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FSV-Kicker haben Bock auf die Sachsenliga

FSV-Kicker haben Bock auf die Sachsenliga

Die Kicker des FSV 1990 Neusalza-Spremberg feierten in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Fußball-Sachsenliga. Foto: Tomas Eichler

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Georg Schröer ist der Teammanager des FSV 1990 Neusalza-Spremberg. Foto: Verein

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Der FSV 1990 Neusalza-Spremberg setzt auch in der Fußball-Sachsenliga auf die Qualitäten des Spielmachers Lukas Bouska (rechts). Foto: Verein

Der FSV 1990 Neusalza-Spremberg startet am Sonntag, 26. August, um 15.00 Uhr, auf dem Sportplatz Hänscheberg in der Fußball-Sachsenliga gegen den SV Einheit Kamenz in die neue Saison. Steffen Linke, Redakteur des „Oberlausitzer Kurier“, unterhielt sich dazu mit dem Teammanager Georg Schröer.

Herr Schöer, der FSV 1990 Neusalza-Spremberg ist in zehn Jahren von der Kreisliga bis in die Sachsenliga durchmarschiert. Wo sehen Sie das Erfolgsrezept des Vereins?

Georg Schröer: Trotz unseres großen und wichtigen Sponsors haben wir als Verein immer eine Kontinuität an den Tag gelegt. Wir sind nie gleich durch die nächste Liga durchmarschiert, haben versucht, mit Sinn und Verstand zu wirtschaften und eine homogene Mannschaft zu formen. Wir haben immer erst die Basis für den Erfolg geschaffen.

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Inwieweit hat dieser sportliche Durchmarsch die Strukturen im Verein verändert?

Georg Schröer: Als ich in Neusalza-Spremberg angefangen habe, haben wir Kreisliga gespielt. Dementsprechend war das Umfeld damals. Auch in der Mannschaft war noch dieses Kreisligadenken vorhanden. Nach und nach ist das professioneller geworden. Zuerst übernahm Enrico Falz, der schon in der Bezirksliga trainiert hatte, zusammen mit seinem Vater die Mannschaft. Dann kam Stefan Mihalik, der selbst höherklassig Fußball gespielt hatte. Andre Kohlschütter, der jetzt im siebten Jahr unsere Männer betreut, bringt sehr viel Professionalität in die Mannschaft hinein. Im Umfeld sind wir ebenfalls gewachsen. Unser Stadion ist in einem Top-Zustand. Wir haben gute Trainingsmöglichkeiten – zum Beispiel auch auf dem Kunstrasen in Cunewalde. All das hat zum Erfolg beigetragen. Der Verein hat sich auch im Vorstand mit Michael Förster als Präsident und mir als Vizepräsident neu aufgestellt und vor allem verjüngt.

Wird der Verein aufgrund dieser sportlichen Entwicklung in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen als früher?

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Georg Schröer: Natürlich. Selbst als wir in der Landesklasse gespielt haben, haben schon viele auf uns geschaut, was wir machen bzw. welche Spieler wir verpflichten.

Wo liegen für Sie konkret die größten Unterschiede in der fußballerischen Qualität zwischen den unteren und den höherklassigen Ligen?

Georg Schröer: In den unteren Ligen stehen der Spaß und das Bierchen nach dem Spiel an erster Stelle. In der Landesklasse verhalten sich alle Spieler schon etwas professioneller. Das Miteinander unter Vereinen im etwas höherklassigen Fußball ist viel besser wie das auf Kreisebene. Auf dem höheren Level finden wir bei Problemen, wie zum Beispiel einer Spielverlegung, viel eher Lösungen als im unterklassigen Bereich.

Inwieweit ist der FSV 1990 Neusalza-Spremberg jetzt für die Sachsenliga gewappnet?

Georg Schröer: Wir sind vom Spielerkader her gut gerüstet. Wir starten in dieser Saison auch mit einer eigenständigen A-Juniorenmannschaft. Aus diesem Pool kann Andre Kohlschütter natürlich auch beim Training der 1. Männermannschaft schöpfen. Wenn ganz große Not am Mann ist, können wir auch zu den Spielen schon ein, zwei A-Jugend-Akteure einbauen. Unser Ziel besteht darin, Nachwuchskräfte in die Männermannschaft zu integrieren. Wir selbst sind der Meinung, dass wir sportlich mit der Konkurrenz mithalten können. Wie sich das dann präsentiert, werden wir sehen.

Ist die Sachsenliga für den Verein trotzdem ein neues Abenteuer?

Georg Schröer: Definitiv. Keiner von uns kennt sich in der Sachsenliga aus, bis auf unser Stürmer Marius Riedel, den wir von Pirna-Copitz verpflichtet haben. Der hat zuletzt mehrere Jahre in der Sachsenliga gespielt. Ansonsten ist es für alle Spieler und auch alle Verantwortlichen im Verein eine völlig neue Aufgabe, die wir alle mit Freude angehen. Wir haben einfach Bock darauf.

Zum Auftakt spielt der FSV 1990 Neusalza-Spremberg gegen den Oberligaabsteiger SV Einheit Kamenz. Zwischen beiden Mannschaften lagen in der vergangenen Meisterschaft zwei Spielklassen. Ist das gleich eine Herkulesaufgabe?

Georg Schröer: Auf alle Fälle, weil sich Kamenz trotz einiger Abgänge an Leistungsträgern sehr gut verstärkt hat. Der SV Einheit Kamenz hat genau wie wir eine ganz junge wilde Truppe, die sicherlich den Aufstieg in die Oberliga wieder anstrebt. Wir sind, auch wenn wir zu Hause spielen, krasser Außenseiter. Mit guter Motivation und etwas Glück können wir im ersten Heimspiel aber vielleicht sogar einen Punkt holen. Denn vielleicht ist der Oberligaabsteiger am ersten Spieltag noch nicht so eingespielt und kann noch nicht sein ganzes Potenzial abrufen.

Wie wichtig ist aus Ihren Erfahrungen heraus gleich ein guter Auftakt in die Saison?

Georg Schröer: Ich kenne die Situation noch gut aus dem ersten Jahr in der Landesklasse. Damals lief die Hinrunde gar nicht gut. Deshalb haben wir sofort unter Druck gestanden. Es wäre schön, wenn wir schon frühzeitig punkten können und möglichst schnell in „ruhiges Fahrwasser“ kommen.

Hoffen Sie, dass vielleicht der ein oder andere Gegner den Neuling aus Neusalza-Spremberg – wie das manchmal im Sport so üblich ist – etwas unterschätzt?

Georg Schröer: Der SV Einheit Kamenz hat uns zweimal beobachtet und wird uns deshalb sicher nicht unbedingt unterschätzen. Vielleicht gibt es aber die ein oder andere Truppe aus dem Leipziger oder Chemnitzer Raum, die uns gar nicht so auf dem Schirm hat.

Ist für den FSV 1990 Neusalza-Spremberg mit der Sachsenliga das Ende der Fahnenstange erreicht? Oder soll es mal noch höher hinausgehen?

Georg Schröer: Wir sind uns aktuell intern einig, dass unser kleiner Verein mit der Sachsenliga das Limit erreicht hat. In der Oberliga und im Nordostdeutschen Fußballverband sind dann die Auflagen für uns nur schwer zu erfüllen. Es ist für unseren kleinen Verein auch nicht unbedingt erstrebenswert, mit solch großen Geldmengen zu agieren. Unser langfristiges Ziel besteht darin, dass wir uns in der Sachsenliga etablieren.

Steffen Linke / 26.08.2018

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