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Der Gebirgsexpress startet in die Saison

Der Gebirgsexpress  startet in die Saison

Der Oybiner Gebirgsexpress rollte als Bild auch schon beim historischen Eibauer Bierzug mit. Foto: privat

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Von der Haltestation am Fuße des Berg Oybin führen die Touren des Oybiner Gebirgsexpress unter anderem auch auf die umliegenden Gipfel im Zittauer Gebirge. Foto: privat

Der Oybiner Gebirgsexpress startet am Karfreitag, 30. März, um 9.30 Uhr, von der Haltestation Bahnhof Oybin am Fuße des gleichnamigen Berges in die neue Saison. Ab 28. April beginnen dann die Fahrten zum Hochwald, Töpfer und die große Gebirgsrundfahrt – an den Wochenenden auch schon eher, wenn es Petrus gut meint.

Oybin. Je nach Wetterlage geht es zum Auftakt recht geruhsam los, weiß Frank Scherwites, Filialleiter und Fahrer des Oybiner Gebirgsexpress, aus eigener Erfahrung. Die Besucherresonanz steigt im Verlauf der Saison. Zum hauptsächlichen Kundenklientel zählen Tagestouristen und Urlauber aus allen Herren Ländern. Der Oybiner Gebirgsexpress ist aber unter anderem auch zu Geburtstagsfeiern, bei Klassentreffen, Ausflügen zum Stadtfest nach Kamenickysenov und anderen grenzüberschreitenden Touren sowie zu bestimmten Anlässen wie Kindertagen oder Seniorenausfahrten im Einsatz. Zur gesamten Flotte zählen sieben Fahrzeuge – vom großen Doppelstockbus mit 56 Plätzen bis zur kleinen Töpferbahn mit einem Anhänger und Platz für 28 Personen.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Kilometer pro Stunde. Die offene Bahn zum Berg Oybin ist mit einem 2,8 Liter Motor, 115 PS und 56 Sitzplätzen ausgestattet, die große, grüne Sonderfahrtbahn mit einem 4,2 Liter Motor, 150 PS und ebenfalls 56 Sitzplätzen. Während der Touren erklären die Fahrer den Fahrgästen die Gegend – wie hoch zum Beispiel die Berge im Zittauer Gebirge sind bzw. wann der Hochwaldturm, die Schanze und die Rodelbahn in Oybin erbaut wurden.

Für Frank Scherwites ist es die 20. Saison als Fahrer des Oybiner Gebirgsexpress, für seine Frau Silke die 18. Saison. Insgesamt sind in Hochdruckzeiten sieben Mitarbeiter fest angestellt. Manche Verkehrsteilnehmer schimpfen, wenn sie hinter dem Oybiner Gebirgsexpress hinterherzuckeln müssen. „Ich habe das immer verflucht, bis ich bei einer Feierlichkeit selbst mitgefahren bin. Seitdem habe ich Verständnis dafür, weil es so schön war“, hat eine Frau mal zu Frank Scherwites gesagt. Der langjährige Fahrer hat bei einer Hochzeitstour aufgrund einer Panne auch schon mal ganz in Weiß einen Reifen gewechselt. Es kommt immer wieder mal vor, dass Passagiere in der falschen Bahn sitzen und statt auf dem Oybin auf dem Hochwald ankommen, „obwohl wir ihnen das an der Haltestation ausdrücklich erläutern und die Ausflugsziele an jeder Bahn dran stehen. In diesem Fall müssen sie wieder zurück“, sagt Frank Scherwites.
Bei schmalen Straßen ist es auch schon zu Diskussionen mit Pkw-Fahrern gekommen, wer denn nun ein Stück zurück weichen muss.

„Für uns ist das mit zwei Anhängern und fünf Gelenkachsen ein sehr schwieriges Manöver“, betont er. Der größte Teil sieht das auch ein. „Aber auch wir mussten schon unter dem Gelächter der Fahrgäste zurückfahren, weil mancher Pkw wahrscheinlich keinen Rückwärtsgang hat“, sagt er. Wie dem auch sei: Der 56-Jährige hat jeden Tag mit anderen Menschen zu tun. „Wir haben mal eine 98-jährige Frau auf den Hochwald gefahren, die früher viel dort oben war, aber aufgrund ihres betagten Alters nicht mehr hinauflaufen konnte. Sie hat sich so darüber gefreut, die Aussicht zu genießen und einkehren zu können.“ Und „Wiederholungstäter“ gibt es auch sehr viele. So „charterte“ zum Beispiel eine Braut die Bahn zu ihrer Hochzeit, weil ihr die Fahrt zum Schulabschluss so gut gefallen hatte.

Viele Fahrgäste halten vor oder nach den Ausflügen den Oybiner Gebirgsexpress mit ihren Fotoapparaten oder Smartphons im Bild fest. „Wir müssen als bleibende Erinnerung manchmal auch mit drauf“, sagt er. Frank Scherwites und sein Team wünschen sich jedenfalls eine unfallfreie Saison und viele nette, freundliche Fahrgäste.

Steffen Linke / 28.03.2018

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