04.02.2012
BAUTZEN
Kilometerweit in den blauen Himmel hinauf
MONIKA LENZ

Dieter Kletsch ist begeisterter Drachenflieger. Für Neugierige hat er jetzt einen Schnupperkurs organisiert.
Dieter Kletsch ist begeisterter Drachenflieger. Für Neugierige hat er jetzt einen Schnupperkurs organisiert. | Regina Laso
2.500 Meter - so hoch hat es Dieter Kletsch mit seinem Drachen schon geschafft. Ganz allein an einem Gerät, das nicht mehr als 30 Kilo auf die Waage bringt. Über sich ein mit Stoff bespannter Flügel, der etwa elf Meter Spannweite hat. Bäuchlings durch Gurte gesichert in einem Hauptgestell aus Alu liegend.

Dieter Kletsch strahlt, wenn er sich daran erinnert. "Es ist still, man hört nur die Windgeräusche und fliegt", sagt der Bautzener. Seit fünf Jahren betreibt er das Drachenfliegen. Bei einem Ostseeurlaub hatte er das gesehen und beschlossen, dass er das auch können will. So landete er beim Leichtfliegerverein Oberlausitz e.V. Seinen Pilotenschein machte er schnell. "Den kann man in einer Woche haben", sagt er. Thermik, Wetterkunde, Gesetze und Drachenkunde, anschließend eine Prüfung. Und dann kann´s losgehen.
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Dieter Kletsch braucht jetzt den Schein für das UL Trike. Das ist wie ein Drachen, nur mit Motor. "Damit kommt man natürlich weiter", sagt Kletsch. "Unterwegs kann man den Motor auch wieder ausschalten." Und: Man kann jemanden mitnehmen. Ab Sommer will der Verein damit auch Rundflüge anbieten. Ein Drachen wird nur mit dem Gewicht gesteuert. Starten kann man allein am Hang oder indem man sich mit einer Winde am Seil hochziehen lässt. Auf jeden Fall immer gegen den Wind. Ist man erst einmal in der Luft sollte man schnell eine Thermik finden, um sich hochschrauben zu können.

Geübte Drachenflieger gehen bis auf 5.000 Meter hoch, legen auch schon mal Strecken bis zu 700 Kilometer zurück. 25 bis 300 Kilometer sind allerdings der übliche Durchschnitt. "Das Gute ist ja, dass ich landen kann, wo ich will, sagt Dieter Kletsch. "Ich schau und wenn mir eine Wiese gefällt lande ich da. Dann packe ich alles ein und fertig." Abholen lassen muss er sich dann allerdings immer noch. Auch ein zusammengelegter Drachen ist unhandlich lang.
40 bis 50 kmh schnell ist so ein Drachen in der Luft. Je nach Modell gibt es schnellere. "Bis zu 120 schaffen manche", erzählt Dieter Kletsch. Aber das ist nicht das, was ihn am Drachenfliegen reizt. Die Freiheit und Ruhe da oben schon viel eher. "Keiner geht einem auf die Nerven", sagt er und lacht. "Jedenfalls wenn man das Funkgerät ausgeschaltet hat."

Denn das gehört zur Ausrüstung. Genau wie ein Rettungsschirm, der im Ernstfall für eine weiche Landung sorgt. Warme Kleidung ist auch im Sommer ratsam. Pro 1.000 Meter Höhe rechnet man mit zehn Grad weniger. "Das merkt man schon, wenn man bei 25 Grad startet", sagt Dieter Kletsch.

Für Neugierige hat der Vereinschef in der kommenden Woche einen Schnupperkurs organisiert. Am 11. und 12. Februar können Interessierte ab 14 Jahre das Drachenfliegen nicht nur theoretisch näher kennen lernen, sondern selbst auch schon mal probieren. "Wer will, kann sich im Drachen auch mal auf 20 Meter hochziehen lassen. Er bleibt aber am Seil", sagt Dieter Kletsch. "Da bekommt man mal ein Gefühl dafür, wie das Fliegen ist."

Und wer Blut leckt, kann gleich den Mitgliedsantrag unterschreiben. "Wir suchen natürlich Nachwuchs", meint Kletsch und sichert schon mal großzügige Starthilfe zu: "Da muss sich auch niemand gleich eine komplette Ausrüstung zulegen. Wer loslegen will kann auch meinen Anfängerdrachen bekommen."

Anmeldungen für den Schnupperkurs sind möglich unter (0152) 05 84 25 33 oder Dieter.Kletsch@web.de

Mehr Informationen im Internet unter: www.leichtflieger-oberlausitz.de


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