Frick schließt Ende Oktober Bautzener Filiale für immer

Bautzen verliert einen seit fast genau 30 Jahren präsenten Fachmarkt für Teppiche, Bodenbeläge und vieles andere mehr.
Bautzen. Der Name Frick ist im Bautzener Einzelhandel bald Geschichte: Das Geschäft „Frick für Wand & Boden“ auf der Weißenberger Straße schließt zum 31. Oktober endgültig seine Türen. Damit verliert Bautzen einen seit fast genau 30 Jahren präsenten Fachmarkt für Teppiche, Bodenbeläge, Tapeten, Gardinen sowie Sonnen- und Sichtschutz.
„Die Geschichte hinter der Schließung steht beispielhaft für die dramatische Entwicklung, die derzeit viele stationäre Händler in Deutschland trifft“, erklärt Sabine Hartwig, Sprecherin der RH Homestyle GmbH aus Bitterfeld, die den Markt betreibt. Und sie erläutert dies noch genauer: „Tausende Geschäfte sind in den vergangenen Jahren verschwunden, weitere werden folgen. Bekannte Handelsunternehmen geraten zunehmend unter Druck. Hohe Energie- und Betriebskosten, steigende Personalkosten, Kaufzurückhaltung und der wachsende Onlinehandel setzen insbesondere dem stationären Fachhandel zu.“
In Bautzen kam für „Frick für Wand & Boden“ jedoch noch ein weiteres Problem hinzu, das die Situation verschärfte: die umfangreichen Baumaßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen an der Weißenberger und Löbauer Straße. Rainer Hunsicker, Geschäftsführer der RH HomeStyle GmbH, beschreibt die Folgen drastisch: „Monatelang war unser Fachmarkt für Kunden nur über erhebliche Umwege erreichbar. In der Spitze ist unser Umsatz um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Einem Unternehmen fehlen plötzlich drei Viertel seines Umsatzes, während Miete, Löhne, Energie und alle anderen Kosten weiterlaufen. Das hält kein Einzelhändler beliebig lange durch.“
Frick für Wand & Boden stellte wegen der außergewöhnlichen wirtschaftlichen Belastung einen Härtefallantrag – ohne Erfolg. Hunsicker betont, dass das Unternehmen die Notwendigkeit von Straßenbaumaßnahmen keineswegs infrage stelle: „Natürlich müssen Straßen saniert werden. Die entscheidende Frage ist aber, was mit den Unternehmen passiert, die dadurch monatelang vom Kundenverkehr abgeschnitten werden. Wir hätten uns gewünscht, dass angesichts unserer Umsatzeinbrüche gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung gesucht würde."