Der Wechsel auf dem Posten des Oberbürgermeisters ist perfekt. Die Görlitzer haben sich am vergangenen Sonntag sehr deutlich für den von CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und den Bürgern für Görlitz ins Rennen geschickten Siegfried Deinege entschieden. Im Interview mit Redakteur Frank-Uwe Michel beschreibt der neue Rathauschef seine Gefühlslage und die Aufgaben der nächsten Zeit.
Das Votum der Görlitzer ist eindeutig. Hatten Sie im Vorfeld mit einem so klaren Sieg gerechnet?
Siegfried Deinege: Ich hatte in den vergangenen Tagen und Wochen eine Menge Kontakte mit den Bürgern. In den Gesprächen kam schon herüber, dass die Menschen auf mich setzen. Insofern habe ich mit einem Sieg gerechnet. Dass er so deutlich ausfallen würde, war aber auch für mich eine Überraschung.
Das Votum der Görlitzer ist eindeutig. Hatten Sie im Vorfeld mit einem so klaren Sieg gerechnet?
Siegfried Deinege: Ich hatte in den vergangenen Tagen und Wochen eine Menge Kontakte mit den Bürgern. In den Gesprächen kam schon herüber, dass die Menschen auf mich setzen. Insofern habe ich mit einem Sieg gerechnet. Dass er so deutlich ausfallen würde, war aber auch für mich eine Überraschung.
Worauf führen Sie das Abstimmungsverhalten von mehr als zwei Dritteln der Görlitzer Wahlberechtigten zurück?
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Deinege: Offensichtlich habe ich mich für die richtigen Themen stark gemacht und Notwendigkeiten angesprochen, die in nächster Zeit zu lösen sind: Wie gehen wir in unserer Stadt mit der demografischen Entwicklung um? Was können wir tun, um die Jugend hier zu behalten? Wie muss sich Görlitz präsentieren, um als familienfreundliche Stadt wahrgenommen zu werden? Wie können wir Zuzug organisieren und was lässt sich aus einer stabilen Basis heraus weiter für die Wirtschaft tun? Ich denke, dass wir hier eine ganze Menge Arbeit vor der Brust haben.
In verschiedenen Leserreaktionen wurde Ihnen vor dem Wahltag vorgeworfen, allen alles zu versprechen. Wie stehen Sie dazu?
Deinege: Dazu möchte ich mich eigentlich nicht mehr äußern – der Wahlkampf ist vorbei und ich will nach vorn schauen. Nur soviel: Ich glaube nicht, dass ich irgendwelche Versprechungen gemacht habe, die sich in der Realität als Luftschlösser entpuppen. In die Jugend müssen wir investieren, das ist klar. Zum Beispiel aber auch in Sportstätten. Wenn die vorhandenen Finanzierungsmodelle hierfür nicht ausreichen, muss man über neue nachdenken. Das ist doch legitim. Und notwendig. Das hat nichts mit Versprechungen zu tun. Ich vermisse ein strategisches Konzept für die Stadt Görlitz. Weil es aber unbedingt für die künftige Entwicklung gebraucht wird, werde ich schon sehr bald daran arbeiten.
Aus welchen Bevölkerungsgruppen haben Sie den meisten Rückhalt gespürt?
Deinege: Das kann ich, ohne dass mir eine detaillierte Statistik vorliegt, gar nicht genau sagen. Ich habe mit jüngeren, aber auch mit älteren Leuten gesprochen. Sie alle hat ein Gedanke geeint: Die Stadt wieder in einem guten Licht erscheinen zu lassen – eben lebenswert. Und sie aus der selbst eingebrockten Isolation heraus zu holen.
Wie geht es nun weiter? Werden Sie trotz Ihrer Arbeit in der deutschen Bombardier-Zentrale Zeit haben, sich auf Ihre künftige Aufgabe vorzubereiten?
Deinege: Mein Arbeitgeber weiß seit Herbst 2011 Bescheid über meine Pläne, deshalb trifft es ihn nicht unvorbereitet. Wir werden jetzt einige Dinge besprechen. Schauen, welche Themen im Unternehmen noch abzuarbeiten sind. Danach werde ich etwa zehn Tage Urlaub machen. Und mich anschließend intensiv mit der Materie befassen, die mich in meiner neuen Position erwartet.
Wie soll das konkret laufen?
Deinege: Es gibt viele Erfahrungsträger, mit denen ich mich unterhalten werde. Fachleute aus dem Verwaltungsbereich. Ich habe aber auch vor, mich in anderen Städten umzusehen, wie dort bestimmte Dinge angepackt werden. Bange ist mir jedenfalls nicht. Im Rathaus gibt es eine Menge Leute, die ihr Fach verstehen. Führen und motivieren kann ich, und auch das Einarbeiten in Problemkreise ist keine Schwierigkeit für mich. Als Industriemanager hat man ganz ähnliche Abläufe zu bewältigen, nur dass das Umfeld eben ein anderes ist. Ich denke, dass ich viel Spaß an meiner neuen Aufgabe haben werde. Ich freue mich jedenfalls darauf. Herausforderungen empfinde ich immer als angenehm.
Die Frage ist etwas weit her geholt. Trotzdem: Wenn Sie in sieben Jahren auf Ihre Amtszeit zurück blicken – wie möchten Sie Görlitz dann erleben?
Deinege: Als eine Stadt mit stabiler Wirtschaft und einem familienfreundlichen Ruf, der sich regional und überregional herumgesprochen hat. Nicht zuletzt als eine Stadt, die dank ihrer fantastischen Lage und tollen Architektur zum Weltkulturerbe gehört. Ich selbst möchte auf Erfolge zurück blicken, mit denen ich die Menschen in ihrem Tun für Görlitz motivieren konnte.













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