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Ein Haus für die Palme vom Valtental

Ein Haus für die Palme vom Valtental

Steffen Schmidt hat mit dem Bau des Palmenhauses mehrere Tage lang anständig zu tun. Die Pflanze dankt es ihm mit prächtigem Wuchs.

Palmen sind ja eigentlich eher in tropischen Gefilden beheimatet als in Mitteleuropa. Dass man die exotischen Gewächse mit viel Liebe und Mühe auch hierzulande zu beeindruckenden Erscheinungen heranziehen kann, zeigt ein Beispiel aus Neukirch/Lausitz.

 

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So prachtvoll präsentierte sich die Palme vom Valtental im vergangenen Sommer. Foto: privat

Neukirch/Lausitz. Wer in der kälteren Jahreszeit den Park von Dresden-Pillnitz besucht, wird die berühmte Kamelie in einem Glashaus vorfinden, das sie vor der hiesigen winterlichen Witterung schützt. Die gläserne Konstruktion wird auf Schienen über das empfindliche Gewächs geschoben, sobald die Temperaturen dies erfordern.

Etwas Ähnliches spielt sich derzeit auch auf der Neukircher Valtentalstraße ab. Wanderern, die am Fuße des Valtenbergs unterwegs sind, ist die hölzerne Konstruktion möglicherweise schon aufgefallen, die sich an die Giebelwand des Hauses mit der Nummer 8 schmiegt.

In den vergangenen Tagen gab sie noch den Blick auf einen kräftigen Stamm und Zweige mit den typischen Palmenblättern frei. Wenn die Aufbauarbeiten beendet sind, dann wird von außen nichts mehr von der Palme zu sehen sein. „Ich achte sehr darauf, dass es keine undichte Stelle gibt. Schließlich soll unser Prachtstück gut durch den Winter kommen“, erklärt Steffen Schmidt.

Während das restliche Jahr über seine Frau Simone das den schönen Namen „Trachycarpus fortunei“ (Chinesische Hanfpalme) tragende Gewächs gehegt und gepflegt hat, schlägt zum Wintereinbruch Steffens Stunde. „Die Palme verträgt Minusgrade zwar über einen begrenzten Zeitraum. Wenn es längere Zeit sehr kalt wird, gibt es aber Probleme“, berichtet er. Besonders Eisregen senkt die Überlebenschancen auf ein Minimum.

Doch so weit wird es nicht kommen, da – wie schon in den vergangenen Jahren – eine ausgeklügelte Konstruktion aus Holzbalken den exotischen Baum schützt. Und Steffen Schmidt baut nicht einfach nur einen Verschlag um die Palme herum; auch im Inneren überlässt er nichts dem Zufall: „Ich habe eine 15 Meter lange Kabelheizung um den Stamm gewickelt, damit das Herz der Palme warm bleibt.“ Auf acht bis neun volle Arbeitstage für zwei Mann schätzt er den gesamten Arbeitsaufwand

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In diesem Jahr muss sich Steffen Schmidt noch ziemlich weit aus dem Dachfenster hinabbeugen.

Dank dieser Fürsorge und der sachkundigen Pflege, die Simone Schmidt ihr angedeihen lässt, hat die Hanfpalme mittlerweile einen Stammdurchmesser von 92 Zentimetern und eine Höhe von 4,20 Metern erreicht. „Sie wächst pro Jahr um etwa 70 Zentimeter“, berichtet sie. Und mit der Palme musste auch das Holzhaus wachsen. In diesem Jahr baut Steffen Schmidt eine komplett neue – die mittlerweile dritte – Konstruktion auf.

Die Hanfpalme am Haus ist allerdings nur eine von zahlreichen Palmen, die Simone Schmidt kultiviert hat. Nicht weniger als 38 Exemplare, die 30 Arten und 24 Gattungen angehören, umfasst die entsprechende Liste. „Die Freude, die wir daran haben, rechtfertigt die Mühen“, versichert sie – in diesem Jahr hat Trachycarpus fortunei in Neukirch zum ersten Mal geblüht. Und im nächsten Jahr, wenn sie wieder ein Stück größer ist, kann Steffen Schmidt wahrscheinlich ganz bequem vom Dachbodenfenster aus hantieren – in diesem Jahr musste er sich noch ziemlich weit herunterbeugen ...

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Uwe Menschner / 05.12.2016

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