Tourismusverband - Oberlausitz statt Heidelberg

Nicole Huber Foto: Marcel Ditrich
Bautzen. Der Vorstand des jüngst neuformierten Tourismusverbandes Oberlausitz (TVO) hat Nicole Huber einstimmig zur neuen Geschäftsführerin bestellt. Die 53-jährige Volljuristin soll ihre Tätigkeit zum 1. September aufnehmen.
Unter 80 Bewerbern habe die im ’Wahlkreis 34 Heidelberg’ der Landtagswahl vom März in Baden-Württemberg mit 20,8 % gegenüber dem Grünen Kandidaten (39,1 %) unterlegene CDU-Kandidatin durch langjährige Führungs- und Managementerfahrung an der Schnittstelle von Tourismus, Wirtschaft, Verwaltung und Standortentwicklung überzeugt. Unter anderem hatte sie die Geschäftsführung der Heidelberg Marketing GmbH inne und war Stadtdirektorin von Heidelberg. Sie ist Vizepräsidentin der IHK Rhein-Neckar.
Huber selbst betont: „Ich komme nicht als Fremde in die Oberlausitz. Ich habe in Dresden studiert, und meine Familie ist eng mit Bautzen verbunden.“ Die Wahlniederlage im Grünen Heidelberg war erwartbar und blieb damit auch ohne eigentliche politische Konsequenz. Allerdings fiel Hubers Kandidatur in eine Phase, in der sie bereits wegen ihrer umfangreichen Korrespondenz zum Investor und Mäzen Henry Jarecki und der öffentlichen Debatte über dessen Beziehungen zu Jeffrey Epstein unter verstärkter Beobachtung stand. Medial wurde in der Kurpfalz darin einen Belastungsfaktor für die öffentliche Wahrnehmung ihrer Kandidatur gedeutet, auch wenn keine Belege für ein Fehlverhalten Hubers oder direkte Verbindungen zu Epstein vorliegen. Huber besuchte Jarecki nach eigenen Angaben 2016 auf dessen Privatinsel in den USA. Henry Jarecki wurde 1933 als Heinrich Georg Jarecki im pommerschen Stettin geboren.
Vertreter der Jusos sowie einzelne Kommunalpolitiker hatten Aufklärung über die Art dieser Beziehungen und darüber gefordert, welche Kenntnisse Huber über Jareckis Umfeld hatte. Im Kern der Kritik wiederholte sich der Vorwurf, dass sich Huber häufig an der Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft bewege und dadurch Teil eng vernetzter Eliten sei. Mit dem Engagement in der Oberlausitz nimmt sich Nicole Huber gewissermaßen auch aus der politischen Schusslinie am Neckar.
Kommentare zum Artikel "Tourismusverband - Oberlausitz statt Heidelberg"
Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.
Es zeigt sich einmal mehr, dass Bewerberinnen und Bewerber aus der Region mit Erfahrung in Vermarktung und entsprechenden Netzwerken offenbar keine Chance haben. Fraglich bleibt, ob jemand von außerhalb die Lausitz und die Euroregion jemals so kennen und verstehen kann, um sie authentisch zu vermarkten. Offenbar wogen politische Verbundenheit und die Fähigkeit, kommunale Gremien zu überzeugen, schwerer als regionale Verbundenheit, Erfahrung und der Herzschlag für die Region.
Nicole Huber, CDU-Politikerin aus Baden-Württemberg, die bei der Landtagswahl im März 2026 am Parlamentseinzug scheiterte, wird plötzlich Geschäftsführerin des kommunalen Tourismusverbandes Oberlausitz. Wohlgemerkt: Ohne, dass bisher ein Bezug in die Oberlausitz bekannt wäre. Sollte nicht gerade für die Tourismusförderung der Oberlausitz jemand aus der Region oder wenigstens den östlichen Bundesländern genommen werden?
Doch das ist nicht das Einzige Malheur:
Verschiedene Medien, u.a. COMPACT, berichteten im Frühjahr 2026 über bekanntgewordene Kontakte von Huber mit dem Epstein-Vertrauten Dr. Henry Jarecki, dessen Privatinsel die CDU-Politikerin sogar besucht haben soll. Aber in den Reihen wird wie gehabt alles unter den Tisch gekehrt. Sie machen einfach was sie wollen und schieben sich ihre Pöstchen zu.
Vielleicht wurde es in Baden-Württemberg politisch auch zu heiß, so dass jetzt der Ortswechsel nach Sachsen erfolgt? Einmal mehr zeigt sich jedoch: Der Filz beginnt auf kommunaler Ebene und reicht bis ganz oben. Höchste Zeit, überall auszumisten und der Privatwirtschaft viele, viele neue Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen!