Der Haushaltsplan der Stiftung für das Sorbische Volk für das Jahr 2012 steht. Er beinhaltet mit 16,8 Millionen Euro genauso viel Geld wie 2011, gilt als ausgeglichen. Dennoch: Für das Jahr 2013 hängen schon schwarze Wolken am Himmel.
Kürzungen lautet das gefürchtete Wort. Ursprünglich sollten 500.000 Euro am sorbischen Institut eingespart werden. Jeder dritte Arbeitsplatz wäre gefährdet.
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Eine Entscheidung, die der Stiftungsrat nun erst einmal von der Tagesordnung gesetzt und auf kommenden Herbst verschoben hat. Zudem soll der Stiftungsdirektor bis zum Frühjahr ein überarbeitetes Konzept zum Nationalensemble vorlegen. Knackpunkt ist hier die Musikakademie, für die die Finanzierung erst zu einem Fünftel gesichert ist.
Kürzungen hat der Stiftungsrat dennoch beschlossen. Und die treffen das Deutsch-Sorbische Volkstheater. 200.000 Euro weniger soll es ab 2013 geben. Damit hätte das Theater bereits 370.000 Euro zu kompensieren. Denn bereits seit 2010 erhält es von der Stiftung 170.000 Euro weniger.
Die Konsequenz hat Intendant Lutz Hillmann schnell und deutlich benannt: "Wir müssten eine Sparte schließen. Und das würde das Puppentheater treffen." Denn bereits in einem Gutachten von 2007 wird genau diese Summe genannt, die als allerletzte Möglichkeit zu einer Spartenschließung führen würde.
Lutz Hillmann ist fassungslos angesichts dieses Beschlusses, einer "Katastrophe", wie er sie nennt. "Hier ist man den bequemsten Weg gegangen. Da der Träger des Theaters der Landkreis ist, muss der sich nun damit auseinander setzen. Die Stiftung ist fein raus."
Dem Landkreis hat er vorige Woche erst einmal die Konsequenzen dargelegt. Dort ist man ebenfalls alles andere als glücklich. Offiziell gibt man sich zwar relativ wortkarg. Eindeutig ist aber, dass an eine Schließung des Puppentheaters momentan nicht gedacht wird. "Wie die Mittel im Kulturraum ab dem Jahr 2013 vergeben werden, lässt sich heute noch nicht sagen. Auf jeden Fall wird diese Sachlage entsprechend in die Haushaltsdiskussion einfließen", sagt Vizelandrat Wolfram Leunert und fügt hinzu: "Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Mindereinnahmen kompensiert werden können."
Tatsächlich gibt es dafür wenig Spielraum. Intendant Lutz Hillmann nennt drei Optionen: "Entweder der Stiftungsrat nimmt die Kürzungen zurück oder ein anderer Zuwendungsgeber wie zum Beispiel der Kreis oder der Kulturraum gleicht das aus. Drittens wäre es noch möglich, dass die Stiftung das Geld mit einer klaren Zielvereinbarung bereitstellt." Wichtig sei es jetzt, Gespräche zu führen. "Wir müssen hier politischen Druck aufbauen, um der Stiftung klar zu machen, was sie hier anrichtet", sagt Hillmann.
In einigen Teilen der Politik ist die Dramatik der geplanten Kürzung bereits angekommen. So meint Landtagsabgeordneter Heiko Kosel von den Linken zu einer möglichen Schließung des Puppentheaters. "Es wäre ein Armutszeugnis für Bautzen und die Oberlausitz und hätte negative Auswirkungen, die weit in die Zukunft reichten. Über das Puppentheater haben viele Kinder den Weg zum regelmäßigen Theaterbesuch gefunden." Es müsse unverzüglich ein Finanzierungsmodell vorgelegt werden.
Und Bundestagsmitglied Reiner Deutschmann (FDP) meint in einer Mitteilung: "Die Entscheidungen des Rates der Stiftung für das Sorbische Volk sind nicht mehr nachvollziehbar." Mit der neuerlichen Kürzung im Etat des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen setze er sich über den Staatsvertrag zur Errichtung der Stiftung hinweg, der der Pflege und Förderung sorbischer Sprache und Kultur diene.
Das sei nicht der Sinn und Zweck von Kulturpolitik. Die Mittel von Bund, Freistaat Sachsen und Brandenburg würden nicht fürs "Verwalten" bereitgestellt. Das ist ein Punkt, der auch Lutz Hillmann sauer aufstößt: "Man darf ja nicht vergessen, dass es sich hier um Geld aus deutschen Steuermitteln handelt."










Warum hier extra der Begriff >deutsche< Steuer-
mittel genannt wurde, ist nicht nachzuvollziehen.
Die Sorben zahlen schließlich genauso
Steuern, wie die Deutschen.
Besser wäre natürlich der Schlußsatz gewesen:
*Man darf nicht vergessen, dass es sich hier
um Geld aus Steuermittel handelt.*