15.04.2012
BISCHOFSWERDA
Jakobspilger starten an der Christuskirche
KATRIN KUNIPATZ

Organisatorin Dagmar Schlegel (schwarze Mütze, helle Jacke) in Mitten der Pilgerscharr. | Katrin Kunipatz

Während viele Menschen am Karsamstag noch schnell in die Einkaufsmärkte pilgern, starten an der Christuskirche Pilger zur zweiten Etappe auf dem sächsischen Jakobsweg. Vielstimmig erklang der Gesang "Laudate omnes gentes" am Karsamstag in der Bischofswerdaer Christus Kirche. Rund 40 Pilger hatten auf den Bänken Platz genommen, um den Worten von Pfarrer Dr. Tobias Mickel zu lauschen und zu beten.

Senioren, jüngere und ältere Ehepaare sowie einige Kinder erfuhren von ihm auch einige Eckdaten zur Geschichte Bischofswerdas und der Christuskirche. Nach dem Segen machten sich die Pilger schließlich auf den Weg. Am Karsamstag begleitete Stille ihre Schritte. Denn an den Tagen der Grabruhe verzichtet man in Kirchen auf Orgelspiel, Glockengeläut und Kerzenlicht.   War es schon in der Kirche recht kühl, werden die Samstagspilger auf dem Vorplatz von Nieselregen und kaltem Wind empfangen.
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Doch alle sind guter Dinge. "Dieses Wetter ist für Wanderer günstig", erklärt der Leipziger Heinrich Nossek. Man könne sich warm laufen. Der 76-Jährige ist gemeinsam mit seiner Frau und einer Bekannten nach Bischofswerda gefahren. Erfahrung als Pilger hat er unter anderem schon auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs nach Santiago de Compostela gesammelt.

Die zehnjährige Anna Lena ist mit ihrem Vater Kephas Kuhn zur Kirche gekommen. Im vergangenen Jahr war sie beim Pilgerzug der Kinder von Schmochtitz nach Görlitz dabei. "Als Vertreter der katholischen Gemeinde wollen wir den ökumenischen Gedanken betonen", sagt der Bischofswerdaer.

Die Gruppe macht sich auf den Weg von der Kirche über den Altmarkt in Richtung Tierpark. Von dort geht es schließlich weiter in Richtung Goldbach. Die Etappe von Bischofswerda nach Arnsdorf ist die zweite, die sich die Samstagspilger auf dem sächsischen Jakobsweg an der Frankenstraße vorgenommen haben. Anfang März startete die Tour in Bautzen und führte bis Demitz-Thumitz. Zumindest schien damals die Sonne.

Am vergangenen Samstag zeigte sich das Aprilwetter von seiner vielseitigsten Seite. Regen, stürmischer Wind, Graupelschauer und ein wenig Sonnenschein begleiteten die Pilger auf der rund 17 Kilometer langen Strecke. Unterwegs machte die Gruppe, geführt von Dagmar Schlegel und Ulrich Wolf, in Großharthau und Seeligstadt Station. Kantorin Dagmar Beyer empfing die Pilger im Pfarrhaus.

Nach einer Andacht in der Großharthauer Kirche führte der Pilgerpfad durch den Schlosspark, am Massenei-Wald entlang nach Seeligstadt. Aufwärmen konnten sich die Pilger in der geheizten Kirche des Ortes. Beeindruckt waren sie von der Schönheit dieses Hauses. Stürmischer Wind und Schneeregen begleiten die Pilger bis zur Krankenhauskirche in Arnsdorf. Wiederum eine Andacht beschloß diese Etappe des ökumenischen Samstagspilgerns.

Die Aktion gibt es bereits seit vielen Jahren. Organisiert werden die Pilgertouren von der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft. "Ziel ist es die alten Pilgerpfade in Sachsen bekannt zu machen", sagt Dagmar Schlegel. Der Jakobsweg an der Frankenstraße führt von Bautzen bis Stollberg. Seit Anfang 2009 bemüht man sich um eine Wiederbelebung der Verbindung, die um 1460 erstmals als Frankenstraße festgelegt wurde.

Viele Gespräche wurden in den vergangenen Monaten mit den Gemeinden geführt. Ein großer Teil des Weges ist bereits ausgeschildert. Eine Jakobsmuschel auf blauem Grund weist Pilgern den Weg. "Bis Ende 2013 sollen alle Schilder angebracht sein", erklärt Schlegel. Gesucht werden noch verschiedene Unterkünfte für Pilger.

Auch Pfarrer Mickel wünscht sich dazu weitere Informationen: "Schließlich können wir die Pilger nicht im Pfarrhaus unterbringen."
Fortgesetzt wird das Samstagspilgern an der Frankenstraße am 5. Mai. Von der Ortskirche Arnsdorf geht es ab 9.30 Uhr nach Dresden. Interessenten finden Kontaktdaten im Internet.

Kommentare zu

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

Lars,
Leute mit einem augeprägten Schweinehund
und einem großen Bankkonto machen doch
diese Reise nicht zu Fuß sondern mit
einem *5 Sterne-Bus*.

Eine lange Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt. Hier geht es auch weiniger um einen
*5 Sterne-Urlaub* sondern mehr um eine
Reise zu sich selbst. Zu seinem gött-
lichen bzw. täuflischen Inneren.

Was für ein Weg ? Von der Christuskirche zurück zur Christuskirche,nenne ich aber keine Wanderung nach Santiago de Compostella.Nach Santiago de Compostella sind es über cirka 2000 Kilometer.Schon mit dem Auto nach Barcelona auf direkter Strecke über Frankreich braucht der geübte Autofahrer wie ich nonstop cirka 22 Stunden.Da dürfte ein Wanderer,wenn er gemütlich geht,cirka 3 Wochen einplanen,um einigermaßen ausgeruht in Santiago anzukommen.Mancher Bürger heutzutage macht das noch zu Fuß aber mann muß bedenken,das die Pilger früher nicht über Pkw oder Bus geschweige denn Flugmaschinen zum Eigenwegtransport verfügten.Also ich denke,mit einem Auto oder wenigstens einem Tretrad geht es wohl schneller.Jedoch sollten hartnäckige Wanderer dahin ungefähr 3 Paar Schuhe einrechnen,die sie benötigen für die Strecke wegen dem Schuhsohlenverschleiß.Auch die Blasen und Entzündungen vom Fußmarsch an den Füßen nicht vergessen.Und auch nicht die freundlichen Franzosen,Spanier und Schweizer,die gern Bargeld den Wanderern abknöpfen für die Unterkunft mit Essen oder ohne,was die oder der Wanderer irgendwann zwangsläufig benötigt.Oder es wird unterwegs "gecontainert" .Besser aber empfiehlt sich eine Buchung in einem Fachreisebüro,wo alles inklusive ist im Preis.Also die Anreise mit Bus,Hotel mit 5 Strernen,Cchampus,Kaviar,Sauna,Swimmingpool und die Spende am Ende bei der Besichtigung dieses riesenpompösen klerikalen "Walt-Disney-Land" Santiago de Comostella.Wo schon die Portemonaies leer sind wenn man dieses spanische "Las Vegas" betritt.

Ich freue mich natürlich sehr, wenn so viele Menschen auf "meinem" Weg wandern und mit Menschen
ins Gespräch kommen.


Fundstück



Da sage noch einer, Musik geht nicht ins Blut. Unser Senior ist der Beweis. Sogar seine Gehhilfe wird überflüssig...
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