Wirtschaft fordert in Berlin Lösungen

Strukturwandel gelingt nicht im Schneckentempo: Oberlausitzer Wirtschaft fordert Lösungen. Foto: Bundeskanzleramt
Bautzen/Berlin. Bei einem Arbeitsgespräch der Oberlausitzer Unternehmerinitiative im Bundeskanzleramt mit Staatsminister Dr. Michael Meister machten die Wirtschaftsvertreter deutlich, dass die Region keine vertröstenden Worte, sondern konkrete Rahmenbedingungen braucht. Der sechsspurige Ausbau der A4 und die längst überfällige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden–Görlitz entscheiden über die Zukunft tausender Arbeitsplätze, denn wenn Betriebsstandorte vom elektrifizierten Schienennetz abgeschnitten bleiben, wird der Strukturwandel ausgebremst.
Zudem fordert die Initiative bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, die im Strukturwandel bereit sind, Ersatzarbeitsplätze zu schaffen, so Sprecher Marko Schiemann: „Wir brauchen 10.000 Ersatzarbeitsplätze in der Industrie, damit die jungen Leute in der Oberlausitz eine Perspektive finden.“
Abschließend verwiesen die Vertreter mit Nachdruck auf nötige Änderungen des künftigen EU-Haushalts, der das wichtigste Investitionswerkzeug für den sächsischen Aufholprozess und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei. Sie fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die Regionalförderung um 100 Milliarden Euro aufgestockt wird.
Die Botschaft an die Bundespolitik sei unmissverständlich: Wer den Ausstieg aus der Kohle wolle, müsse jetzt die Schienen und Straßen für die Wirtschaft von morgen legen. Die 2010 gegründete Oberlausitzer Unternehmerinitiative mit rund 30 Unternehmen hat in Vorbereitung des Strukturwandels mehr als 30 Vorschläge eingebracht.