18.02.2012
MÜCKENHAIN/BIEHAIN
Eisiges Quadfahren auf dem Inselsee
FRANK-UWE MICHEL

Volle Fahrt voraus! Bei den frostigen Temperaturen der letzten Tage war der Mückenhainer Marco Franke mit seinem Quad desöfteren auf dem zwischen Biehain und Kaltwasser gelegenen Inselsee unterwegs. Die Feuerwehr hatte zuvor eine Eisdicke von 21 Zentimetern festgestellt.
Volle Fahrt voraus! Bei den frostigen Temperaturen der letzten Tage war der Mückenhainer Marco Franke mit seinem Quad desöfteren auf dem zwischen Biehain und Kaltwasser gelegenen Inselsee unterwegs. Die Feuerwehr hatte zuvor eine Eisdicke von 21 Zentimete | Maria Kabus
Marco Franke tut das, was nur bei absolutem Frost funktionieren kann – mit dem Quad über den zugefrorenen Inselsee zwischen Biehain und Kaltwasser düsen. Zuvor hat der 23-jährige Mückenhainer eingehend geprüft, dass die Eisdecke ihn und sein 170 Kilo schweres Gefährt auch trägt.

Ein Draufgänger ist Marco Franke eigentlich nicht. Wohl aber experimentierfreudig, wenn es um sein Freizeitvergnügen geht. Und das ist etwas ungewöhnlich: Quadfahren macht dem 23-Jährigen Spaß. Wobei die Jahreszeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ist es warm draußen, begibt sich der Mückenhainer ins Gelände, fährt in Deschka auf einer Strecke direkt an der Neiße. Oder nimmt auch die rund 40 Kilometer bis ins polnische Olszyna unter die Räder, um dort auf einer ausgebauten Motocross- und Enduro-Strecke Gas zu geben.
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Der Winter ist eigentlich für Reparaturen reserviert. Doch dieses Mal bleibt dafür weniger Zeit. Denn der Frost der vergangenen Tage hat die Eisdecken der Seen stärker anwachsen lassen als das in "normalen" Wintern üblich ist.

Für Marco Franke kam die sibirische Kälte wie gerufen. Er kannte den Inselsee schon von früheren Aktivitäten. "Wir haben dort mal Eishockey drauf gespielt. Und jetzt, dachte ich, probierst du es einfach mit dem Quad." Freunde von der Freiwilligen Feuerwehr hatten zuvor bei einer Probebohrung 21 Zentimeter Eisdicke festgestellt.

Für den unternehmungslustigen jungen Mann Bestätigung genug, sein Quad zum Inselsee zu fahren und dort ein paar rutschige Runden zu drehen. "Das ist natürlich etwas ganz anderes, als wenn man festen Boden unter den Rädern hat. Auf Eis brauchst du ewig, ehe du auf Touren kommst. Es dreht durch und rutscht, aber macht absoluten Spaß, wenn der Schnee nach hinten stiebt und du dich mit dem ganzen Gerät im Kreise drehst."

Am Anfang, gibt Marco Franke zu, habe er schon etwas Bammel gehabt, sei deshalb nur am Rand gefahren. "Man hat mir aber gesagt, dass 15 Zentimeter Eisdicke eigentlich reichen würden, deshalb habe ich mich dann auch weiter auf den See hinaus getraut."



Mit Erfolg. Tief eingemummelt, den Schal ins Gesicht gezogen, die Mütze bis tief unter die Ohren, darüber den Sturzhelm – ohne den auch beim Quadfahren überhaupt nichts geht. "Na klar, bei minus 20 Grad friert dir irgendwann alles ein. Da musst du dich schützen, so gut es geht." Jeweils etwa zwei Stunden hielt der Mückenhainer durch, ehe ihm die Kälte in Finger und Füße zog und auch die mehreren Lagen Hosen und Pullover wirkungslos erscheinen ließ.

Halten die tiefen Minus-Temperaturen weiter an, will Franke noch mehrmals auf dem Inselsee seine Runden drehen. "Es ist herrlich, dieses Fahrgefühl. Die 40 PS und 400 Kubikzentimeter unter dem Hintern merkst du schon." Als junger Bursche war er mit einem Simson auf den Motocrossstrecken der Region unterwegs. "Das Quad ist nochmal eine Steigerung", findet er. Fahrgefühl und Bedienung wie beim Motorrad, aber um einiges rustikaler – auch wenn die vom Zweirad gewohnte Kurvenlage fehlt.

Nachahmer des eisigen Fahrvergnügens mahnt Franke jedoch zu äußerster Vorsicht: "Man sollte sich wirklich nur auf solche Eisflächen wagen, von denen man weiß, wie dick sie sind und dass die Stärke tatsächlich reicht."


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