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Bronzeschatz erstmals in Seeligstadt zu sehen

Bronzeschatz erstmals in Seeligstadt zu sehen

Ivette Kühne (l.), Hans-Peter Bruneker (r.) und Ortschronist Werner Frömmel (nicht im Bild) haben dafür gesorgt, dass die Fundstücke wieder nach Seeligstadt kommen. | Foto: kk

Ein 3.000 Jahre alter Bronzefund wird zum Tag des offenen Denkmals in Seeligstadt gezeigt. Möglicherweise das erste Mal überhaupt. Außerdem sind am Sonntag, 11. September, weitere geschichtsträchtige Gebäude geöffnet.

Seeligstadt. Fast wäre der Bronzefund ein zweites Mal in Vergessenheit geraten. Aber die Mitglieder des Natur- und Heimatvereins Seeligstadt haben sich erinnert. „Mein Großvater erzählte noch von einem Bauern, der beim Ackern auf seinem Feld eine Kiste mit vorgeschichtlichen Bronzestücken fand“, berichtet Hans-Peter Bruneker. Schriftliche Aufzeichnungen über diese Sensation, die sich im Jahr 1882 ereignete, sind nämlich rar.

Berichtet wird darüber nur im Heimatbuch der Gemeinde Seeligstadt, geschrieben von Martin Burkhardt, veröffentlicht 1954, und in dem 1983 erschienenen Buch „Werte unserer Heimat“. Am Ufer der Schwarzen Röder nahe am Ortsausgang wurde 1882 ein Depotfund der Mittelbronzezeit gehoben. Chronist Burkhardt vermutet, dass ein Händler, der das Waldgebiet durchquerte die Gegenstände in einem Kasten in der Erde niedergelegt und dieses Geheimnis mit ins Grab genommen hat, ohne anderen davon erzählt zu haben.

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Zum Bronzefund gehören eine Axt, Bruchstücken von Knopfsicheln, zwei gedrehte Fußringe, der Rest eines Armrings und drei Rohmetallstücke. Sie alle sind mit einer dicken grünen Patina überzogen und mit Inventarnummern versehen. Bekannt ist, dass der Bronzefund den Zweiten Weltkrieg wahrscheinlich versteckt in der Seeligstädter Kirche überdauert hat. Im Oktober 1954 wurde er im Heimatmuseum Bischofswerda registriert und eingelagert. Als man die Sammlung 1971 auflöste, kam der Bronzefund ins Depot nach Rammenau und nach der Wende wieder zurück in die Stadt Bischofswerda. „Ob der Seeligstädter Bronzefund in dieser Zeit jemals ausgestellt war, ist unbekannt“, sagt Ivette Kühne, die Vereinsvorsitzende. Zum Tag des offenen Denkmals soll der „Schatz“ jedenfalls zu sehen sein. Der Natur- und Heimatverein öffnet an diesem Tag traditionell die Heimatstube.

Hier werden dann der Bronzefund und die neue Ausstellung „Alltagsgegenstände der DDR“ gezeigt. Außerdem lädt der Verein zu einem kundig geführten Rundgang durch Seeligstadt ein. Treff ist 13.30 Uhr im Oberen Freigut bei Familie Schäl. Es wurde bereits im Jahre 1798 als typisches Wohnstallhaus in Fachwerkbauweise erbaut. Auf soliden Mauern aus Lausitzer Granit errichtet, ist vor allem das sehr hohe und spitze Dach ein Anzeichen dafür, dass die Kleine Eiszeit mit den sicher enormen Schneelasten die Menschen zu dieser Bauweise veranlasste. Dadurch, dass das Obere Freigut bei den Seeligstädter Großbränden des 19. Jahrhunderts verschont wurde, ist ein ehemals landestypisches Bauernhaus für die Nachwelt erhalten geblieben.

Es folgt die Besichtigung des alten Forsthauses, des Vierseitenhofs der Familie Fauck und die Besichtigung der Kirche. Seeligstadt war von jeher forstwirtschaftlicher Amtssitz. Das viele Jahre dem Verfall ausgesetzte Forsthaus wird seit einigen Jahren aufwendig nach den Richtlinien des Denkmalschutzes restauriert. Verantwortlich dafür ist Familie Landgraf, die mitten im Baugeschehen Interessierten die alten und künftigen Strukturen des Gebäudes vorstellen möchte. „Gerade die noch nicht fertige Struktur vermittelt einen informativen Einblick in die Bauweise früherer Jahrhunderte“, sagt der Hausherr, der nach Fertigstellung das Forstgut als Familienwohnsitz nutzen möchte.

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Ein Kleinod ist der Vierseithof der Familie Fauck, der erstmals im Jahre 1530 urkundlich erwähnt wurde. Lückenlos vorhanden sind alle Kaufunterlagen seit dem Jahre 1685. Die historisch gewachsene Bausubstanz des Vierseithofes ist in einem sehr gepflegten Zustand und wird im Rahmen des Rundgangs zugänglich sein.

Katrin Kunipatz / 13.09.2016

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