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Bischofswerdas Motto lautet: „Geht nicht, gibt es nicht!“

Bischofswerdas Motto lautet: „Geht nicht, gibt es nicht!“

Matthias Hoyer (l.) und Sascha Hache arbeiten seit drei Monaten im Bischofswerdaer Rathaus. Gemeinsam tun sie alles dafür, um die Stadt voranzubringen und die positive Grundstimmung weiterzutragen. Foto: kk

Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große hat die Stabsstelle neu geschaffen. Matthias Hoyer und Sascha Hache arbeiten seit April damit als rechte und linke Hand des OB. Ziel aller ist es die positive Grundstimmung in der Stadt nach außen und innen zu nutzen.

Bischofswerda. Die einhunderttägige Schonfrist für Neueinsteiger haben Matthias Hoyer und Sascha Hache gerade hinter sich gelassen. Beide gehören zur neu geschaffenen Stabsstelle des Oberbürgermeisters Holm Große. Matthias Hoyer ist für die Wirtschaftsförderung verantwortlich und Sascha Hache neben der Leitung des OB-Büros auch für Kommunikation.

Entspannt sei die Zeit aber nicht gewesen, berichten die beiden. „Viel mehr ging es gleich von null auf Hundert“, so Hache. Der OB lege ein hohes Tempo vor und erwartet Ergebnisse, ergänzt Hoyer, der bereits bei der MGO (Marketingesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien GmbH) einige Jahre unter Holm Große gearbeitet hat. „Ein Ziel ist es den Status als Mittelzentrum zurückzuerobern“, sagt der 41-jährige Sascha Hache. Aber allein könne es die Stadtverwaltung nicht schaffen.

Entscheidend für diesen Status sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs. Hier kommt der 34-jährige Wirtschaftsförderer ins Spiel. Seine Aufgaben sind vielfältig. „Besonders wichtig sind die Bestandsakquise und die Neuansiedlung von Unternehmen im Gewerbegebiet Nord“, sagt er. Hier stünden 22 Hektar begehrte Flächen für Industrieansiedlungen zur Verfügung. Interessant seien die für Mittelständler und Handwerker aus der Region aber auch für deutschlandweit agierende Firmen. Zur Vermarktung sei man bereits auf verschiedenen Messen in München und Hannover gewesen. Hier hat der OB, mit anschließendem Kontakt zu Matthias Hoyer, verschiedene Geschäftsführer angesprochen und für die Vorteile Bischofswerdas geworben. Erste Resultate kann der Wirtschaftsförderer schon benennen: So will DHL auf das Gelände der ehemaligen Herrenmode an der Belmsdorfer Straße ziehen und der Verbandsmittelproduzent Temedia hat sein Logistikzentrum von Remscheid nach Bischofswerda verlegt.

Damit weitere Investoren auf Bischofswerda aufmerksam werden, müsse die kleine Stadt positiv wahrgenommen werden, umschreibt Sascha Hache einen seiner Aufgabenbereiche. Tatsächlich steht Bischofswerda recht gut da. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,8 Prozent unter der in Bautzen oder Görlitz. Es gibt in Bischofswerda entgegen dem sächsischen Trend dreimal mehr Gewerbeanmeldungen als -abmeldungen. In der Innenstadt eröffneten jüngst ein Maklerbüro, eine Töpferei und ein Modegeschäft. Und auch als Wohnort ist die „versteckte Perle“ begehrt, zählt Hache auf. Durch die PSR-Aktion sei Bischofswerda zusätzlich bekannt geworden. „Für uns war es ein echter Hauptgewinn“, so der Stadtsprecher. Diesen Schwung und Optimismus will die Stadtführung auch für die Vorbereitung der 790-Jahrfeier im kommenden Jahr nutzen.

Ein weiterer Bereich ist die Innenstadtbelebung. „Auch hier kann die Stadt die entsprechenden Rahmenbedingungen bieten, nur für die Belebung müssen Händler und Stadt gemeinsam sorgen“, so Matthias Hoyer. In den zurückliegenden Wochen hat er unzählige Gespräche mit Händlern und Handwerkern geführt. „Wichtig ist es zuzuhören, die Sorgen und Probleme aufzunehmen“, sagt der Wirtschaftsförderer. Der Markt sollte weiterhin ein attraktiver Mittelpunkt in Bischofswerda sein. Dafür wäre es wichtig ergänzende Angebote zum Grundbedarf zu bieten. Konkret nennt Hoyer ein Sportgeschäft, einen Elektronikmarkt, einen (Bio-)Früchteladen, aber auch deutsche und italienische Gastronomie.

Kein Thema sind die Asylbewerber in der Stadt. Die Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaates ist seit Ende Juni offiziell geschlossen und auch der Mietvertrag für das Asylbewerberheim des Landkreises läuft in wenigen Monaten aus. „Unser Wunsch ist es, die Menschen hier in der Stadt zu halten“, sagt Sascha Hache. Verschiedene Aktionen – beispielsweise Schüler für Flüchtlinge – werden fortgesetzt, daraus entstehen neue Kontakte. Sichtbar wurde das friedliche Miteinander schließlich beim Kinderfest, Anfang Juni in Süd. Ein Moment, der auch die Bischofswerdaer zusammengeführt hat.

Das Ziel in den kommenden Jahren ist für Matthias Hoyer und Sascha Hache ebenfalls klar: Die Stadtverwaltung soll Dienstleister für Bürger und Gewerbe sein, Ideen der Unternehmer aufnehmen und statt Ablehnung, Möglichkeiten für Alternativen und Lösungen eröffnen. „Das Motto lautet: Geht nicht, gibt es nicht!“, sagt Matthias Hoyer. 

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Katrin Kunipatz / 17.07.2016

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