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Barockschloss ist 
bald durchsaniert

Barockschloss ist 
bald durchsaniert

Schlosschefin Ines Eschler freut sich, dass die Podeste für die Schlangenhenkelvasen im Spiegelsaal nicht mehr leer sind.

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Das so genannte Vasenzimmer wurde im vergangenen Jahr als einer der letzten Prachträume im Schloss restauriert.

Mit dem Treppenhaus und dem Foyer stehen 2019 die letzten beiden Abschnitte auf dem Programm. Doch auch danach wird es für die Leiterin des Schlossbetriebes nicht langweilig.

Rammenau. Baugerüste prägten in den vergangenen 20 Jahren mal mehr, mal weniger stark das Ambiente im Barockschloss Rammenau unweit von Bischofswerda. Auch gegenwärtig erblicken Besucher, die durch das Portal schreiten, als erstes Rohre und Stangen aus Edelstahl. „Ja, auch dieses Jahr wird noch einmal stark von Bauarbeiten geprägt sein“, bestätigt die Leiterin der Schlossverwaltung, Ines Eschler. Doch im Unterschied zu den Vorjahren gibt es jetzt Licht am Ende des Tunnels: „Wenn wir die gegenwärtigen Arbeiten im Treppenhaus und im Foyer des Spiegelsaals abgeschlossen haben, dann ist unser Schloss rundum durchsaniert.“ Etwa 20 Millionen Euro ließ es sich der Freistaat Sachsen innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte kosten, das Kleinod des Landbarock auf halbem Wege zwischen Dresden und Bautzen auf Vordermann zu bringen. In kleinen Schritten – Raum für Raum – arbeiteten sich die Restauratoren, die Maler und Stukkateure, aber auch Tischler, Maurer und Zimmerleute voran. So gab es Jahr für Jahr neue Erfolge zu verkünden, neue, prachtvoll ausgestattete und gestaltete Salons vorzustellen.
Im vergangenen Jahr waren es der Jagdsalon und das Vasenzimmer. Letzteres stellte in alten Zeiten ein Vorzimmer dar, über das man die herrschaftlichen Gemächer der Beletage erreichte. Die Feuerklappen belegen, dass von hier aus die Öfen der umliegenden Zimmer beheizt wurden. „Nach der Restaurierung erstrahlt dieser Raum jetzt wieder befreit vom Schmutz der Jahrhunderte in frischen Farben. Das Vasenzimmer dient heute als Empfangsraum, wenn im Spiegelsaal Konzerte oder andere Veranstaltungen durchgeführt werden“, so Ines Eschler. Der Jagdsalon trägt seinen Namen eigentlich zu Unrecht, denn er bildete einen der vier historischen Speisesalons und hatte ursprünglich keinen thematischen Bezug. Erst in den 1980er Jahren erhielt er in freier Inszenierung eine passenden Ausmalung und wurde mit Jagdtrophäen versehen. 
Ebenfalls wieder nutzbar ist der Spiegelsaal, der im Vorjahr aufgrund von Ausbesserungsarbeiten am Parkett nicht zur Verfügung stand. 

Hier finden, beginnend am 16. März mit der „Suite für Cello und Reifrock“ nach Johann Sebastian Bach, in diesem Jahr auch wieder die traditionsreichen Schlosskonzerte statt. Und noch etwas unterscheidet den Spiegelsaal heute von seiner Anmutung vor einem Jahr: Auf den Podesten vor den Spiegeln auf der Südseite steht wieder ein Paar Schlangenhenkelvasen. „Sie wurden nach dem Vorbild der ursprünglichen Vasen in einer Meißener Werkstatt hergestellt“, berichtet Ines Eschler. Mit den „alten“ Vasen verbindet sich ein wahrer Krimi, denn die Erben der ursprünglichen Eigentümer ließen sie 2015 in London bei „Sotheby’s“ versteigern. „Auch wir hatten um die Vasen geboten, aber gegen die Araber, die sie haben wollten, natürlich keine Chance“, erinnert sich die Schlossleiterin. Nun also noch das Treppenhaus und das Foyer. „Die Arbeiten werden hier so geplant, dass der Museumsbetrieb weitestgehend ungestört bleibt. Besucher sollen dabei die Möglichkeit erhalten, den Restauratoren über die Schulter zu schauen und gern auch mit diesen ins Gespräch zu kommen“, versichert Ines Eschler. Auf die Frage, ob ihr die Bautätigkeit nach dem Abschluss der aktuellen Arbeiten nicht fehlen wird, lacht sie: „Das Bauen hört nie wirklich auf. In so einem großen Haus gibt es immer etwas instand zu setzen und zu erneuern. Jeder Hauseigentümer weiß das.“ Thematisch steht die Saison 2019 – und das beim gesamten Schlösserbetrieb des Freistaates Sachsen – unter dem Motto „Sachsens Glanz – fürstlich Barock.“ Damit soll an die Hochzeit zwischen dem Sohn Augusts des Starken, des späteren August III, und Josepha von Österreich vor genau 300 Jahren, also 1719, erinnert werden. In dieser Zeit begannen auch die ersten Vorbereitungen für den Bau des Barockschlosses Rammenau – sicher ein interessanter Bogen, der sich in die Jetztzeit schlagen lässt. Auch wenn die Zeit der großen Erneuerungen – zumindest vorerst – bald vorbei ist. Kulinarisch setzt der Schlossbetrieb 2019 auf „Gegensätze, die sich anziehen“ – also Speisenkombinationen, die eigentlich nicht zusammenpassen. Die Leinentage als Saisonhöhepunkt am letzten Augustwochenende finden natürlich auch in diesem Jahr wieder statt.

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Uwe Menschner / 06.02.2019

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