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Baustellenchef auf dem Präsentierteller

Baustellenchef auf dem Präsentierteller

Vorabeiter Dieter Hauswald ist für die gesamte Baustelle auf dem Zittauer Rathausplatz verantwortlich. Auf dieser greift er selbst zur Schaufel. | Foto: Steffen Linke

Zittau. Viele Passanten kennen dieses Gesicht in der Innenstadt. Seit über drei Jahren arbeitet Dieter Hauswald von der Firma Osteg mbH als Baustellenchef während der Sanierungsmaßnahmen auf dem Marktplatz und dem Rathausplatz inmitten des Zittauer Stadtzentrums.

Kurz vor 6.30 Uhr treffen alle Kollegen auf der Baustelle ein. In der Regel sind es sieben bis zwölf Mann. „Wir teilen die Arbeiten ein, was für den jeweiligen Tag anliegt. Somit erhält jede Truppe ihre Aufgaben“, sagt Vorarbeiter Dieter Hauswald. Dann gehen die Bagger, die Lkw und der Radlader in Betrieb. „Zuletzt haben wir vor allem Kabel verlegt“, sagt der 56-Jährige.  
Dieter Hauswald koordiniert als Vorarbeiter den gesamten Bauablauf – sowohl bei den  Kollegen als auch zwischen den einzelnen Fachdiensten der Stadtwerke. Also der einzelnen Medienträger vom Schmutzwasser, über Gas  bis hin zum Strom.  

Für  ihn persönlich ist die zeitlich gesehene „lange Baustelle“ in der Zittauer Innenstadt recht günstig: „Ich kann die etwa zwei Kilometer von zu Hause aus mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren, habe also eine sehr kurze Anreise.“
Dieter Hauswald hat in den vergangenen Jahren auch schon mal auf einer Baustelle in Pirna gearbeitet. Für diese Entfernung von circa 80 Kilometern brauchen Autofahrer etwa anderthalb Stunden. „Ob weit weg oder sehr nah dran – damit sind immer Vor- und Nachteile verbunden. Auf dem Dorf geht es  halt ein bisschen ruhiger zu“, sagt er.

Mitten im Zittauer Stadtzentrum steht der Baustellenchef sozusagen auf dem Präsentierteller.  Viele Bekannte, Freunde und Weggefährten grüßen Dieter Hauswald direkt auf seinem zentral gelegenen Arbeitsplatz. „In den vergangenen zwei Jahren auf der Süd- und Nordseite des  Marktplatzes konnte uns der Oberbürgermeister aus seinem Fenster zuschauen“, sagt er.

Oft wollen auch Touristen wissen, was die Bauarbeiter hier eigentlich machen. Die wohl meistgestellte Frage sei, ob denn die Archäologen im Untergrund etwas gefunden haben. „Unter anderem alte Rathausfundamente, die eine oder andere Münze und Scherben“, antwortet er.
Die ansässigen Händler interessiert natürlich, „wie lange, welche Einschränkungen mit den Bauarbeiten für uns verbunden sind.“ Vom ersten Tag an ist die komplette Fläche auf dem Rathausplatz belegt.

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Die Bauarbeiten füllen den gesamten Rathausplatz in Zittau aus, sodass es an einigen Stellen im Fußgängerbereich recht eng ist. | Foto: Steffen Linke

Dieter Hauswald weiß, dass die Situation aufgrund der Baumaßnahmen mitten im Stadtzentrum für die Gewerbetreibenden nicht einfach ist.  „Das sehe ich auch ein. Bisher haben wir uns aber immer in einem ordentlichen Ton darüber verständigt“, sagt er.  Für die Bauarbeiter gebe es nun einmal bestimmte Abläufe, die nicht anders durchgeführt werden können. „Wir können Kabel nur insgesamt verlegen und nicht immer wieder von Haus zu Haus trennen und neu anmuffen“, erklärt er.

  Der  Untergrund auf den Baustellen ist vor allem von vielen uralten Leitungen durchzogen gewesen. „Wir sind bestrebt, den gesamten alten Bestand an Gasleitungen, Wasserleitungen, Niederspannungskabeln und  Kupferkabeln aus DDR-Zeiten herauszunehmen, sodass  dann letztendlich mal nur noch aktuelle Medien in der Erde liegen“, sagt er. Es sei definitiv eine körperlich schwere Arbeit.

 „Sehr schwierig war es, als wir nach der Winterpause wieder angefangen haben. Da brauchten  wir schon ein paar Tage, um uns wieder daran zu gewöhnen. Das war,  als wenn man neu auf dem Bau anfängt“, sagt er.
Die Sanierung auf dem Zittauer Rathausplatz geht voraussichtlich noch bis zum 23. Dezember. „Für mich ist hier vielleicht sogar schon etwas eher Schluss, weil ich bei den Pflasterarbeiten  nicht mehr unbedingt der erste Mann an der Stelle sein werde. Das bringt dann wohl ein anderer Vorarbeiter zu Ende.“
Und er fügt hinzu: „Auf welche Baustelle es mich danach verschlägt, erfahre ich wahrscheinlich Ende März nach der Winterpause.“  

Dieter Hauswald ist auf jeden Fall stolz darauf, wenn er über den sanierten Marktplatz geht, „weil wir die ganze Sache im Griff hatten und  der Bereich  am Ende sehr ansprechend geworden ist.“
Bei Feierlichkeiten trinkt der Baustellenchef dann auch mal mit dem einen oder anderen Händler ein Bier zusammen und spricht ganz locker über diese Zeit.

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Steffen Linke / 05.06.2016

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