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„Man muss schlagfertig sein“

„Man muss schlagfertig sein“

Wie es bei zahlreichen Jungen der Fall ist, drehte sich auch für Uwe Tschacher in seiner Jugend alles um das runde Leder. „Ich habe in Pulsnitz gespielt, dabei alle Altersklassen durchlaufen und bin später sogar ans Trainingszentrum Bischofswerda gewechselt“, erzählt er. Mit Beginn seines Studiums zum Grundschullehrer, der damals Unterstufenlehrer hieß, zog er nach Radebeul und musste das Training zunächst aufgeben. Erst 1992 begann Tschacher wieder zu kicken – bei den „Alten Herren“ des SV Lok Kamenz. „Dort wurde ich relativ schnell zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, fing 2000 an, das Turnier „Eiserne Herren“ zu organisieren, und übernahm 2017 den Vereinsvorsitz“, fasst er zusammen. Rund zehn Stunden pro Woche im Schnitt verbringt er mit ehrenamtlichen Aufgaben, schätzt Uwe Tschacher. Hauptamtlich ist er bei der Stadtverwaltung Kamenz als Personalratsvorsitzender und im Hort der „Grundschule am Forst“ als Erzieher tätig. Daneben unterstützt er nebenberuflich Menschen dabei, nach Krisensituationen den Weg zurück in den Alltag zu finden.

Fußball ist für Uwe Tschacher mehr als ein Hobby. „In meinem Keller habe ich mir eine Art kleines Archiv aufgebaut – beispielsweise mit alten „FuWo“-Ausgaben“, berichtet er. Die „FuWo“ war die Fußballzeitung der DDR. In seiner Freizeit reist er sogar ins Ausland, um seinen Lieblingsverein Bayern München spielen zu sehen. All dies motiviert ihn, sich auch für Ort für die Sportförderung einzusetzen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. „In unserem Verein kann ich dabei immer auf die Unterstützung unserer engagierten Übungsleiter zählen. Deren Arbeit ist essentiell dafür, die jungen Sportler bei der Stange zu halten.“ Für seine Verdienste um den Fußball verlieh der Westlausitzer Fußballverband Uwe Tschacher kürzlich eine Ehrennadel.

Der Kamenzer ist aber auch als Stadionsprecher und Moderator von Sportveranstaltungen bekannt. Er begann früh damit, sich die nötigen Fertigkeiten anzueignen: „Als Jugendlicher half ich meinem Vater dabei, Wettkämpfe zu organisieren und durchzuführen. Dabei durfte ich eigenverantwortlich die Sieger ehren.“ Beim SV Lok Kamenz habe ihn dann später jemand angesprochen, ob er als Stadionsprecher fungieren wolle. Das macht er bis heute – neben Lok unter anderem auch bei den „Rödertalbienen“, also im Handball, und beim Fußball in Deutschbaselitz. Ein wenig Vorbereitungszeit muss er da meist investieren: „So lasse ich mir oft im Vorfeld die Aufstellung der gegnerischen Mannschaft geben und mache mich kundig, wie man komplizierte Namen ausspricht.“ Vieles ergebe sich aber aus der Situation heraus. „Man muss spontan reagieren können und schlagfertig sein.“ Ab und an führt Uwe Tschacher auch durch andere Sportveranstaltungen, zum Beispiel den „Lausitzer Blütenlauf“. Um den Überblick über die teils parallel verlaufenden Lauf- und Radwettkämpfe zu behalten, nutzt er Zuarbeiten der Veranstalter: der Stadtverwaltung Kamenz und des Ostsächsischen Schwimmvereins Kamenz (OSSV). „Dieses Jahr bedeutete der Blütenlauf für mich acht Stunden konzentrierte Arbeit ohne Pause – bei ungewöhnlich warmem Wetter, das auch den Athleten einiges abverlangte.“

Mit einem sehr populären Stadionsprecher und Sportjournalisten arbeitete Uwe Tschacher vor einiger Zeit zusammen: Gert Zimmermann. Von 2018 bis zu Zimmermanns Tod im Jahr 2020 moderierten die beiden im Stadttheater den „Kamenzer Fußball-Talk“ mit Gästen wie Jürgen Croy, Hansi Kreische und Eduard Geyer – Kennern des ostdeutschen Fußballs dürften diese Namen etwas sagen. „Vielleicht kann man ein solches Format mal wieder aktivieren?“ überlegt Tschacher.

Beate Diederichs / 09.07.2026

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