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Der Gesprächsfaden ist gesponnen

Der Gesprächsfaden ist gesponnen

IHK-Geschäftsstellenleiterin Jeanette Schneider hatte in der Vergangenheit eine bessere Kommunikation zwischen Rathaus und Wirtschaft angemahnt. Foto: Archiv

Bautzen. Es gibt wieder einen Draht zwischen Rathaus und den in der Kommune ansässigen Wirtschaftsverbänden. Das bestätigte IHK-Geschäftsstellenleiterin Jeanette Schneider auf Anfrage dem Oberlausitzer Kurier. Sie hatte noch vor Monaten vor dem Hintergrund der Frage „Woran kränkelt Bautzens Innenstadt“ eine konstruktive Zusammenarbeit angemahnt. Damals sagte Jeanette Schneider im Interview mit unserer Zeitung: „Einen Beitrag in Form von Lösungskonzepten können wir nicht liefern. Aber miteinander das Gespräch führen, um darüber zu einem Ergebnis zu kommen – das erachte ich als angebracht und sehr wichtig.“ Über den einen oder anderen Kanal habe die Industrie- und Handelskammer (IHK) die Möglichkeit, Erfahrungen aus anderen Kommunen beziehungsweise Gewerberunden einfließen zu lassen. „Wir verfügen über zahlreiche Händler, Gastronomen und Hoteliers – wenn man die auf dem Weg mitnimmt, dann denke ich, werden wir Ideen für eine Belebung der Innenstadt zusammentragen können.“

Fachkraft kümmert sich künftig um Leerstand

Doch längst sitzen in Bautzen nicht mehr alle mit im Boot. In der jüngeren Vergangenheit entschieden sich mehrere Ladeninhaber dazu, ihre Geschäfte in der Altstadt aufzugeben. Die Gründe dafür sind durchaus verschieden. Auch einige Lokale haben ihren Betrieb eingestellt. Genau an diesem Punkt soll künftig der so genannte Leerstandsmanager beziehungsweise Sachbearbeiter Innenstadtentwicklung, wie die Stellenbezeichnung im Verwaltungsdeutsch heißt, einhaken. OLK-Informationen zufolge wird der Arbeitsplatz im Rathaus demnächst ausgeschrieben. „Das soll frühestens Ende Oktober passieren“, meinte der Leiter der Wirtschaftsförderung Alexander Scharfenberg. Der Neue im Team habe unter anderem Überlegungen anzustellen, wofür sich leerstehende Geschäftsräume nutzen lassen. Doch das ist nur ein Bruchteil der künftigen Aufgaben. „Er soll sich zudem Gedanken darüber machen, wie die Stadt in zehn bis 20 Jahren aussehen könnte“, führte Alexander Scharfenberg weiter aus. „Unser künftiger Kollege wird sowohl Anziehungsfaktoren für Anwohner und Touristen definieren als auch fehlende Funktionen der Innenstadt feststellen. Darüber hinaus fällt in seinen Aufgabenbereich, Konzepte für neue Attraktionen zu entwickeln. Eine Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern zählt genauso dazu wie die Umsetzung von Imagekampagnen zur Revitalisierung des Bautzener Stadtzentrums und das Initiieren neuer Shopsysteme.“

Letzter Punkt allerdings droht, mit einer Initiative des Innenstadtvereins zu kollidieren. Dieser präsentierte erst kürzlich seine neue Internetseite für Händler und Gastronomen der Öffentlichkeit. Am 6. November wird die Homepage aller Voraussicht nach online gehen.

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Regelmäßige Treffen mit Wirtschaftsvertretern vereinbart

Ungeachtet dessen haben Oberbürgermeister Alexander Ahrens und seine neuen Gesprächspartner auf Seiten der lokalen Wirtschaft vereinbart, sich mindestens zweimal im Jahr zu treffen – um sich zu aktuellen Themen auszutauschen. Darüber hinaus werde überlegt, so Jeanette Schneider, die Gremien zusammenzufassen. Parallel zu der Informationsrunde mit verschiedenen Wirtschaftsverbänden unterhält die Verwaltungsspitze einen weiteren Gesprächsfaden zum Innenstadtverein und anderen Akteuren in der Spreestadt. „Das Ganze auf eine gemeinsame Ebene zu heben, wäre sicherlich sinnvoll“, meint die Wirtschaftsexpertin.

Und noch eine Nachricht, die durchaus Hoffnung macht, verlautet dieser Tage aus dem Rathaus. Ohne ins Detail zu gehen, wies Amtsleiter Alexander Scharfenberg darauf hin, dass sich in punkto Arbeitsplätze einmal mehr etwas tun könnte in Bautzen. „Die Wirtschaftsförderung betreut aktuell zwei Neuansiedlungen. Zudem möchten sich drei Unternehmen in unseren Gewerbegebieten erweitern.“ Doch solange nicht alles unter Dach und Fach ist, scheint eine Euphorie darüber als verfrüht. Das zeigte sich erst kürzlich. Obwohl die Modalitäten bereits ausgehandelt waren und die Verträge für den Kauf einer 62.000 Quadratmeter großen Fläche unterschriftsreif vorlagen, scheiterte eine Neuansiedlung im Gewerbegebiet Salzenforst. Errichtet werden sollte vor Ort eine Produktionsstätte von Kunststoffteilen für die Medizintechnik. Das Ganze scheiterte einem Medienbericht zufolge letztendlich an der Entscheidung der Investoren, das entsprechende Grundstück aus verschiedenen Gründen doch nicht zu erwerben. Seitdem bemüht sich die Stadt darum, einen anderen möglichen Standort zur Verfügung zu stellen.

Roland Kaiser / 23.10.2017

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