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Das große Fressen vor dem Winterschlaf

Das große Fressen vor dem Winterschlaf

Michelle Werner ist seit wenigen Wochen als FÖJlerin im Tierpark Bischofswerda. Hier gibt es für die Waschbären zwischendurch Zwieback als eine kleine Leckerei. Foto: kk

Bischofswerda. Auch in Bischofswerda bereiten sich die Zootiere auf den bevorstehenden Winter vor. Die Zeitumstellung zum Monatsende birgt für sie dagegen kaum Irritationen.

Bunte Blätter, Nebel, kühle Nächte – der Herbst hält Einzug. Auch im Bischofswerda Tierpark richten sich die „Bewohner“ auf den bevorstehenden Winter ein. Die Ende Oktober stattfindende Umstellung von Sommer auf Winterzeit bemerken die Tiere dagegen kaum. Einzig die Ziegen, die an ihre Fütterung um 14.00 Uhr gewöhnt sind, warten eine Stunde eher auf die Tierpfleger. Nach ein, zwei Tagen haben aber auch sie sich an die neuen Abläufe gewöhnt.

Die anderen Tiere fressen dagegen nicht mehr so regelmäßig. „Die beiden Bären Balu und Jane haben sich bereits ihren Winterspeck angefressen und nehmen jetzt nur noch wenig Futter zu sich“, berichtet Tierparkleiterin Silvia Berger. Mit dem bereitgelegten Stroh und Blättern polstern sie ihr Nest aus, in dem sie dann ihren Winterschlaf halten. Braunbär Balu nutzt dafür eine Höhle im Vorgehege, wo ihn die Tierparkbesucher gut sehen können. Die Grizzlybärin zieht sich ebenfalls zurück. In den zurückliegenden Jahren hat sie ihre Winterruhe im Außengehege verbracht. „Die Kälte ist dabei kein Problem“, sagt die Tierparkchefin. „Die Bären haben einen dicken Pelz.“

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Kälte unempfindlich sind auch Schnee-Eule, Luchs und Polarfuchs. Die verbliebene Polarfuchsdame wird den Winter wieder in Gesellschaft verbringen können. In dieser Woche zog ein junger Rüde aus der Lüneburger Heide im Gehege ein. Vor einigen Wochen war der zehnjährige Polarfuchsrüde gestorben und der Tierpark hatte sich um einen neuen Partner bemüht. Da beide Tiere gerademal zwei Jahre alt sind, hofft man nun in den nächsten Jahren auf Nachwuchs.

Die neugierigen Waschbären schlagen sich ebenfalls die Bäuche voll. Solange dieser Appetit anhält, bekommen die Tiere früh und abends Futter. Auch Waschbären fressen sich jetzt Speck an, um für die Winterruhe gewappnet zu sein. Neun Waschbären leben im Tierpark Bischofswerda. Nachwuchs wird es nicht mehr geben, denn die invasive – hier nicht heimische, aber sich ausbreitende – Art darf nicht gezüchtet werden.
Rechtzeitig vor dem ersten Frost sind die Innenräume der Volieren fertig geworden.

In den nächsten Tagen können die Aras, Amazonen und Wellensittiche in die beheizbaren Räume einziehen. Durch große Sichtscheiben fällt viel Licht nach innen und die Besucher können im Winter die Vögel gut beobachten. Seit dem Frühjahr wurden die Behausungen umgebaut. Aus den vormals sechs kleinen Volieren sind drei große mit einem üppigen Freiflugbereich geworden. Während des Umbaus brachte der Tierpark einige Vögel in Behelfsvolieren unter. Außerdem nahm der Schmöllner Siegfried Eisold zwei Nymphensittiche, eine Ecuador-Amazone und 15 Wellensittiche bei sich auf. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt Silvia Berger.

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Ein privates Winterquartier erhalten seit vielen Jahren die Goldfische und Schildkröten bei zwei Tierliebhabern in Großdrebnitz. Die Ratten und Mäuse bleiben auch während des Winters in den Vitrinen. Sie bekommen zusätzlich Einstreu und bauen sich darin ihre Nester. Die aus tropischen Gefilden stammenden Totenkopfäffchen können sich Sommer wie Winter im geschützten Innenraum aufhalten. „Damit es dort richtig gemütlich ist, haben wir jetzt die Heizung angemacht“, berichtet die Tierparkchefin.

Kälte unempfindlich sind die Alpakas. Nach der Schur im Sommer ist das Fell der drei Tiere schon wieder gut nachgewachsen. Trotzdem steht auch ihnen der Stall immer offen. Vor allem bei Regen ziehen sich Nesquik, Bruno und Flocke hier zurück. Im kommenden Jahr sollen die Drei bei Trekkingtouren noch engeren Kontakt zu den Tierparkbesuchern bekommen. Täglich sind die Alpakas schon jetzt mit Tierparkmitarbeitern und Mitarbeitern der Lebenshilfe unterwegs und trainieren für die Ausflüge. Ab dem Frühjahr können Gäste dann die Touren mit einer Länge zwischen zehn Minuten und zwei Stunden beispielsweise für Kindergeburtstage buchen.
Nächster Termin im Tierpark ist die Halloween-Party am Montag, 31. Oktober. Zwischen 14.00 und 18.30 Uhr können Kinder mit oder ohne Kostüm beim Kürbisschnitzen, Bogenschießen und dem Auftritt des Face-to-Face-Schaukampf-teams Oberlausitz Spaß haben. Den Abschluss bildet ein Lampionumzug.

Ab dem 1. November gelten im Tierpark Bischofswerda die kürzeren Winteröffnungszeiten. Viele Tiere sind dann aber immer noch zu sehen – Esel, Wasservögel und Ziegen sogar im Außengehege. An sonnigen Tagen turnen auch die Nasenbären auf den Seilen herum und sind sonst durch die Scheiben im Innenraum gut zu beobachten.

Katrin Kunipatz / 23.10.2016

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