12.05.2012
The Beatles zu "Gast" in Löbau
STEFFEN LINKE

Auch viele "schräge" Exponate, wie zum Beispiel diese Beatles im Kleinformat, sind in der Ausstellung im Stadtmuseum Löbau zu sehen.
Auch viele "schräge" Exponate, wie zum Beispiel diese Beatles im Kleinformat, sind in der Ausstellung im Stadtmuseum Löbau zu sehen. | Steffen Linke
Bei solchen Qhrwürmern wie "Yeah, Yeah, Yeah" oder "Yellow Submarine" leben die alten Zeiten wieder auf. Derzeit präsentiert Michael-Andreas Wahle, Jahrgang 1960, seine Ausstellung "The Beatles – eine Legende ohne Ende" im Oberlausitzer Sechsstädtebund- und Handwerksmuseum-Stadtmuseum Löbau.

Unser Redakteur Steffen Linke unterhielt sich mit dem Privatsammler aus Hattersheim bei Frankfurt am Main.

Wie kam es denn dazu, dass Ihre Beatles-Exposition im Stadtmuseum Löbau zu sehen ist?

Michael-Andreas Wahle: Ich habe verschiedene Museen angeschrieben. Ich selbst fand die Idee als Beitrag zur Landesgartenschau in Löbau sehr gut – sozusagen als Schlechtwettervariante. Die Besucher können hier in die 60er Jahre eintauchen und erfahren, was handgemachte Musik war.

Wie haben Sie Ihre Exponate nach Löbau transportiert?

Michael-Andreas Wahle: Mit dem Hänger, gut eingepackt und schön gepolstert.

Was erwartet die Besucher in der Beatles-Ausstellung?

Michael-Andreas Wahle: Es geht nicht darum, dass mit erhobenem Zeigefinger die Geschichte der Beatles erzählt wird. Sinn und Zweck sehe ich darin, dass sich die Besucher lächelnd die Exposition ansehen  und vielleicht pfeifend herausgehen und denken: Es war doch eine schöne Zeit.

Seit wann sind Sie selbst bekennender Beatles-Fan?

Michael-Andreas Wahle: Seit 1974, also mit 14 Jahren. Damals kamen in der BRD das rote und das blaue Album heraus. Mich hat diese handgemachte Musik fasziniert und dass die Beatles ihre Lieder selbst geschrieben haben.

Wie weit geht denn Ihre Fanliebe?

Michael-Andreas Wahle: Ich bin von Frankfurt am Main fast 600 Kilometer nach Löbau gefahren, um diese Ausstellung zu präsentieren. Es ist aber nicht so, dass ich den ganz Tag Beatles-Lieder singe oder höre, auch wenn ich das immer wieder mal gern tue. Denn es ist eine zeitlose Musik. Ich mag sie einfach, und das werden die Besucher sehen.

Waren Sie mal bei Konzerten der Beatles oder haben Sie einen der "Pilzköpfe" mal persönlich kennengelernt?

Michael-Andreas Wahle: Ich habe Ringo persönlich kennengelernt. Bei Paul McCartney bin ich beim Konzert gewesen. Und mit Yoko Ono, der Witwe von John Lennon, habe ich einen sehr guten Kontakt. Sie schreibt mir auch jedes Jahr eine Weihnachtskarte.

Wie waren diese "hautnahen" Begegnungen mit Ihren Idolen?

Michael-Andreas Wahle: Das ist wie bei einem Fan, der seinen Star trifft, gewesen.

Wann haben Sie angefangen zu sammeln?
Der Privatsammler Michael-Andreas Wahle stellt seine zusammengetragenen Beatles-Exponate derzeit im Stadtmuseum Löbau aus. | Steffen Linke

Michael-Andreas Wahle: Wie mich das Beatles-Fieber erfasste, also 1974.

Was zählte denn so zu Ihren ersten Errungenschaften?

Michael-Andreas Wahle: Ich habe angefangen mit Schallplatten. Danach kamen die Beatles-Püppchen. Es gab ja alles von den Beatles – vom Anstecker bis hin zum Zuckerpüppchen. Die Beatles waren die ersten, die damit anfingen, Souvenirs der Gruppe zu verkaufen. Das gab es früher bei Elvis, Jack Berry oder Little Richard nicht.   Heute ist das für jede Gruppe, die auf Tour geht, selbstverständlich. Dann gibt es von ihr Mützen, Schals, T-Shirts und vieles mehr.

Wie hat sich Ihre Sammlerleidenschaft weiterentwickelt?

Michael-Andreas Wahle: Ich habe verschiedene Menschen kennengelernt – auch zu Zeiten der Grenze –  mit denen ich getauscht habe.  Es gab auch jährliche Fan-Treffen. Die Zeiten, in denen ich mal etwas auf dem Flohmarkt bekommen habe, sind leider schon seit vielen Jahren vorbei. Durch die vielen Kontakte spricht es sich aber herum, wer vielleicht noch etwas von den Beatles hat.

Wie viel Exponate gehören denn heute zu Ihrer Sammlung?

Michael-Andreas Wahle: An die 500 Exponate. Im Löbauer Stadtmuseum sind circa 350 zu sehen.

Gibt es für Sie ein herausragendes Exponat?

Info
Die Öffnungszeiten des Stadtmuseums Löbau: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 13.00 bis 17.00 Uhr. Zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 17. Mai, und am Pfingstmontag, 28. Mai, bleibt die Einrichtung geschlossen.

Michael-Andreas Wahle: Da möchte ich eigentlich keines speziell hervorheben. Zu den Highlights zählen natürlich die vergoldeten Schallplatten. Ich freue mich aber genauso über Anstecker oder  andere Exponate.
Damit ist Ihre Beatles-Sammlung noch längst nicht erschöpft.
Michael-Andreas Wahle: Das ist tatsächlich eine unendliche Geschichte. Es kommt jedes Jahr wieder etwas Neues heraus. Oder ich entdecke Dinge, von denen ich vorher gar nichts gewusst habe. Dann schlage ich nach Möglichkeit zu.

Das geht doch aber sicher auch ins Geld?

Michael-Andreas Wahle: Mittlerweile schon, weil die Beatles weltweit Kult sind. Wenn zum Beispiel irgendwo eine Auktion stattfindet, sage ich mir – okay, bis hier hin und nicht weiter. Wenn es finanziell nicht machbar ist, muss ich halt darauf verzichten.

Gab es da schon Teile, die Sie gern gehabt hätten? 

Michael-Andreas Wahle: Natürlich. Einen Anzug hatte mal John Lennon getragen. Dafür war die Dimension aber zu hoch. So etwas kaufen dann oft Hardrock-Cafes. Da  kann man finanziell gar nicht mithalten.

Wie wertvoll ist denn Ihre Beatles-Sammlung?

Michael-Andreas Wahle: Das ist wie bei Münzen oder Briefmarken. Die Sammlungen haben einen entsprechenden Katalogwert. Die Frage steht aber: Wer zahlt dafür wie viel? Sicher ist  damit auch  mehr ein emotionaler Wert verbunden.


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