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Heinz Eggert plauderte aus dem Nähkästchen

Heinz Eggert plauderte aus dem Nähkästchen

Heinz Eggert plauderte im Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf von „nicht alltäglichen Alltäglichkeiten“. Foto: privat

Berthelsdorf. „Nicht alltägliche Alltäglichkeiten“, wer kennt sie nicht, hat sie nicht schon selbst erlebt? Täglich bieten sich dafür unzählige Anlässe und Möglichkeiten, die sich noch potenzieren, wenn man einen Beruf bzw. ein Amt ausübt, welches einem immer wieder neue Begegnungen und Bekanntschaften beschert, wie zum Beispiel einem Pfarrer oder einem Staatsminister, wie es Heinz Eggert in seiner Person vereint.

Auch mit 80 Jahren tritt der umtriebige Senior damit nicht kürzer. Geht auf der einen Seite keiner Begegnung aus dem Weg und hält auf der anderen Seite mit den damit verbundenen Erfahrungen, Alltäglichkeiten auch nicht hinterm Berg. So auch am 13. Juni im Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf, als Heinz Eggert mal nachdenklich, mal verschmitzt, mal auffordernd, oft humorvoll und mit einem Augenzwinkern, aber immer authentisch, eben „eggertmäßig“ Einblicke, in seine „nicht alltäglichen Alltäglichkeiten“ gibt. 

Pointiert nimmt er dabei die gesellschaftlichen Besonderheiten aus den vergangenen fünf Jahrzehnten in Ost und West aus seiner Sicht aufs Korn. Alltäglichkeiten, wie sie jeder, oder fast jeder schon einmal erlebt hat. Wer wurde nicht schon einmal verwechselt, schloss von der Kleidung auf den Menschen, wurde schon einmal gefragt oder ungefragt befragt? Dann sind da noch der Widerspruch von Datenschutz und das zwangsweise Mithören von Mobilfunkgesprächen, die widersinnigen Forderungen nach politischer Korrektheit, obwohl es die Betroffenen völlig gegensätzlich sehen und auch, nicht zu vergessen das „Gendern“ sowie ähnliche Alltäglichkeiten, wie die Sicht auf unsere Alltäglichkeiten durch die Brille ausländischer Freunde. 

In Eggerts Alltäglichkeiten finden die Besucher seine anfängliche Skepsis in Bezug des Wiederaufbaus der Dresdener Frauenkirche ebenso wieder, dass wie Karl Eduard von Schnitzlers „logischem Beweis“ für einen nichtexistierenden Gott, weil er ja vom ersten DDR-Kosmonauten nicht gesehen worden war. 

Wie im Flug vergehen bei seinen kurzweiligen Schilderungen die Minuten. Die von Heinz Eggert vorgetragenen Geschichten werden Episode um Episode förmlich vom begeisterten Publikum aufgesogen und mit zustimmendem Gemurmel quittiert. Mit seiner Geburtstagslaudatio auf unseren ersten Ministerpräsidenten nach der Deutschen Wiedervereinigung verabschiedet er sich schließlich von seinen Zuhörern. 

Am Ende gibt es tosenden Applaus und eine Flasche Rotwein als Honorar vom Vorsitzenden des Freundeskreises Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf Andreas Taesler.

Redaktion / 21.06.2026

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