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Rehkitzretter tun weit mehr als nur das

Rehkitzretter tun weit mehr als nur das

Fünf Männer mit einer Mission: Mithilfe ihrer Drohnen bewahren die Rehkitzretter hilflose Jungtiere vor dem sicheren Tod. Foto: Verein

Von der Jungtierrettung über die Schaffung neuer Lebensräume bis zur Auswilderung von Fasanen: Der Verein Oberlausitzer Rehkitzretter blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Oberlausitz. Der Einsatz beginnt früh am Morgen: Noch bevor die Sonne ihre ersten Strahlen zur Erde schickt, lassen die Piloten des Vereins Oberlausitzer Rehkitzretter ihre Wärmebilddrohnen aufsteigen. 2026 taten sie dies an 25 Tagen bei 69 Einsätzen in der gesamten Oberlausitz. Dabei suchten sie 742 Hektar ab. 

„Allein durch unsere eigenen Einsätze konnten 68 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden. Gemeinsam mit unseren Drohnenpiloten und befreundeten Helfern, die ebenfalls im Einsatz waren, konnten insgesamt sogar 130 Rehkitze und zwei Rotwildkälber gerettet werden“, erklärt Vereinsvorstand Torsten Jeremias. „Eine erfolgreiche Rehkitzrettung ist nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten und Jagdausübungsberechtigten möglich. Rechtzeitige Meldungen, gegenseitige Rücksichtnahme und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden, machen unsere Einsätze überhaupt erst möglich. Diese Zusammenarbeit zeigt eindrucksvoll, dass Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand funktionieren können.“

Grüne Grenzen – lebendige Natur

Doch die Rehkitzretter tun mittlerweile viel mehr als das, was ihr Vereinsname nahe legt. „Unser Heckenpflanzprojekt wurde 2026 weiter vorangetrieben. Ein besonderer Höhepunkt waren 1.800 Heckenpflanzen, die uns von der Baumschule Kmetsch aus Hoyerswerda gesponsert wurden. Sie schaffen neue Rückzugsräume, Nahrungsquellen und Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensräumen“, so Torsten Jeremias. 
Die anhaltende Trockenheit stellte die jungen Gehölze allerdings vor große Herausforderungen. Nur dank intensiver Bewässerung in den Sommermonaten konnte ein großer Teil gut anwachsen. 

„Ein großer Dank für die erteilten Pflanzgenehmigungen und die Unterstützung unserer Vorhaben geht an die Agrar Gröditz, die Budissa Kubschütz und die Stadt Weißenberg. Es freut uns sehr, dass unsere Projekte auf offene Ohren stoßen und uns Flächen vielfach wohlwollend zur Verfügung gestellt werden“, so der Vorstand. Ein Erdbohrgerät würde die Pflanzarbeiten auf unwegsamem oder schwer zugänglichem Gelände erheblich erleichtern und ermöglichen, neue Hecken fachgerecht und effizient anzulegen. 

Auch der Naturteich des Vereins im Weißenberger Stadtteil Drehsa wurde ökologisch weiter aufgewertet. Die zahlreichen gepflanzten Teich- und Uferpflanzen sind sehr gut gewachsen: „Nach vielen Jahren dient der Teich den Tieren nun endlich wieder als wertvoller Lebensraum und wichtiger Wasserspender. Damit ergänzt er unser Netzwerk aus Hecken, Wiesen, Gehölzen und Wasserflächen.“

Fasan soll wieder heimisch werden

Ein weiterer Schwerpunkt war 2026 das Auswilderungsprojekt für Fasane. „Ringfasane und Böhmische Jagdfasane wurden mit viel Zeit und Sorgfalt aufgezogen und auf die Auswilderung vorbereitet. Besonders erfreulich sind Beobachtungen wild lebender Fasane und erster natürlicher Gesperre. Sie zeigen, dass sich die intensive Arbeit langfristig auszahlen kann“, so Torsten Jeremias. Und weiter: „Mit der Auswilderung unserer Fasane möchten wir den Bestand stärken und den Tieren wieder einen Platz in unserer heimischen Kulturlandschaft geben. Deshalb bitten wir um Verständnis, wenn einmal ein Fasan einen Garten aufsucht. Gerade die Tiere aus unserer Zucht müssen ihre neue Umgebung zunächst kennenlernen und wissen in der ersten Zeit noch nicht, wo die Grenzen zwischen Feld, Hecke und Garten verlaufen“. Meist würden sie dort lediglich Käfer, Insekten und Sämereien suchen. Sollte ein Fasan dennoch unerwünscht sein, könne er in der Regel problemlos vergrämt werden. Rund um Drehsa und in den angrenzenden Revieren stellten die Rehkitzretter zwölf Futtertonnen auf, um den Fasanen auch in den Herbst- und Wintermonaten ausreichend Nahrung zu bieten. Über weitere Futterstellen anderer Akteure würden sie sich freuen.

Dank an Unterstützer

„Wir möchten eine Landschaft schaffen, in der Tiere Nahrung, Deckung, Wasser und geeignete Rückzugsräume finden. So entsteht Stück für Stück ein Netzwerk aus Lebensräumen für die heimische Tierwelt“, betont Torsten Jeremias. All das wäre ohne ehrenamtliche Helfer, Landwirte, Flächeneigentümer, Gemeinden, Drohnenpiloten, Unterstützer und Spender nicht möglich: „Unser besonderer Dank gilt allen, die uns mit ihrer Zeit, ihren Flächen, Sachspenden oder finanziellen Mitteln unterstützen. Jede Unterstützung wird zu einem Stück gelebtem Naturschutz – zu einem geretteten Tier, einem neuen Lebensraum oder einem Projekt, das unsere Natur langfristig bereichert.“ 

Wer den Verein bei der Anschaffung des benötigten Erdbohrgerätes und damit bei der Umsetzung weiterer Heckenpflanzungen unterstützen möchte, kann dies gern mit einer Spende tun. Die Bankverbindung lautet:
Spendenkonto: Oberlausitzer Rehkitzretter e.V.; IBAN: DE13 8555 0000 1002 0574 22
Website: oberlausitzer-rehkitzretter-e-v.jimdosite.com

PM/UM / 17.10.2026

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