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Augenmaß auch bei den Zukunftslasten

Augenmaß auch bei den Zukunftslasten

Bürgermeisterin Heike Böhm zeigt sich beim Studium des neuen Haushalts zufrieden und möchte die Pro-Kopf-Verschuldung auch künftig niedrig halten. Foto: Till Scholtz-Knobloch

Der Rothenburger Stadtrat hat am 12. Februar den neuen Haushalt beschlossen. Dieser sieht im laufenden Jahr Investitionen von 2,9 Millionen Euro vor – das sind etwa 400.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Rothenburg. Mit 300.000 Euro schlägt die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 10 der Freiwilligen Feuerwehr Lodenau zu Buche, nachdem im letzten Jahr die Kernstadt bei der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges zum Zuge gekommen war. „Dieses Jahr gibt es dabei jedoch keine Fahrzeugförderung seitens des Landkreises und somit gedulden wir uns bis zum kommenden Haushaltsjahr.“ stellt Bürgermeisterin Heike Böhm klar. Der Brandschutzbedarfsplan als rechtliche Grundlage für die Anschaffung, verpflichtet die Stadt zur Erneuerung des Lodenauer Löschfahrzeuges. Das alte Fahrzeug in Lodenau befindet sich bereits seit 1998 im Fuhrpark der Feuerwehr.

Eine besonders umfassende Aufgabe kommt 2020 auf die Stadt Rothenburg infolge des Digitalpaktes Schule zu, mit dem die Oberschule und die Grundschule ihre Schützlinge für die digitale Zukunft mit entsprechenden Voraussetzungen fit machen wollen. Da für die neue Oberschule der erste Spatenstich 2021/22 zu erwarten sei, könne, so Heike Böhm, „wenn es gut läuft, zum Schuljahr 2024/25“ am neuen Standort der Unterricht mit der modernen technischen Ausstattung beginnen. 276.000 Euro kann die Stadt Rothenburg dafür nun abrufen. Schon der Fördermittelantrag für die notwendigen Vorarbeiten löst natürlich Kosten aus. So ist für die Schulen ein Medienbildungskonzept zu erstellen und ein Fortbildungsprogramm für Lehrer vorzubereiten. Ebenso wird eine Ist-Analyse erstellt, auf dessen Grundlage der zusätzliche Bedarf an digitaler Infrastruktur und technischer Ausstattung ermittelt wird. Heike Böhm berichtet, dass der Architekt für die Oberschule seine Arbeit aufgenommen habe.

Am Bebauungsplan Bürgerzentrum wird gegenwärtig gearbeitet. Zurzeit bereitet die Stadtverwaltung zudem den Abbruch der ehemaligen Kita vor.

Apropos Kita: Zur Neuanlage des Spielplatzes an der Kita Sonnenhügel betont die Bürgermeisterin „Der Hügel möge ein echter Sonnenhügel sein“.

Aufgrund hoher Sicherheitsstandards werde der Hügel saniert und der Spielplatz mit neuen Spielgeräten versehen. Zum Abschluss kommen hingegen die Arbeiten am Schlossplatz. „Bis zum Sommerfest möchten die Bauarbeiten abgeschlossen sein“, erklärt die Bürgermeisterin dem Niederschlesischen Kurier. Der Landkreis möchte 2020 die Horkaer Landstraße in Uhsmanndorf sanieren. Der Gehwegbau und die Straßenbeleuchtung liegen in der Zuständigkeit der Stadt.

Die öffentliche Beleuchtung an sich ist eine freiwillige Aufgabe, wobei ab 23.00 Uhr eine „orientierende Beleuchtung“ sicherzustellen sei. Seit Jahren stelle die Stadt schrittweise auf Energiesparlampen um, wofür pro Stück rund 500 Euro zu berappen sind.„Die gesparte Energie wird wieder in die Anschaffung neuer Leuchtmittel investiert“, erläutert Böhm die Strategie der Stadt.
Häppchenweise lässt sich hingegen die unbefriedigende Sanitärsituation am Sportplatz in Uhsmannsdorf nicht verbessern. Ein Umbau ist dort nicht möglich. Um mit einem Sanitärcontainer für Spieler, Schiedsrichter und auch Zuschauer Abhilfe zu schaffen, wurde dieses Erfordernis als LEADER-Projekt eingereicht. „Im Oktober gab’s für das Projekt ein positives Votum. Mit dem positiven Votum durften wir die Fördermittel beantragen.“ zeigt sich Heike Böhm zuversichtlich.

Hoffnung gibt es auch für das Projekt in Nieder Neundorf. Ihr kleines grünes Refugium im Ortskern soll eine neue Begegnungsstätte mit überdachtem Freisitz, einer Küche nebst Lagerraum sowie barrierefreien Sanitäranlagen erhalten. Mit der angestrebten Barrierefreiheit wird die Nutzung des Parks für Menschen mit körperlichen Einschränkungen erleichtert bzw. ermöglicht. „Da kulturelle Arbeit die menschliche Gemeinschaft stärkt, zu einem Generationendialog und auch zu einer über die Stadtgrenze hinausgehenden Ausstrahlung beiträgt, unterstützt die Stadt lokale Kulturarbeit“, erklärt die Bürgermeisterin. Die Eigenmittel der Stadt stehen zur Verfügung. „Nun hoffen wir auf ein positives Votum. Wird dieses gegeben, beantragen wir die Fördermittel.“ Insgesamt betont Heike Böhm: „Mit 166 Euro Pro-Kopf-Verschuldung stehen wir recht gut da“, auch wenn diese durch Kredite wegen des Neubaus der Oberschule, der Sportstätte und des Bürgerzentrums natürlich steigen werde.
 

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Till Scholtz-Knobloch / 08.03.2020

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