dagegen schon. Und zwar mindestens sechsmal so hohe.
"Etwas mehr Eigenverantwortung der Gemeinden wäre hier auch schön", so Harig. "Ich möchte gern, dass alle 61 Gemeinden versorgt werden." Die Kosten könnten auch die Gemeinden selbst zum Teil übernehmen Argumente, die Frank Stübner (Linke) nicht gelten ließ. man habe vorher weder mit den betroffenen Bibliothekaren noch den Gemeinden geredet. Der Begriff Medienentwicklung in der Vorlage sei ihm zu schwammig. Und: "Dass die Vorlage erst jetzt zur Entscheidung vorgelegt wird, missachtet unsere Arbeit als Kreisräte."
So richtig erklären, warum man das nun eigentlich mache, konnte Finanzdezernent Steffen Domschke denn auch nicht. "Ich denke es ist logisch und legitim, den Landkreis auch in diesem Bereich zusammenzuführen", sagte er etwas lau. "Ist das Pflicht?", fragte Henry Nitzsche (Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland) und bekommt bestätigt, was die Kreisräte vermuten. Nein, ist es nicht.
Aber optimieren müsse man. Und es sei doch naheliegend, dass man die Kreisergänzungbiliothek da zusammenfasse, wo die meisten Gemeinden versorgt würden. "In Bautzen sind es 21, Kamenz hat den Rest", so Michael Harig.
Am Ende interessierte das die Mehrheit der Kreisräte nicht. 38 stimmen gegen den Vorschlag. Immerhin: Alle hatten eine Meinung. Stimmenthaltungen gibt es nicht.
Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.
der Volksvertreter, das ihnen anvertraute Geld sorg-
sam zu verwalten. Keinesfalls darf es zu lasten
der *Lesebevölkerung* besonders der
alten und armen gehen.
Leider wurde nichts darüber ausgesagt,
wie der *Lesebus* angenommen wird?
Und, ob man das gleiche Angebot mit
den gleichen finanziellen Mitteln auch
mit einem Bus realisieren können.
Wenn beide Busse nur für sich selbst
und den Fahrer bzw. Mitarbeiter da
sind, bringt das doch auch nichts.
Von 99 Abgeordeten haben es zumindest
38 so oder so ähnlich gesehen.