29.05.2012
BAUTZEN/MADRID
Maik Petzold holt sich letztes Olympia-Ticket
MONIKA LENZ

Maik Petzold (Mitte) möchte sein Ergebnis von Olympia in Athen verbessern.
Maik Petzold (Mitte) möchte sein Ergebnis von Olympia in Athen verbessern. | Silvio Bjarsch
Der Bautzener Maik Petzold hat es geschafft. Beim Rennen in Madrid hat er sich mit einem sechsten Platz für die Olympiade in London qualifiziert. Für die Qualifikation war ein Platz unter den Top Acht und als bester Deutscher nötig. Der Bautzener benötigte für 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen insgesamt 1:53:33 Stunden. Monika Lenz sprach danach mit dem Triathleten.

Glückwunsch zu dieser tollen Leistung, hast Du das so erwartet?

Maik Petzold: Erwarten kann man so etwas nicht. Man weiß im Vorfeld nie, wie sich so ein Rennen entwickelt. Zudem haben zwei Top-Favoriten abgesagt, die als schnelle Athleten fehlten, um in der Gruppe vorn Druck zu machen. Aber okay, es liegt immer auch an einem selbst, was man aus so einer Situation macht.

Wie lief das Rennen aus Deiner Sicht?

Maik Petzold: Ich war vor dem Rennen extrem nervös, so habe ich mich selbst sehr, sehr lange nicht mehr erlebt. Dann kam das Startsignal und ich habe nach 100 Metern gewusst: "Okay, Schwimmen flutscht". Der Wechsel lief auch perfekt, beim ersten Anstieg hatte ich dann Krämpfe. Aber es war klar, dass ich alles am absoluten Limit machte. Da ging es meinen Mitstreitern nicht viel besser, als Jonathan Brownlee Gas gegeben hatte. Als ich auf den Zeittafeln gesehen habe, dass der Vorsprung immer größer wurde und auch kein Deutscher in der Gruppe dabei war, dachte ich nur: "Wahnsinn". Ich wusste, dass ich das Ding mit der Laufform, die ich derzeit habe nach Hause rennen kann.

Nach dem Radfahren hatte die Gruppe zwei Minuten Vorsprung zu den Verfolgern.

Maik Petzold: Ich bin dann auch mit einer gewissen Euphorie ins Laufen rein. Es tat dann schon alles sehr weh, aber ich habe versucht, das Rennen für mich selber einfach zu kontrollieren und in der letzten Runde wusste ich: "Phänomenal, du kommst durch, von hinten wird niemand mehr aufholen." Und ich habe tatsächlich den sechsten Platz belegt.

Nachdem Du ja relativ viel Pech hattest in der Vergangenheit - wie hast Du Dich bei diesem Triumph gefühlt?

Maik Petzold: Irgendwie hat sich das Rennen so angefühlt, als ob man alles zurückbekommt, was man irgendwo vorher liegen gelassen hat. Es hat wirklich zu 100 Prozent gestimmt, das ganze Rennen. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Es schwankt zwischen extrem glücklich und gleichzeitig erleichtert, aber auch ausgepumpt. Es ist einfach Wahnsinn. Das muss man sacken lassen und dann schwebt man förmlich auf Wolke sieben. Momentan habe ich aber noch so Muskelkater, dass mir jeder Schritt weh tut.

Was hat Deine Familie gesagt?

Maik Petzold: Das war einfach alles überwältigend. Ehe ich meine Eltern sprechen konnte hat es zwar gedauert. Direkt nach dem Rennen war Dopingkontrolle, dann Teambesprechung und irgendwie hatte ich kaum Zeit gehabt, mit der Familie zu telefonieren. Aber meine Frau war mit vor Ort, das war mit das Allerschönste. Dass sie mich auch im Vorfeld beruhigen konnte, hat mir sehr gut getan.

Und ansonsten wirst Du sicher auch mit Glückwünschen überhäuft?

Maik Petzold: Es kommen so viele Nachrichten herein, über facebook, per SMS, Telefon oder Mail. Es ist genial, von wem man alles Glückwünsche bekommt. Ein Großteil ist von denen, die auch vorher gesagt haben, dass ich das schaffe. In Momenten, wo ich selbst an mich vielleicht nicht mehr richtig geglaubt habe, haben sie mich wieder auf den richtigen Weg gebracht. Ich kann diesen Menschen, Freunden, Verwandten nicht oft genug "Danke" sagen. Auch meinen Sponsoren, wie der Kreissparkasse Bautzen. Die Vorstände haben mir vor ein paar Wochen, als wir uns getroffen haben, auch noch einmal Mut gemacht. Die, die mich so motiviert haben, haben alle recht behalten. Es ist natürlich auch schön, wenn man das irgendwo bestätigen kann und nicht nur sieht, dass das Umfeld und Tempo stimmen. Man braucht eben auch das entsprechende Resultat.

Und etwas Glück.

Maik Petzold: Genau, auch das gewisse Quäntchen Glück. Und das hatte ich diesmal.
  Zwei Tage nach dem Rennen - freust Du Dich jetzt auf Olympia oder beschäftigst Du Dich damit erst später?

Maik Petzold: Ich freue mich sehr. Es ist alles jetzt in greifbarer Nähe. Es sind nur noch ein paar Wochen bis Olympia. Ich weiß jetzt, ich bin dabei. Immerhin ist es acht Jahre her, dass ich in den Genuss gekommen bin. Insofern werde ich mich jetzt von dem Wettkampf erholen, mich an die Höhe anpassen und die Zeit hier in Frankreich bestmöglich nutzen. Damit ich in London mindestens genauso fit an der Startlinie stehe, wie in Madrid. Ich hoffe sogar noch ein bisschen besser.

Was ist Dein Ziel für Olympia?

Maik Petzold: Auf jeden Fall besser als Platz 19, den ich in Athen belegt hatte.


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Das Image der US-Polizei ist im Moment nicht gerade positiv. Dieser Kollege versucht es - offenbar unbewusst - aufzumöbeln.
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