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Schnitzer werfen die Kettensägen an

Schnitzer werfen die Kettensägen an

Wollen Sohland bekannter machen: Kettensägenschnitzerin Karen Hobelsberger und Gastronom Martin Warmuth bitten zu ihrem ersten Kettensägenfestival auf die Prinz-Friedrich-August-Baude. Foto: RK

Am Fuße des Prinz-Friedrich-August-Turms in Sohland/Spree kommt in einer Woche Deutschlands Kettensägerschnitzerszene zusammen. Dann geht in der Oberlandgemeinde zum ersten Mal ein Kettensägenfestival über die Bühne. Die letzten Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange.

Sohland/Spree. Die Wachauerin Karen Hobelsberger verschlägt es dorthin zurück, wo ihre Wurzeln sind. In der Kettensägerschnitzer-Szene hat sie sich längst schon einen Namen gemacht. Bereits mehrmals richtete sie die Veranstaltung auf ihrem eigenen Gelände im Dresdener Umland aus. Doch jetzt heißt es auch für sie: das Arbeitsgerät ins Auto gepackt, den Faltpavillon dazu und los geht die Reise. Damit folgt die gebürtige Oberländerin einer Einladung von Martin Warmuth, der seit vergangenem Jahr die Prinz-Friedrich-August-Baude betreibt. „Wir versuchen, unterschiedliche Veranstaltungen am Ortsrand auf die Beine zu stellen, damit Besucher auf uns aufmerksam werden“, meint der Gastronom. Der 35-Jährige hatte das Haus aus seinem Dornröschenschlaf wieder auferweckt. Erst Anfang August holte er die Kaisermania aus Dresden auf eine LED-Leinwand. „Zusammen mit etwa 550 Gästen verfolgten wir auf diese Weise das Konzertspektakel am Elbufer.“ Zur Premiere seines Kettensägenfestivals wird die doppelte Besuchermenge erwartet. Allerdings müsse dann auch das Wetter mitspielen, sagt der ursprünglich aus Wehrsdorf stammende Unternehmer. Die aktuellen Prognosen lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass die Sonne nicht scheint.

„Der Kontakt zu mir kam über den Verpächter der Baude zustande“, erinnert sich indes Karen Hobelsberger. Ihre Eltern leben nach wie vor in Sohland. Ein Anruf von ihnen genügte, um die dreitägige Veranstaltung aus der Taufe zu heben. „Inzwischen ist das ungefähr ein Jahr her. Seitdem feilen wir an der Organisation und dem Programm“, berichtet sie. 

Und das kann sich sehen lassen. Vom 30. August bis 1. September werden die Besucher nicht nur Zeuge davon, was die 14 Kettensägenschnitzer so drauf haben. Drum herum wartet beispielsweise am Samstagabend ab 20.00 Uhr Musik und Tanz mit DJ Steffen Weigelt aufs Publikum. Darüber hinaus hat Veranstalter Martin Warmuth eine Hüpfburg und eine Bastelstraße organisiert. Auf dem Baudengelände lässt sich zudem eine Partie Minigolf spielen. Auch eine Tombola soll es geben. Für die Verlosungsaktion stellen wiederum die Kettensägenschnitzer einige ihrer künstlerischen Arbeiten zur Verfügung, weiß Karen Hobelsberger. 

Ein weiterer Höhepunkt des Festivalwochenendes wird das Speedcarving sein. Das Temposchnitzen startet am Samstag und Sonntag jeweils gegen 15.00 Uhr auf einer abgelegenen Fläche. „Innerhalb kurzer Zeit entstehen dabei Figuren aus Holz“, meint die Spezialistin. „Im Anschluss werden wir diese Werke versteigern.“ Andere vor Ort angefertigte Plastiken sollen im Umfeld der Prinz-Friedrich-August-Baude den Grundstock für einen Skulpturenpark bilden. „Dazu sind wir mit der Gemeindeverwaltung im Gespräch“, erklärt Martin Warmuth. „Mit Hilfe von anzubringenden Namenstafeln wollen wir die Künstler bekanntmachen.“ 

Damit alles wie geplant funktionieren kann, mussten die Organisatoren Partner ins Boot holen. Einer von ihnen ist Holger Paulick. Er lässt das nötige Holz aus seinem Wald mit einem Radlader anfahren. „Dafür möchten wir uns schon jetzt recht herzlich bedanken“, sagen Karen Hobelsberger und Martin Warmuth erleichtert in Hinblick auf die Unterstützung. „Auch den Menschen im nahegelegenen Neudorf danken wir bereits für ihr Verständnis. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich der durch das Sägen verursachte Lärm in Grenzen halten wird.“ Aufgrund der Lage des Veranstaltungsgeländes dürfte nur wenig vom Kreischen der Maschinen zu hören sein, hieß es. 

Wer das gratis zugängliche Festival ansteuert, sollte auf jeden Fall einen der freien Parkplätze ansteuern. „Oben an der Baude ist die Zahl der Stellflächen begrenzt“, betont Martin Warmuth. Das Areal selbst wird leicht zu finden sein. Kettensägen weisen den Weg dorthin. Wenn alles nach den Vorstellungen der Veranstalter klappt, gibt es 2021 eine Neuauflage. 

Doch auch schon für das kommende Jahr schmiedet Martin Warmuth eifrig Pläne. Ihm zufolge wird die Baude dann zum Schauplatz eines Mittelalterspektakels. „Mit solchen Events holen wir Touristen nach Sohland“, ist er guter Hoffnung. „Unterm Strich profitieren wir alle hier davon.“

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Roland Kaiser / 24.08.2019

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